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Der Licht-Architekt Gert Hof – Interview mit Asteris Kutulas

Der Licht-Architekt Gert Hof

[Gert Hof war der „Beethoven des Lichts“, erschuf die Bühnenshows der Band Rammstein – in unserer Titelstory berichten wir in einer Retrospektive über sein Leben und seine Arbeit.] (pma-Magazin 03/2021)

pma: Herr Kutulas, Sie haben ab 1998 gemeinsam mit dem Licht-Künstler Gert Hof gearbeitet. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande? Kannten Sie sich davor schon länger?

Asteris Kutulas: Genauso wie Gert hatte auch ich in der DDR gelebt und so kannte ich ihn als Regisseur seit Ende der 80er Jahre durch seine Theaterinszenierungen und vor allem durch seine Kooperation mit Bands wie Silly, City oder Pankow. 1990 organisierte ich eine Metasinfonik- Europa-Tour mit Mikis Theodorakis, bei der auch zwei Pankow-Musiker mitspielten, nämlich Stefan Dohanetz am Schlagzeug und Rainer Kirchmann am Klavier. Ein paar Jahre später produzierte ich mit Rainer Kirchmann und Jannis Zotos eine neue Version des Liedzyklus‘ „Sonne und Zeit“ von Theodorakis, wobei Rainer Kirchmann die Cover-Versionen anfertigte und neben Maria Farantouri die Songs sang. Als wir im November 1998 für unseren ARTE-Film „Sonne und Zeit“ – bei dem ich zusammen mit Klaus Salge Regie führte – das Konzert aufzeichnen wollten, kam Rainer auf die Idee, dass Gert das Lichtdesign dafür machen sollte.

So lernte ich Gert im September 1998 zum ersten Mal persönlich kennen. Gert, der kurz davor das Wuhlheide-Konzert „Live in Berlin“ von Rammstein inszeniert hatte, entpuppte sich als großer Verehrer der Musik und der Persönlichkeit von Mikis Theodorakis, und so wurde „Sonne und Zeit“ im November 1988 unser erstes gemeinsames Projekt. Da ahnten wir noch nicht, dass wir – wie im „Rausch“ – zwischen 1999 und 2010 ca. 50 Events und Konzertprojekte weltweit realisieren und dabei eine neue Event- Ästhetik und eine neue „Kunstform“ entwickeln würden.

Gert Hof Hommage by Asteris Kutulas und pma

pma: Das Ergebnis Ihrer Zusammenarbeit ist tatsächlich sehr beeindruckend. Was war die Essenz dieser Kooperation?

Asteris Kutulas: Am Anfang war das Wort: Gerts Vision einer Lichtarchitektur am Himmel – „Art in Heaven“, wie wir das Ganze 1999 nannten. Gert sagte mir damals, dass er all seine inszenatorischen und licht-ästhetischen Ideen und Möglichkeiten auf den Theater- und Konzertbühnen ausgeschöpft hatte. Darum wolle er diese „Fesseln“ sprengen und den Himmel als Bühne benutzen.

Um Gerts Vision einer „Kunst am Himmel“ zu verwirklichen, brauchte es zweierlei: Es musste eine neue Inszenierungsphilosophie sowie die technische Grundlage (z.B. eine neue Art von Lichtequipment) geschaffen, und zugleich mussten die Anlässe, die Auftraggeber und die „Himmels-Bühnen“ für solche Events gefunden werden. Es bedurfte also zweier Verrückter, die wirklich daran glaubten, dass das umgesetzt werden kann. Wir hatten uns gefunden: Gert war für die „Kunst“ und das „Artwork“ zuständig und ich für die Vermarktung und die Produktion. Natürlich konnte ich diese Herausforderung nur darum bewältigen, weil ich von Gerts künstlerischer Vision regelrecht durchdrungen war. Das war die Voraussetzung.

pma: Ihr Projekt fing unglaublich furios an: Innerhalb eines Jahres – zwischen dem 31.12.1999 und dem 31.12.2000 – haben Sie vier Millennium-Events gemacht: an der Siegessäule in Berlin, auf der Akropolis in Athen, am China Millennium Monument in Peking und am Ungarischen Parlament zwischen Ketten- und Margareten-Brücke in Budapest. Hinzu kam für die EXPO 2000 der Eröffnungs-Event von Ferropolis bei Dessau. Wie ist das möglich gewesen?

