Mikis Theodorakis - Ein Leben in Bildern

Juli 19th, 2010

Soeben ist mein neues Buch Mikis Theodorakis - Ein Leben in Bildern beim Schott Verlag erschienen:

Mein Anliegen war es, mit diesem Buch durch eine Vielzahl von Bildern, die begleitet werden von verbalen Selbstreflexionen des Komponisten, eine visuelle Annäherung, eine Reise, eine Blickachse hinüber zum Leben des Komponisten Mikis Theodorakis zu ermöglichen – zu einem Leben, das in mehrfacher Hinsicht exemplarisch zwischen zwei Polen verläuft: dem Pol der griechischen und dem der europäischen Musik, dem Pol der populären und dem der sinfonischen Tradition, zwischen dem der Peripherie und dem des Zentrums, zwischen Athen und Paris, zwischen künstlerischer Avantgarde und dem Bewusstsein ursprünglicher Herkunft.

Aus dieser Lebensführung ergab sich in gewisser Weise ein Paradoxon. Theodorakis’ apollinischer Verstand strebte der absoluten Musik zu, seine dionysische Seele spürte der Volksmusik nach. Sein Lebensweg gestaltete sich zu etwas wie dem unermüdlichen Versuch, eine Verbindung zwischen jeweils entgegengesetzten Polen herzustellen, um scheinbare oder tatsächliche Gegensätze miteinander in Einklang zu bringen. So dokumentiert dieses Buch – nicht nur in hunderten zum Teil sehr seltenen Fotos, sondern auch in bislang unveröffentlichten Aussagen sowohl des Künstlers Theodorakis als auch vieler seiner Wegbegleiter – eine in der Kultur- und Musikgeschichte beispiellose Biografie und ein unikales Werk.

Ich hoffe, es wird euch gefallen. Jedenfalls ist dieses Buch nicht nur einfach als ein Fotobuch (übrigens weltweit das erste über Theodorakis) von mir konzipiert worden, und andererseits nicht nur einfach als ein Foto-Text-Buch, sondern dadurch, dass durch diesen Musiker griechische und europäische Geschichte “hindurchgeflossen” ist, offenbart es, einen sehr speziellen - vom “Aussterben” bedrohten - Künstlertypus. Ich habe versucht, ein spannendes Buch zu machen: einen aus 80 Doppelseiten-Szenen bestehenden “Spielfilm”, der sich aus Abbildung, Text, Geschichte und Gefühl speist. Viel Spass damit.

P.S. (Danksagung)
Von den insgesamt mehr als 17.000 Fotos, die ich für dieses Buch zusammen mit Ina gesichtet habe, stammte der überwiegende Teil aus dem Archiv von Myrto & Mikis Theodorakis. Der andere Teil stammt aus den Archiven von Margarita Theodorakis, Anna Drouza (Archiv Niki Tipaldou), Petros Pandis, Nikos Moraitis sowie dem des Ehepaars Sgourakis. Ihnen allen gilt mein aufrichtiger und tief empfundener Dank. In nicht minderem Maße bin ich auch der Musikbibliothek Lilian Voudouri – wo inzwischen das Gesamtwerk von Theodorakis betreut wird – und seiner Direktorin Stephanie Merakos zu Dank für die tatkräftige Unterstützung meiner Arbeit verpflichtet. Für die Originaltextbeiträge danke ich Michalis Cacoyannis, Konstantin Costa-Gavras, Louis de Bernieres, Klaus Hoffmann, Jack Lang, Zubin Mehta, Henning Schmiedt, Herman van Veen, Roger Willemsen, Guy Wagner und Martin Walser. Mein Dank gebührt ebenso Axel Dielmann, ohne den es die beiden Interviews in dieser Form nicht geben würde.

In memoriam Christian Hauschild

April 14th, 2010

Christian Hauschild war nicht nur ein unglaublich inspirierender Musiklehrer - er war auch ein Mensch mit einer “wundervollen Seele”, wie wir Griechen sagen. Ich habe nach meiner Kreuzschulzeit öfter mit ihm zusammenarbeiten dürfen, u.a. 1984 bei der großartigen Uraufführung der 7.Sinfonie von Mikis Theodorakis im Kulturpalast Dresden, der nicht nur Mikis, sondern auch Jannis Ritsos beiwohnten. Als Christian Hauschild dieses Werk dirigierte und beim Finale, dem 4.Satz, angekommen war, erwuchs aus den von ihm beschworenen Klängen - so habe ich es noch heute in lebendiger Erinnerung - das ganze “Griechentum”, ganz Byzanz, und die 1946 von Ritsos geschriebenen Verse erklangen:

Wieviel Blütenstaub sammelt sich im Mund der Biene für den Honig
wieviel Stille in deinem Herzen für das Lied …