Asteris Kutulas: Durch die Verwirklichung von Gerts Vision entstand eine neue Eventform, die die Chance bot, eine ganze Landschaft mit einzubeziehen und hunderttausende von Menschen live zu entertainen. Gerts Konzept verband auf originelle Weise einen hohen ästhetischen Anspruch mit einer großen Publikumsaffinität. Hinzu kam, dass Gert selbst ein absolutes Unikum war, dem durch seine Zusammenarbeit mit Rammstein, Blixa Bargeld und dem Maler Gottfried Helnwein sowie durch sein kompromissloses und zuweilen schroffes Auftreten stets auch etwas „Skandalöses“ und „Genialisches“ anhaftete.

Dieses flirrende und spektakuläre „Gesamtkunstwerk“ – bestehend aus einem abgefahrenen Künstler und seinem revolutionären Event-Konzept – vermarktete ich über das Netzwerk, das ich mir zuvor in fünfzehn Jahren (u.a. mit Hilfe von Tim Dowdall, dem Vice President von Live Nation für Osteuropa) aufgebaut hatte. Ich agierte dabei nicht wie eine Event-Agentur, derer es ja tausende gab, sondern als Künstler-Agent. Darum beteiligten wir uns nie an einer Ausschreibung: Wir hatten diese neue Eventform erfunden, und wer das Original wollte, der kam direkt zu uns. Ich konnte also damals, 1999, etwas so noch nie Dagewesenes und „Revolutionäres“ anbieten … Unsere Kunden – Regierungen, Institutionen, Konzerne – erkannten das, und sie griffen zu.

Hommage von Asteris Koutoulas

pma: Können Sie uns einen Einblick geben, wie es von Anfang bis Ende einer Produktion war, mit Gert Hof zu arbeiten?

Asteris Kutulas: Für Gert waren drei Dinge zu Beginn einer jeden Produktion ausschlaggebend: erstens die Landschaft, also die Event-Location, zweitens der Anlass (das Motto) des Events als Basis für die Storyline und drittens die Musik. Das waren für ihn wichtige Inspirationsquellen.

Ich gebe drei Beispiele zu jedem dieser Aspekte. Die Events, bei denen die Landschaft ausschlaggebend war: die Akropolis in Athen, die Uferhügel in Gallipoli, die Burg Siegmundskron in Bolzano. Wichtige Anlässe fürs Storytelling: „Lights of Freedom” in Atlantic City, das Closing-Event des Jerusalem-Music-Festivals in Israel, „Light from the Arab World” in Oman. Die Musik bzw. die Komponisten als Basis für Gerts Inszenierungen: Roger Waters für das Welcome-Europe- Event auf Malta, Mike Oldfield für die Berlin-Millennium-Show, die Scorpions für den Moskau-Event auf dem Roten Platz und Westbam für den Aida-Diva-Event in Hamburg.

Das Ganze lief wie folgt ab: Gert ließ sich inspirieren von der Landschaft und entwickelte vor Ort sofort seine „Gemälde“, seine Lichtskulpturen und „existenziellen Bilder“. Einige dieser Bilder visualisierten wir, und zugleich schrieb Gert eine Story zu seinem geplanten Event. Parallel dazu klärten wir, welche Musik-Stücke genommen werden bzw. wer die Musik zum Event komponieren würde – eine für Gert äußerst wichtige Frage. Wir sprachen außerdem sehr ausführlich mit unseren potenziellen Auftraggebern. Da wir aber, wie schon erwähnt, nicht als Agentur, sondern als Künstler-Unit auftraten, hatten unsere Auftraggeber kaum die Möglichkeit, ins Konzept einzugreifen oder irgendwelche „Veränderungen“ vorzunehmen. Gert stellte von vornherein immer klar, dass er sich nicht reinreden lassen würde. In gewisser Weise gehörte auch das zu unserem Alleinstellungsmerkmal.

Ich entwickelte parallel dazu das Produktionsdesign entsprechend Gerts Konzept einerseits und andererseits entsprechend den finanziellen und organisatorischen Bedingungen. Es lief fast immer auf die Frage hinaus, was machbar ist und was nicht. Gert reagierte stets sehr realistisch und konstruktiv, obwohl er ein Maximalist und Perfektionist war. Sobald feststand, WAS man von Gerts Ideen unter den konkreten finanziellen und organisatorischen Vorgaben umsetzen konnte, sagten wir zu oder ab.

Gert Hof Hommage von Asteris Kuttulas

pma: Gab es im Produktionsablauf auch andere Dinge, die in der Zusammenarbeit mit Gert Hof speziell waren?

Asteris Kutulas: Gert schrieb nach Auftragserteilung auf der Grundlage der Musik eine detaillierte Event-Partitur. Dafür arbeitete er zunächst mit den Komponisten bzw. Musikern zusammen, die die Musik für den Event produzieren sollten oder bereits aufgenommen hatten, um sie seinen Vorstellungen entsprechend zu ändern. Gert wusste ziemlich genau, welchen Charakter und welche Orchestrierung die Musik haben sollte, für wie viel Zeit er musikalische Phrasen brauchte, wann es welche Soundeffekte geben sollte etc.

Mike Oldfield schilderte seine diesbezügliche Zusammenarbeit mit Gert wie folgt: „Ich schrieb eine 14minütige Komposition für sinfonisches Orchester und Rock Band. Gert gab mir einen sehr genauen Ablaufplan und eine sekundengenaue Gliederung seiner Lichtshow. Ich habe einfach meine Musik dementsprechend komponiert.” Da für Gert die Musik mit das Wichtigste war, dauerte dieser Prozess oftmals Wochen oder sogar Monate, weil immer wieder korrigiert und modifiziert wurde.

Mit der Musik als emotionalem Leitfaden legte er dann auf die Sekunde genau alle anderen Medien entsprechend seiner Inszenierungs-Konzeption fest. Das hieß – in den meisten Fällen –, dass eine perfekte Synchronisation von Licht, Pyro, Feuerwerk, Laser etc. erfolgen musste, um genau jene Bilder entstehen zu lassen, die Gert im Kopf hatte. Stellen Sie sich einen „Slowmotion-Film“ vor, in dem ein „Gemälde“ dem anderen folgt – mit einer klaren Dramaturgie. In diesem Prozess musste Gert wiederholt mit den diversen Programmierern bzw. Designern zusammenarbeiten, z.B. mit Sven Asamoa oder Markus Katterle für Pyro und Feuerwerk, mit Jens Probst oder Stephan Aue für das Lichtdesign, mit Daniel Brune für die Programmierung der Laser etc., um nur einige unserer Mitarbeiter zu nennen.

Parallel zu diesem schöpferischen Prozess organisierte ich die gesamte Produktion, verhandelte mit unseren Partnern, schloss Vereinbarungen und unterschrieb die Verträge mit allen Beteiligten. Ich kümmerte mich darum, dass die ganze Maschinerie lief, wobei bei den meisten unserer Projekte Gerd Helinski bzw. technische Direktoren von Procon das Produktionsmanagement übernahmen und Norman Bauer die Logistik. Ohne diese Partner wäre ich aufgeschmissen gewesen.

Sehr speziell war auch der Umstand, dass bei uns, sobald ein Event bestätigt wurde, folgende Überlegung einsetzte: Was können wir tun, um einen Event, für den wir „100 Euro“ zur Verfügung haben, so aussehen zu lassen, als wären es „1.000 Euro“? Da Gert als begnadeter Regisseur wusste, wo man den Hebel ansetzen musste, um die höchstmögliche Wirkung zu erzielen, konnten wir diese Aufgabenstellung sehr oft zu unserer Zufriedenheit – und der unserer Kunden – lösen.

pma: Tatsächlich hatten einige Ihrer Events eine immense mediale Reichweite, wie z. B. der AidaDIVA-Event mit über 2.300 Printmedien-Veröffentlichungen oder der Dresdner Semperoper-Event mit über 400 TV- Beiträgen. Wie erklären Sie das?