Die Nachricht von Christian Hauschilds Tod ist mir eindringlicher Anlass zum Innehalten, denn sie ruft mir unvergessliche Augenblicke mit ihm als Pädagogen und Dirigenten ins Gedächtnis und “entrückt” mich gleichsam für Momente in eine “Sphäre der Musik“, die er mir bereits Mitte der siebziger Jahre auf wundervolle Art und Weise eröffnet hatte. Es war vor allem aber auch eine Ahnung von Kunst und vom allumfassenden menschlichen Schicksal. Und das macht mir bewusst, was wir solchen Lehrern zu verdanken haben, derer es, weiß Gott, nur sehr wenige gibt. Mittler wie sie beweisen einen solchen Scharfsinn im Hinblick auf das, was den Sinn des Lebens ausmacht, dass es ihnen gelingt, ihre Schüler in dessen Bann zu ziehen, damit diese es wagen können, darin Verwirklichung zu finden. Dresden in den Siebzigern. Die Kreuzschule. Viele Freunde - bis heute. Johann Sebastian Bach. Eine Empfindung von Kunst. Die Kreuzkirche. Die Stille, das Lied und der Honig. Danke C.H.

… und morgen fressen wir die Mauer auf

November 3rd, 2009

Im Osten geht die Sonne auf …

Es kannten alle das Märchen vom Land hinter dem Riesengebirge aus Puddingbrei, in dem einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, die Würste und Brezeln von den Bäumen hängen und wo in den Bächen Cola und Limonade fließen. Das Interessanteste an diesem Märchen war allerdings nicht, was hinter und vor dem Puddingbrei-Riesengebirge lag, sondern war dieses Gebirge an sich, das man erst einmal zu überwinden hatte, bevor man von der einen auf die andere Seite gelangte.

Die Mauer war tatsächlich so etwas wie dieses merkwürdige Gebirge. Der Matschpudding das eigentümliche Phänomen, mit dem wir es immer wieder aufnahmen beim Match der Matschos. Mit den Jahren wurde der Brei nicht weniger, sondern eher mehr. Eine süßliche, wabernde Masse, die einem schon morgens das Maul und die Ohren zu stopfen drohte. Freiheit des Wortes. Die hatten wir zu verteidigen gegen das Sandmännchen, Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl, den Schokomohr, Mao, Maoam, Haribo, Hari Krishna, Baumwollbatist, Batista, Mars, Venus, Guevara, Guarana, Nesquick und Nesslow, die Waschmittelmatrone, gegen Stalin und Winnetou, gegen das Neue Deutschland und die Hörzu.

Wer behauptet, wir seien im Osten gewesen, hat keine Ahnung. Wer meint, wir seien im Westen gewesen, irrt. Wir waren weder hüben noch drüben, denn für uns gab es kein Hüben und Drüben. Wir waren in der Mauer, im Gebirge, im Puddinghaufen und wussten: Die Weisheit, sie ist mit Löffeln nicht zu fressen. Zu jedem Topf gibt’s auch den falschen Deckel, zum Brei den Wolfshunger, Wissenshunger. Ein Wunder, dass wir nicht erstickt sind. Wir waren … was heißt: wir waren … Wir sind. Der mit dem Hunger tanzt.

Ina Kutulas, vielen Dank für diesen Text …

Gert Hof & Asteris Koutoulas, 11 Jahre

September 22nd, 2009

Liebe Partner, Kollegen & Freunde,

ich möchte Euch hiermit mitteilen, dass Gert und ich nicht mehr im Managementverhältnis zueinander stehen. Wir haben uns im guten Einvernehmen geeinigt, stattdessen projektgebunden zu kooperieren.

Wir möchten Euch für das jahrelange Vertrauen in unsere Zusammenarbeit danken.

Asteris Koutoulas, 22.9.2009

P.S. Was uns beiden jedenfalls bleibt, nach 11 rasanten Jahren, ist die unglaubliche Story einer unglaublichen Beziehung und eines unglaublichen Werdegangs. Hier die short-Variante:

Nach so viel gemeinsam verlebter Zeit ist es also nicht verwunderlich, dass auch ein Grossteil meiner Homepage Meister Gert gewidmet ist, seinen/ unseren gemeinsamen Unternehmungen der letzten zehn Jahre. Da ist einiges zusammengekommen. Wir haben die halbe Welt umrundet und einige Licht-Zeichen gesetzt. Viel gelernt und viel gelacht. Und unsäglich viel Stress gehabt. “Der Schmerz ist dein Freund.” Das Leben, wie es ist und wie es sein soll in der besten aller möglichen Welten. Das falsche im richtigen Leben oder umgekehrt, das ist die Frage. Halte aus. Halte durch. Bleib nicht stehen. Salute, capitano Gert!

www.asteris-koutoulas.de - Release 1.0

September 9th, 2009

Liebe Freunde & Kollegen,

nach fast 18monatiger Arbeit gebe ich “offiziell” die Veröffentlichung meiner Homepage

bekannt. In den letzten zwei Monaten konnte ich viele Lücken schließen und einen Großteil der bereits vorhandenen Lemmata (”Buttons”) überarbeiten. Es bleiben nur noch wenige Stichpunkte, die einer Ausarbeitung bedürfen, aber auch alle anderen werden ständig weiterentwickelt.In dieser Schmöker-Website werdet Ihr neben einigen “Perlen der Dichtkunst” auch viel Skurriles, Bruchstückhaftes, Nebensächliches sowie total Überflüssiges finden, also das “Kompendium meines Ego”: Personen, geistige Landschaften, Projekte, Bücher, Briefwechsel, Events, Orte meines Lebens, Transzendentales, Familiengeschichten, Sachen (die ich getan und gedacht habe) sowie Dinge, die ich noch machen will – vielleicht …