Asteris Kutulas: Unser Ziel war es, mit einem exklusiven und „radikalen Kunstwerk“ das Publikum zu begeistern und eine sehr große Öffentlichkeit zu erreichen. So bestand meine wichtigste Aufgabe darin, im ständigen Kontakt mit unseren Auftraggebern und den lokalen Produzenten und Partnern alles so vorzubereiten, dass die Events nicht nur technisch und organisatorisch ohne Probleme abliefen, sondern dass sie auch perfekt und effektiv vermarktet werden konnten. Das heißt, wir sorgten von vornherein dafür, dass ein Event auch medial zum Erfolg wurde.

Basis dafür war Gerts rigoroser Anspruch, seine Ablehnung von Kompromissen und auch, dass er stets am Limit operierte. Hinzu kam, dass Gert als „Starlichtarchitekt“ eine schillernde Persönlichkeit war und jedem Event ganz klar seinen Stempel aufdrückte. Das alles ließ sich sehr gut medial „verkaufen“ und hatte eine eigene Energie – ganz anders, als sehr viele Events von Agenturen, die nach einem gewonnenen Pitch darauf bedacht waren, ihre 20% Gewinnmarge zu sichern. Deren Produktionen waren in der Regel „langweilig“, kraftlos und „anonym“, also in gewisser Weise „beliebig“. Unsere Shows hatten das „Gesicht“ und die Energie von Gert und ließen sich deshalb viel besser vermarkten.

Wir kümmerten uns auch um die richtige Bebilderung unserer Events. Gert hatte von Anfang an Fotografen und Filmemacher an sich gebunden und ihnen bei vielen Treffen über Jahre hinweg seine Ästhetik erklärt: Er machte klar, was ihm wichtig war und was wie fotografisch festgehalten werden sollte. Ich möchte nicht behaupten, dass Gert die „Bilder“ wichtiger waren als der Event selbst. Da wir aber eine neue Event- Form erfunden hatten, kam es ihm sehr darauf an, dass auch deren Abbildung adäquat war. So wurden folgende Fotografen zu einer Art „festem Team“ von Gert: Guido Karp, Ralph Larmann, Anja Pietsch, Jens Rötzsch, Sabine Wenzel, um nur die wichtigsten zu nennen.

Wenn man sich unsere beiden Bücher ansieht, die wir 2003 und 2006 herausgebracht haben, dann erkennt man sofort, dass Gert „seine Bilder“ quasi wie ein Maler entwarf. Er hat in den ersten zwei Jahren, also bis 2003 seinen Stil entwickelt und diesen fortan variiert.

Gert Hof und Asteris Kutulas in Israel

pma: Sie waren lange Zeit der Manager von Gert Hof – wie war die Person Gert Hof als Licht-Künstler?

Asteris Kutulas: Die wichtigste Charakterisierung von Gert Hof als „Licht-Künstler“ ist die, dass er ein visionärer KÜNSTLER war. Gert hat all seine Events als Gesamtkunstwerke inszeniert. Er verwendete u.a. das Medium Licht in all seinen Facetten, um jene Bilder zu produzieren, die er im Kopf hatte.

Wie unkonventionell er „Licht“ als Mittel einer Inszenierung benutzte, erkannte ich bei unseren ersten beiden gemeinsamen Events Ende 1999. Beim Mauthausen-Konzert im Holocaust-Memorial-Museum in Washington verwendete er kein technisches Licht, sondern hunderte Kerzen „für die Ermordeten“. Und einen Monat später beim Millennium-Event auf der Akropolis, wo es nur einen einzigen Großraum-Scheinwerfer gab, benutzte er neben blauen Neon-Röhren fast ausschließlich nur monochromes Pyro und Feuerwerk. Gert ging es immer um Lichtarchitektur in der Bauhaus-Tradition. Flake von Rammstein brachte diese spezifische Licht-Ästhetik von Gert Hof auf den Punkt: „Gert würde nie auf die dumme Idee kommen, eine Band gut auszuleuchten. Deshalb bin ich ein Fan von Gert Hof.“

Gert Hof und Asteris Kutulas in Apassionata

Der andere wichtige Punkt ist, dass Gert sich von Anfang an für technische Innovationen interessiert hat. Er wusste über jede Lampe, über jeden Scheinwerfer Bescheid, kannte jede Feuerwerksbombe, jeden Nebel- und Pyroeffekt und drängte seit 1999 auf die Weiterentwicklung der Show-Lasertechnologie. In den ersten zwei Jahren unserer Eventtätigkeit setzten wir keinen Laser ein, weil z.B. die langsame Bewegung eines Lasergitters da noch nicht möglich war. Was ich mit alldem sagen will: Gert entwickelte Ideen und verlangte die für deren Umsetzung nötige Hard- und Software, die es zu Beginn unserer Zusammenarbeit nicht gab.

Ich erinnere mich, wie wir 1999 mehrmals zu Bruno Baiardi nach Italien gefahren sind, um Baiardi darin zu unterstützen, aus den zwei Prototypen der 7-kW-Ireos von Space Cannon funktionierende, DMX-gesteuerte Movinglights mit effektiver Lichtausbeute (auch in problematischen Farbspektren) zu machen.

Oder wie Hansgeorg Kehse völlig entgeistert erwiderte: „Das kann ich nicht so machen, das hat noch nie ein Feuerwerker so gemacht!“ – nachdem ihn Gert aufgefordert hatte, die gesamte Akropolis mit monochromem Rot-Pyro zu umgeben und wie sehr Gert sich für monochromes Feuerwerk als sein „Markenzeichen“ engagierte.

All diese technischen und ästhetischen Innovationen waren notwendig, damit die künstlerischen Visionen von Gert umgesetzt werden konnten.

Gert Hof und Asteris Kutulas in Moscow

pma: Abschließend möchten wir gerne wissen, mit welchen Worten Sie selbst Gert Hof beschreiben würden.

Asteris Kutulas: Gert war eine ambivalente Persönlichkeit. Er hatte einiges im Leben durchgemacht, war als Jugendlicher von der Stasi für 18 Monate wegen sogenannter „staatsgefährdender Hetze“ inhaftiert worden. Das hatte Spuren hinterlassen. Er war ein durch und durch introvertierter genialischer Künstler, zugleich aber auch ein extrovertierter Mensch, mit dem wir sehr oft gelacht haben. Gert lebte in vielen Welten, in denen er sich wohlfühlte: die Welt der Musik, die Welt des Theaters, die Welt der Architektur und des Designs, die Welt der Malerei. Er kannte fast jedes Werk von Bach, Mozart, Richard Wagner, jeden Song der Beatles, von Nina Simone oder Nick Cave. In den Siebziger Jahren forschte er im Brecht-Zentrum und verfasste mehrere Publikationen über Brechts dramatisches und ästhetisches Werk. Er verschlang dutzende Architektur-Bücher. Er kannte sich sehr gut in der Malerei aus und ließ sich von ihr bei fast all seinen Events inspirieren. Er inszenierte in den 1980er und 1990er Jahren sowohl Klassiker als auch moderne Theaterautoren und entdeckte Bernard-Marie Koltès für das deutsche Theater.