Diese Homepage ist zweifellos vor allem drei Menschen gewidmet, mit denen ich seit ungefähr 1980 mein Leben und mein Tun geteilt habe: Jannis Ritsos, Mikis Theodorakis und Gert Hof. Die meisten Stichpunkte meiner Homepage lassen sich ihnen zuordnen. Daneben spielen meine Arbeit als Publizist, Produzent und Übersetzer sowie einige Sackgassen & “Germanistisches” keine unwesentliche Rolle.

Auf jeden Fall haben ALLE Lemmata mit mir zu tun – sei es, weil ich jeweils den Text geschrieben, den Film gedreht oder das Foto gemacht habe, sei es, weil das jeweils Geschriebene oder Abgebildete mit Ereignissen verbunden ist, an denen ich als Produzent, Autor, Herausgeber oder Künstler beteiligt war.

Ab Oktober gibt es außerdem auch vier Buttons (Artikel…/ Film…/ Interview…/ Foto des Monats), bei denen ich jeden Monat vor allem Original-Beiträge von Gästen in meine Homepage stelle. Dazu kommt alle vier-fünf Wochen „Astinas Monatslesung“, ein Film-Kommentar von Ina zu diversen periphären Themen der Natur- und Weltgeschichte.

Gewiss, zuallererst erfülle ich mir mit dem Erstellen dieser Website einen ganz persönlichen Wunsch: meinen Kosmos sichtbar machen und selbst darin herumspazieren zu können. Selbstverständlich freue ich mich allerdings genauso über Eure Besuche in meinem „Firmament“, über Euer Feedback und Eure Beiträge.

In diesem Sinne: take care!

Asteris Koutoulas, September 2009

In memoriam Adolf Endler

August 31st, 2009

“Ich schreibe wie jemand, der sich die Pulsadern aufschneidet”, notierte der Dichter Giorgos Seferis am 7.9.1926 in seinem Tagebuch – was zumindest eine pathetische Umschreibung für den “existentiellen” Wert der Dichtung in seinem Leben war. Adolf Endler hat genauso geschrieben, gefühlt und gelebt. Er war „Dichter“, durch und durch. Eine Mischung aus Transportarbeiter des Worts, belgischem Bohemien, antifaschistischem Eremiten und „böhmischem Zigeunergauner“. Er erschien mir immer wie ein pulsierendes Intellektum, ein energiegeladenes Bündel.

Ich “entdeckte” Endler 1979 über seine wunderbaren Nachdichtungen der Gedichte des Alexandriners Konstantin Kavafis, die mir in gewisser Weise Vorbild waren für meine spätere eigene Arbeit:

Ihr Plätze und ihr Viertel, Gegend, wo ich wohne,

Die ich vor Augen habe und durchmesse, Tag für Tag:

Ich war’s, der euch erfand in größtem Glück und tiefster Traurigkeit,

Die vielen Episoden, mannigfachen Wesen –

Jetzt ganz und gar voll Leben und Gefühl, sei’s nur für mich… usw.usf.

Endler war für mich eine ernste Angelegenheit, sein Alter Ego Bubi Blazezak ein polternder universeller Geist. Endler gewann eine knisternde Klarheit in seinen ausschweifenden Texten, und zugleich durchdrang ihn ein entwaffnender Humor, den er mehrfach in diversen Samistad-Drucken, z.B. in den „Bizarren Städten“, kucken ließ. Denn von Endler wurde kaum was veröffentlicht zu DDR-Zeiten, dafür konnte man ihn oft im kleinen Kreis erleben, lesen hören, und ab und an schwang er auch sehr gekonnt außer-literarische Fahnen.

Adolf Endlers Existenz war einer der Gründe, warum man es als Intellektueller noch in der DDR aushielt. Ich empfand es jedenfalls damals so. Er war der Tarzan des “Prenzlauer Bergs”, ich war der Neger in Pankow. Endler bedeutete für mich eine Art Heimat in der transzendentalen DDR-Obdachlosigkeit - und seine Texte, frei schwebend, ein Quell reiner Leselust.

Asteris Kutulas

www.asteris-koutoulas.de Upgrade 9.8.2009

August 9th, 2009

Neu hinzugekommen:

Ich werde hier nach und nach meine Korrespondenz mit Heiner Müller aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts veröffentlichen. Die Briefe an ihn entstanden in einem “hybrisartigen” Zustand. Ich glaubte, dem großen Meister nur auf diese Art und Weise begegnen zu können. In diesen Briefen verbindet sich eine imaginäre Geschichte, die sich damals in meinem Kopf abspielte, mit Furcht einflößenden Begebenheiten, die sich tatsächlich ereigneten und über die zu sprechen ich bis jetzt nicht in der Lage war. Die Übergänge vom einen zum anderen sind fließend, wobei die Realität einen größeren Stellenwert einnimmt, als man das heute vermuten würde. (Weitere Briefe werden folgen.)

www.asteris-koutoulas.de - K(o)ut(o)ulas

August 1st, 2009

Nachdem mich einige diesbezügliche Fragen erreichten, hier die Erklärung: Da es im griechischen keinen eigenständigen Buchstaben für U gibt, wird er aus einem O und einem Y gebildet, was z.B. im lateinischen als OU transliteriert wird. (Wieso? Keine Ahnung.) Die Behörden meiner Kindheit in Rumänien und der DDR, aber auch die griechischen Beamten, die mir meinen ersten griechischen Pass ausstellten, machten eigentlich alles richtig, als sie in meinen Pass schrieben: KUTULAS. Ab Mitte der achtziger Jahre bürgerte sich dann allerdings die Schreibweise KOUTOULAS ein … Ich “entnahm” dem Schlamassel eine Programmatik, indem ich seitdem all meine künstlerischen Hervorbringungen mit KUTULAS unterschreibe und all meine Management-Produzenten-Arbeiten mit KOUTOULAS. Warum ich das getan habe und weiterhin tue, weiß ich nicht, und ob’s was bringt weiß ich auch nicht, aber was soll’s… Das dazu.

www.asteris-koutoulas.de Update 13.5.2009

Mai 13th, 2009

Überarbeitet:

Die beiden Artikel “verdanke” ich Gert. Ohne ihn hätte ich weder die kauderwelschende Empfindung “Rammstein” erlebt, noch das Phänomen Lindemann erfahren. Das ganze hat für mich zu tun mit Sehnsucht, Revolution, Leben auf dem Dorfe, Einsatz für die Tierwelt, Naivität, dem Kampf des Negers gegen die Hunde, Neugier, Amnesty International, Staunen ohne Ende …

www.asteris-koutoulas.de - Jannis Ritsos

Januar 13th, 2009

Zu Jannis Ritsos 100. Geburtstag 2009 …

habe ich alle meine Ritsos-Buttons überarbeitet, die da wären:

Ich bin mir nicht sicher, warum Ritsos so beliebt bei den griechischen und europäischen Linken war, aber mir kommt es so vor, als habe es ihm als Dichter mehr geschadet als genutzt. Denn seine Dichtung kannten und kennen die wenigsten: seine existentialistische „Mondscheinsonate“, seine genialen Antike-Monologe („Die Rückkehr der Iphigenie“, „Agamemnon“ etc.), seine Liebesgedichte, seine einzigartige Autobiographie „Das ungeheure Meisterwerk“. Mir scheint, er ist in Vergessenheit geraten, dieser kleine schmächtige Mann, der uns ein gewaltiges Oevre hinterlassen hat, in dem einige der schönsten Perlen der Dichtkunst des 20.Jahrhunderts zu finden sind. Jedoch nichts Abgehobenes, sondern mehr Elementares, Alltägliches, das er verdichtet und festgehalten hat. Und das man gebrauchen kann wie einen Erste-Hilfe-Kasten für die Seele.

www.asteris-koutoulas.de Update 3.12.2008

Dezember 3rd, 2008

Neu hinzugefügt:

  • Lviv-Event (Ukraine)
  • China Making Of (Peking)
  • Oman-Event (Sultans Palast in Muscat)
  • Malta-Event (Fort St. Angelo)

Diese (zusammenfassenden) Film-Clips dokumentieren diverse Gert-Hof-Events der letzten Jahre, an denen ich beteiligt war. Unterschiedliche Locations, unterschiedliche Länder und Sitten … Streunende Tiere. Viel Stress, Ärger und Kampf, wenig Freude, ziemliche Erfolge … Irgendwie lief alles so ab: Ende gut, alles gut. Ce la vie. Danke dir, Gert …

www.asteris-koutoulas.de Update 2.12.2008

Dezember 2nd, 2008

Neu hinzugefügt:

Ich nenne diese drei Filme, die ich Mitte der neunziger Jahre gefilmt habe, POETRY IN MOTION, weil ich sie nicht wegen der Musik festgehalten habe, sondern weil ich es schon immer faszinierend fand, wie Mikis dirigierte. (Abgesehen davon, sind auch die Musiken wunderbar, vor allem die frühe sinfonische Ode “Oedipus Tyranos”, die Theodorakis 1946 komponierte, aber auch das Klavierkonzert, das während seines Studium bei Oliver Messiaen 1956 in Paris entstand.) Aber wichtiger waren mir hier die Bewegung der Hände und des Körpers. Darum auch die schwarz-weiss Konzentration allein darauf …

www.asteris-koutoulas.de Update 16.9.2008

September 16th, 2008

Neu hinzugefügt:

  • Philosophie

Ich konnte neben meinem Germanistik-Studium Anfang der achtziger Jahre auch zwei Jahre lang Geschichte der Philosophie studieren. Unvergessen Prof. Seidels Antike-Vorlesungen.  Dann die Entdeckung Schopenhauers und des jungen Georg Lukacs. Philosophie als Lebensform. Existentialismus als persönliche Lebensphilosophie. Alles oder Nichts. Der bittere Geschmack der Wahrheit. Auf der Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Politik und Anspruch. Udos Gang nach Canossa, Uwes Entdeckung des Nahen Ostens.

www.asteris-koutoulas.de Update 24.6.2008

Juni 24th, 2008

Neu hinzugefügt:

George ist ein cooler, abgefährlich abgefahrner Typ. Das Leben hat ihn verloren. Er ist ein Reisender, ein verkanntes musikalisches Genie und zugleich ein Rätsel aufgebendes Geschöpf. Sowas wie ein Rainald Götz der Musik. Ich hatte die historische Gelegenheit, mit ihm arbeiten zu dürfen - und es war, als hätte ich zugleich mit zehn Unikaten gekämpft, sowas in der Art jedenfalls. Sauerstoff kontra LSD.

www.asteris-koutoulas.de Update 23.6.2008

Juni 23rd, 2008

Grundsätzliche Veränderungen…Meine anfängliche Idee war es, meine Homepage zu einem “Zettelkasten meines Ego” zu machen. Ich merke jedoch, wie sie sich ganz langsam - und “unbemerkt” - zu etwas anderem entwickelt, nämlich zu einer Art “Kompendium meines Ego”. Inzwischen verbirgt sich hinter einigen Buttons der Stoff für ganze Artikel, denn ich verspüre mit der Zeit immer mehr das Bedürfnis, zu vielen der in der Homepage angerissenen Themen so umfassend wie nur möglich zu schreiben. Darum habe ich auch angefangen, meine ganzen Seiten intern miteinander zu verlinken, so dass der Kosmos die Anarchie etwas bändigt und die existierenden Bezüglichkeiten offenbart:

www.asteris-koutoulas.de Update 16.5.2008

Mai 15th, 2008

Hinzugefügt:

Ein Tagebuch-Bericht über mein Germanistik-Studium in Leipzig zwischen 1979 und 1984. Vergebliches Suchen draussen. Verharren im Drinnen. Viel Rotwein und das Auf-Und-Ab einer bebenden Befindlichkeit. Viel nackte Haut und blanke Nerven. Ständiges Fliehen in Geistigkeit. Uwes Katze. Deutsche Bücherei und Moritzbastei. Bärbel und das Leben. Ina und der Tod. Umherirren des nachts.

www.asteris-koutoulas.de Update 14.5.2008

Mai 14th, 2008

Vervollständigt:

Irgendwie entdeckte ich den “jungen Lukacs”. Seine extrem idealische Lebensphilosophie um 1900 entsprach sehr meiner damaligen seelischen Verfassung in Leipzig und Dresden Anfang der achtziger Jahre. Die Seele und die Formen eben. Geistigkeit als Fluchtpunkt. Und der Glaube, im Idealischen irgendwie doch Freiheit und Erfüllung einer transzendentalen Sehnsucht zu finden.

Update 22.7.2008: Ich habe meinem Funkessay einen Nachtrag angehängt, der den phänomenalen Augenblick des Wandels des jungen Lukacs vom Idealisten zum Materialisten, vom Freigeist zum Kommunisten zu skizzieren versucht.

www.asteris-koutoulas.de Update 29.4.2008

April 28th, 2008

Vervollständigt:

Die für mich interessanteste und spannendste Schriftstellerin der DDR, diesem Land der Ferne und des gebrochenen Worts. Sie hat mich lange verfolgt, noch vehementer dann als “Kassandra”. Ein Flirren zwischen Heimat und  Lifestyle. Rockmusik in meiner Seele. In meinem Kopf ein Widerhall von Gesprächsfetzen bei ihr zu Hause und einmal auch in Tübingen. Das Blubbern des Bluts in den Adern. Und sie verhalf mir zu meiner damaligen realsozialistischen Einsicht Ende der siebziger Jahre: Der Himmel ist immer noch geteilt, aber die Freiheit fiel in die Spalte zwischen den Hälften…

www.asteris-koutoulas.de Update 25.4.2008

April 25th, 2008

Neu hinzugekommen:

Uwe war mein bester Freund in Leipzig. Ich habe ihm eine Menge zu verdanken. Und nicht nur das Zimmer in seiner Wohnung. Wir sind viel miteinander geflogen, und diese Seiten aus meinen damaligen Tagebüchern belegen das.

www.asteris-koutoulas.de Update 21.4.2008

April 21st, 2008

Vervollständigt:

Der Orakelort der Antike ist nicht nur eine Art geistige Heimat, es ist auch eine geographische, zumal Sernikaki, das Heimatdorf meines Vaters, nur wenige Kilometer weiter weg mitten im Tal von Amfissa liegt - umgeben von einem riesigen Olivenhain, unweit der kleinen Hafenstadt Itea. Im Sommer das laute Zirpen der Zikaden wie ein moderner Klangteppich. Flirrende Luft unter einer brennenden Sonne. Karge Landschaft, ausgetrocknete Erde. Nicht umsonst ist der Sonnengott Apollo der Herrscher über Delfi gewesen.