Asteris Koutoulas, Acropolis

Gerts Welt passte absolut zu meiner Welt, da ich ja Germanistik und Philosophie studiert, viele Bücher und Texte publiziert, ein absoluter Theater-Freak war, zahlreiche Werke aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt, Events und CD’s produziert und vor allem durch Mikis Theodorakis die gesamte Welt der Musik in mich aufgenommen hatte – von Kammermusik über Ballett, Oper bis hin zu Sinfonien und Oratorien. Jeder von uns wusste, wovon der andere sprach. Wir waren also künstlerisch auf derselben Wellenlänge. Und mit Gerts beißendem Humor lernte ich schnell umzugehen – dieser Humor war der Kitt unserer Freundschaft, so dass sie nicht nur, wenn es besonders gut lief, sondern auch alle Zeiten der Auseinandersetzung und der unvermeidlichen Kontroverse hindurch bis zum Schluss bestehen blieb. Jeder hatte seinen eigenen Kopf, und so tauchten wir vor zehn Jahren, im Juni 2010, ein Stück in die Vulkanaschewolke auf Island ein, und so hätten wir uns auch in die Kälte am Nordpol gewagt – Gerts Pläne waren fertig, mein Netzwerk bereit.

Text & Interview: Lisa Schaft

Licht-Architekt Gert Hof Fotos: Ralph Larmann, Asteris Kutulas, Mihalis Patsouras, Jens Rötzsch, Sabine Wenzel

Leasing the Sky – Mega & Special Events – Directed by Gert Hof & Produced by Asteris Kutulas

 

Asteris Kutulas FACES: pma-Interview von Lisa Schaft

Eventproduzent & Konzept-Künstler Asteris Kutulas
„Ein Mann für das Polymediale“

[Er war für das visionäre Konzept des Doppel-Events LIGHTS OF HOPE in der griechischen Hafenmetropole Piräus verantwortlich, und er ist ehemaliger Produzent und Geschäftspartner der Licht-Legende Gert Hof. Asteris Kutulas ist ein facettenreicher Künstler und berichtet hier über seine Arbeit. pma Magazin]

pma: Herr Kutulas, Sie sind nicht nur Event- & Musikproduzent, sondern auch Übersetzer, Filmemacher und Autor. Können Sie uns etwas mehr über Ihren beruflichen Werdegang erzählen?

Asteris Kutulas: Meine Großeltern mütterlicherseits und auch mein Vater waren sogenannte „politische Emigranten“, die nach dem griechischen Bürgerkrieg 1949 zusammen mit etwa 60.000 anderen, vorwiegend linksgerichteten Partisanen und deren Angehörigen in den Ostblock flohen. Ich bin 1960 in einem griechischen Flüchtlingslager in der rumänischen Stadt Oradea geboren. Ich sagte dazu immer „das Schloss von Oradea“, denn wir waren dort Könige in königlichen Klamotten, wie der Roma-Junge Dan und ich feststellten, und Dracula war natürlich nicht weit. 1963 zog meine Familie nach Bukarest. Die für uns damals unerreichbare Heimat Griechenland bestand aus den Büchern und Schallplatten (die meisten von Mikis Theodorakis), die wir zugeschickt bekamen, aus dem täglichen Singen, den Artikeln, die mein Vater schrieb, den Diskussionsrunden, die ich zuhause immer wieder erlebte, dem Beisammensein in der griechischen Community. Ein Leben im Exil.

DDR

1968 mussten wir Rumänien unter abenteuerlichen Bedingungen verlassen und fanden in der DDR ein neues (Fremdenpass-)Zuhause. Ich besuchte in Dresden die berühmte Kreuzschule, für mich ein absoluter Glücksfall, und studierte bis 1984 Germanistik und Philosophie an der Uni in Leipzig. An der Kreuzschule die himmlischen Bachkantaten, die tagtäglich aus einiger Entfernung herüber in die Klassenzimmer drangen, wenn der Kreuzchor probte. An der Uni „eine Schule des Worts“, wie ich sie nicht besser hätte haben können, z.B. bei Professor Dr. Claus Träger, der bei seiner Abschiedsvorlesung sagte: „Ich hoffe, dass ich Ihnen zumindest eines habe vermitteln können: richtig zu lesen.“ Bereits 1981 begann ich, Nachdichtungen und Übersetzungen aus dem Griechischen ins Deutsche sowie eigene Texte zu veröffentlichen. Seit 1983 arbeite ich dabei und bei vielen anderen Projekten mit meiner Frau Ina zusammen. Als wir uns kennenlernten, war sie eine junge Poetin, die Gedichte schrieb und Collagen machte. Als sie kurze Zeit später an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studierte, kam es zu etlichen Begegnungen und Kooperationen mit Malern, Grafikern, Fotografen, Textil- und Schriftgestaltern.