www.asteris-koutoulas.de Update 8.4.2008

April 8th, 2008

Neu hinzugekommen:

Zu Johannes Jansen wird mir bestimmt noch einiges einfallen. In meiner Homepage veröffentliche ich ein Gedichtfragment von ihm, das aus dem ersten Jahr unserer Bekanntschaft stammt … die freie Nachdichtung eines Bruchstücks der Gedichtkomposition “Das ungeheure Meisterwerk” von Jannis Ritsos. Ritsos passte irgendwie überhaupt nicht zu Johannes, aber irgendwie dann doch … Später entwickelten wir eine echte Zuneigung und haben viel miteinander gemacht, noch später verloren sich unsere Wege. Ihm verdanke ich nicht nur das Gedicht “Das bizarre Städtchen” von Nezval, die Begegnung mit Frank Lanzendörfer, mit Peter Wawerzinek und mit vielen anderen, und nicht nur seine eigene faszinierend-mystische dunkle Welt …

Update, 21.5.2008: Habe einige mich sehr bewegende Briefe von Johannes, die er mir während seiner Armeezeit schrieb, zu einer kleinen Collage einer “DDR-Armee-Befindlichkeit” zusammengestellt und veröffentliche sie nun hier.

www.asteris-koutoulas.de Update 3.4.2008

April 3rd, 2008

Vervollständigt:

Hauptmann entdeckte ich - erst nach mehreren Versuchen … Aber dann, plötzlich, las ich seine blutrünstige Atriden-Tetralogie von Anfang der vierziger Jahre. Ein wahrer Horror-Trip in den Abgrund der menschlichen Seele. Delfi blutig. Deutschland am Boden. Das Individuum zerstört. Am Ende. Kein Recht mehr zum Überleben.

www.asteris-koutoulas.de Update 26.3.2008

März 26th, 2008

Neu hinzugekommen:

Ein Riesenkopf auf der Theaterbühne. Die Apotheose des Modernen. Aufrechterhaltung des Ideals. Die goldene Zeit des Handwerks. Verschmitzt, vergeilt, versoffen, vergrault, verblieben. DDR-Antike. Hitlers Suppe. GrauSchwarzWeiss.

www.asteris-koutoulas.de Update 20.3.2008

März 17th, 2008

Umgearbeitet:

Auf die Idee, eine eigene “unabhängige” Zeitschriftenedition in eigener Regie zu produzieren, kamen wir mit Johannes Jansen irgendwann mal Mitte 1987. Von ihm kam auch der Titelvorschlag in Anlehnung an das Gedicht “Bizarres Städtchen” von Vítězslav Nezval. Das ganze war eine Art gelebter Utopie an diesem “Kein Ort. Nirgends”, der damals für uns Pankow hieß. Im Nachhinein betrachtet, war es schon irgendwie Selbstbetrug, eine große Portion Feigheit, gepaart mit einer kleinen Portion Mut. Ein winziger Strohhalm in einem stürmischen Meer. Wir waren jedenfalls nicht ganz Herr der Lage.

www.asteris-koutoulas.de Update 11.3.2008

März 11th, 2008

Neu hinzugefügt:

Leonard Cohen hat mir das Leben “gerettet” irgendwie … “Er” hat zu mir gehalten in einem Augenblick, als alles um mich herum zu versinken drohte. Die tiefe Melancholie seiner späten Lieder sprach zu mir und vollbrachte Wunder.

www.asteris-koutoulas.de Update 10.3.2008

März 10th, 2008

Vervollständigt:

Czecho habe ich in Leipzig während meines Germanistik-Studiums kennengelernt, und wir haben uns angefreundet. Ich kannte seine wunderbare Nachdichtung des Epitaph-Poems von Jannis Ritsos; er bewies damit, dass auch ein - meiner Meinung nach -  “unübersetzbares” Gedicht ins Deutsche souverän übertragbar ist. Aber vor allem gefielen mir seine unprätentiösen Gedichte in Zyklen wie “Ich, beispielsweise”, “Was mich betrifft” oder “Ich und die Folgen”. Existenzialistische sächsische Dichterschule, DDR-zerrissen.

www.asteris-koutoulas.de Update 1.3.2008

März 1st, 2008

Neu hinzugekommen:

“Ich schaue Menschheitwesen in Wesen nach Orwesenheit, Antwesentheit, Mälwesenheit, Omwesenheit, nach Organzheit, Antganzheit, Mälganzheit, Omganzheit, nach Orselbheit, Antselbheit, Mälselbheit, Omselbheit, nach Orselbmälganzheit, Antselbmälganzheit, Mälselbmälganzheit, Omselb-mälganzheit…” Der Verfasser heißt Karl Christian Friedrich Krause, doch wer kennt ihn schon? Und wozu: in diesen enttrösteten Welten?

www.asteris-koutoulas.de Update 29.2.2008

Februar 29th, 2008

Vervollständigt:

  • Berlin-Event
  • Mike Oldfield

Dass es zu diesem Event und zu diesem Konzert an diesem denkwürdigen Tag, dem 31.12.1999, in Berlin letztendlich gekommen war, mutet mir heute an wie ein Wunder. Es war wie ein Taumel, eine Arbeitsorgie, ausgehend von Gert und Achim.

www.asteris-koutoulas.de Update 27.2.2008

Februar 27th, 2008

Vervollständigt:

Kavafis und kein Ende … Darüber habe ich oft nachgedacht in den letzten zwanzig Jahren, über dessen scheinbar unerschöpfliche Modernität, wobei dieser Ausdruck nicht genau das trifft, was ich meine. Macht nichts, die Ungenauigkeit beschreibt letztendlich vielleicht besser den Kern. Jedenfalls unglaublich und ein Phänomen, dass Kavafis mit seinem spröden und kargen poetischen Stil noch so viele Leute anspricht. Unerwartete Begegnungen mit seinen Gedichten oder Gedichtfetzen zu den verrückstesten Gelegenheiten. Ein Rätsel für mich auch, wie er als homosexueller Dichter innerhalb der griechischen Gemeinde Alexandriens so gut überleben konnte, scheinbar entrückt in eine eigene Realität, gemacht aus Worten …

www.asteris-koutoulas.de Update 13.2.2008

Februar 13th, 2008

Hinzugefügt:

Das war die Überschrift eines Gedichts von Jannis Ritsos aus dem Jahre 1972. Ich musste während der aufwühlenden Monate zwischen November 1989 und Ende 1990 ständig daran denken - der Untergang des Sozialismus vorweggenommen in einem krassen poetischen Bild. Und alle privaten und verinnerlichten Deformierungen führten unweigerlich in die Katastrophe bzw. die Erlösung, je nachdem welcher Denkungsart man war. Einige Texte, die ich als Glossen ansah, dokumentieren eine sehr subjektive Sicht auf jene galoppierende Zeit.

www.asteris-koutoulas.de Update 2.2.2008

Februar 2nd, 2008

Vervollständigt:

Ich kann mich noch ganz gut an seine Erscheinung erinnern Mitte der siebziger Jahre in Dresden: er kam mir vor wie ein vagabundierender sächsischer Anarchist. Er paßte überhaupt nicht zur DDR und war doch ganz klar ihr Kind. Ich hatte damals natürlich keine Ahnung um seine Bedeutung als Maler, oder besser gesagt als Konzeptkünstler. Aber er war ein ziemlich straighter Typ. Mir kam er immer etwas heruntergewirtschaftet vor, abgesehen davon, dass ich mit seiner Malerei oder seinen Filmen – die ich ohnehin nur sehr brüchstückhaft kannte – nichts anfangen konnte. Eine poetische Gestalt in einer kulturell verdurstenden Landschaft – das allerdings war mir instinktiv damals schon klar, und nicht nur wegen der verrückten Geschichten, die sich um seine Person rankten.

www.asteris-koutoulas.de Update 22.1.2008

Januar 22nd, 2008

Ergänzt:

Lanzendörfer war nicht mehr zu helfen. Er nahm sich das Leben und hinterließ uns mehrere Fragen, auf die er uns die Antworten schuldig blieb. Er hatte sich verloren zwischen Anspruch, Wirklichkeit, transzendierenden Wahn-Vorstellungen und Experimenten an Geist und Körper. Eine flüchtige Gestalt in einer eher realitätsverhafteten DDR.

www.asteris-koutoulas.de Update 21.1.2008

Januar 21st, 2008

Neu hinzugekommen:

C.G. ist eine interessante Frau … (Und das nicht nur als Chefin des tübinger Konkursbuchverlags.) Sie hat es sehr geschickt und klug verstanden, Kunst, Erotik und Rebellion zu einer neuen Art von Lebensphilosophie zu verschmelzen.Claudia hat durch ihre zahllosen anti-sexistischen und frauen-freiheitlichen Publikationen vielen Denkmustern und Denkansätzen, die heutzutage durch Texte wie “Feuchtgebiete” ins Bewußtsein einer breiten Masse tropfen, den Weg bereitet. Wo wäre die Welt ohne ihren feministisch-revolutionären Konkursbuchverlag mit dem “Heimlichen Auge” und Autorinnen wie die hardcorige Krista Beinstein?

www.asteris-koutoulas.de Update 19.1.2008

Januar 19th, 2008

Neu hinzugekommen:

  • Meine CDs

Das ist eine Auflistung der CDs, bei denen ich mitgearbeitet bzw. die ich produziert habe. Die meisten entstanden in Deutschland, einige produzierten wir aber auch in Russland, Griechenland, Österreich, Holland und Ungarn. Die meisten sind von und mit Mikis Theodorakis, einige habe ich für Maria Farantouri produziert. Dabei ging es mir auch darum in gewissem Sinne “Lücken” zu füllen. Ich arbeitete vor allem mit Intuition Records zusammen, aber auch mit Tropical Records sowie mit Peregrina und Pläne in Deutschland, sowie mit einigen griechischen Plattenlabels.

www.asteris-koutoulas.de Update 13.1.2008

Januar 13th, 2008

Neu hinzugekommen bzw. vervollständigt:

Dieses Gespräch mit Axel Dielmann entstand aus Anlaß der Frankfurter Buchmesse 2001, als Griechenland Schwerpunkt der Buchmesse war.  Mir war vor diesem Gespräch aufgefallen, dass es noch keine generalisierende Analyse der griechischen Literatur in Deutschland gab, jedenfalls war mir keine bekannt. Deshalb versuchte ich, die für mich wichtigsten diesbezüglichen Koordinaten aufzuzeigen, und zugleich auf die Ost-West-Problematik aufmerksam zu machen, die es ja einige Jahrzehnte lang bis 1989 gegeben hatte.

www.asteris-koutoulas.de Update 12.1.2008

Januar 12th, 2008

Neu hinzugekommen:

Dieser Text über Goethes Iphigenie entstand während meiner Beschäftigung mit der Mythos-Rezeption Anfang der achtziger Jahre: die Iphigenie-Gestalt bei J.W.Goethe, Gerhart Hauptmann und Euripides. Darüber schrieb ich meine Diplomarbeit während meines Germanistik-Studiums. Außerdem beschäftigen wir uns intellektuelle Griechen, quasi “a priori”, mit diesen Themen wie “Mythologie und Gegenwart”. Und Goethe war zweifellos einer der ersten deutschen Philhellenen des modernen Griechentums.

www.asteris-koutoulas.de Update 9.1.2008

Januar 9th, 2008

Neu hinzugekommen:

Ein Gespräch, das ich mit “Baader”, einem sehr eigenwilligen und höchst talentierten Verrückten, und Peter Wawerzinek, einem anderen eigenwilligen und höchst talentierten Verrückten über die DDR, Rockmusik und Lyrik während der Wende-Zeit geführt hatte. Baader starb wie er gelebt hatte: er wurde einige Wochen nach diesem Gespräch im Morgengrauen eines feuchten Junitages in Pankow von einer Straßenbahn erfasst und erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

www.asteris-koutoulas.de Update 6.1.2008

Januar 6th, 2008

Neu hinzugekommen:

Die DDR war meine “dritte” Heimat. Inzwischen lebe ich in meiner “vierten”, der Bundesrepublik Deutschland. Über die DDR haben wir viel nachgedacht, als wir in der DDR lebten, später kaum noch. Es war allen klar, was passiert war, und es war in Ordnung so. Meine “dritte Heimat” hatte in ihrer realsozialistischen Gestalt keine Daseinsberechtigung. Die Dilemmas waren einfach zu groß. Und ein Ausweg nicht möglich; weder waren die Eliten des Landes willens zu Reformen, noch in der Lage - die DDR-Führungsriege war dermaßen überfordert durch ihre „historische Misssion“, den Sozialismus aufzubauen, dass ihr nur der kleinste gemeinsame Nenner blieb: Machterhalt um jeden Preis. Der wurde dann durch Gorbatshow und seine Perestroika dermassen nach unten gedrückt, dass schließlich das DDR-Volk in Leipzig und anderswo ihn kurzerhand bezahlte und dem Spuk ein Ende bereitete.

Update: Habe dem Text “AUS DER DDR…” noch ein Gespräch mit Wolfgang Kempe vorangestellt, das ein Jahr vor dem Fall der Mauer stattfand, am 27. November 1988, in Eggersdorf-Süd bei Ost-Berlin.

AUS DER DDR..: Nun ja, ich wollte meine damalige Reflektionen hier festhalten, die zwar ungelenk, unfertig und unerheblich erscheinen, aber von einem gewissen tragischen Impetus durchwirkt waren, und in dem Bewußtsein verfaßt wurden, dass zumindest irgendwas nicht stimmte zwischen dem Anspruch des real Existierenden und der wirklichen Wirklichkeit. Dazwischen blieben so viele Fragen offen, dass Antworten keine Chance hatten. Was wollten wir nur? Wonach suchten wir, verloren in der Zeit des kalten Krieges? Keine Ahnung.

www.asteris-koutoulas.de Update 2.1.2008

Januar 2nd, 2008

Neu hinzugekommen:

Hortensia Bussi-Allende lernte ich 1993 in Santiago de Chile kennen. Daher stammt auch dieses Foto. Es war eine verrückte Situation in Chile, da Pinochet noch Präsident war, aber die Regierung und der Ministerpräsident bereits frei gewählt wurden. Eine merkwürdige Zwittergesellschaft, über der noch der Modergeruch der Diktatur schwebte.

In “Berlin Jotwede” sagte der später so umstrittene Tom Bischoff: “Ich will mal sagen, was ein Berliner ist. Wenn ich mir die Kröte anhöre, die hier neben mir redet und quatscht, daß mir das Grüne aus den Ohren läuft, will ich Dir mal sagen, was ein Berliner ist: Wenn Du ein Berliner bist, dann bin ich sonst was …” - Und Dimitris, der nichts dafür konnte, aß einfach weiter. (Es war die Zeit, als noch alles möglich schien, viele Türen noch offen waren.)