Zwischen 1987 und 1991 publizierte ich zwei Literatur-Zeitschriften, bei denen ich mit sehr vielen (zunächst vor allem DDR-)Künstlern kooperierte. Und bis heute habe ich etwa 40 Bücher herausgegeben, viele davon bei den renommiertesten deutschen Verlagen (z.B. Reclam, Suhrkamp, Kiepenheuer, Insel, Hanser, Wallstein etc.) In die Zeit Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre fiel außerdem meine erste Beschäftigung mit dem Theater.

Von 1982 bis 1984 arbeitete ich an zwei Dokumentarfilmen mit – inzwischen habe ich bei dutzenden von Filmprojekten als Autor, Regisseur oder Produzent mitgewirkt.

Theodorakis, Thomas Anders & Apassionata

1981 lernte ich den griechischen Komponisten Mikis Theodorakis persönlich kennen, mit dem ich hunderte Produktionen (Sinfonik, Ballett, Film, Oper etc.) auf der ganzen Welt realisierte und mit dem ich bis heute sehr eng befreundet bin. Theodorakis wurde in vielerlei Hinsicht zu meinem wichtigsten „Lehrer“.

In den Neunzigerjahren war ich auch oft als Tourleiter und Produzent für verschiedene Bands und Solisten, z.B. Thomas Anders und Demis Roussos, europaweit unterwegs, und ich habe für den Griechischen Rundfunk eine CD-Reihe mit verschollenen sinfonischen Werken griechischer moderner Komponisten aus deren Archiven produziert.
Zwischen 2009 und 2019 war ich zunächst Executive Producer und ab 2013 Dramaturg und künstlerischer Berater bei Apassionata, der größten Family-Entertainment-Show in Deutschland. Meine Aufgabe bestand darin, sowohl die Qualität der Show als (dadurch) auch die Anzahl der Ticket-Verkäufe zu erhöhen. Parallel dazu realisierte ich meine Filme und Kunst-Projekte und entwickelte meine eigenen künstlerischen Visionen und Konzepte.

Asteris Kutulas Interview Event Show PolymedialAsteris Kutulas

pma: Sie haben als Manager und Produzent des Regisseurs und Licht-Architekten Gert Hof gearbeitet – beispielsweise haben Sie dadurch zur Jahrtausendwende die Millenium-Events an der Siegessäule in Berlin und auf der Akropolis in Athen produziert. Erzählen Sie uns doch noch etwas mehr über die Zusammenarbeit mit Gert Hof.

Asteris Kutulas: Gert begegnete ich 1998. Anlass war ein Konzert in Berlin mit Maria Farantouri und Rainer Kirchmann (von der Gruppe PANKOW), das ich zusammen mit Klaus Salge für unseren ARTE-Film „Sonne und Zeit“ inszenierte. Rainer hatte Gert als Lichtdesigner vorgeschlagen – und so lernten wir uns kennen. Wir haben uns sofort gemocht – trotz vieler Meinungsverschiedenheiten –, und wir bildeten eine „Künstler-Gemeinschaft“, bei der Gert Hof zumeist für die Kunst und ich zumeist für die Produktion verantwortlich war. Allerdings so, wie Gert sich auch um die Produktion scherte, scherte ich mich natürlich immerzu auch um die Kunst. Ich verstand – als Künstler – die Visionen von Gert, die Ausmaße seiner Musik-Kompetenz, konnte aber zugleich auch sein außerordentliches Interesse am Bauhaus, an Caravaggio und am Schweißtuch der Veronika nachvollziehen.

Events, weltweit

Ich entwickelte für uns eine spezifische „artifizielle Umsetzungs-Ästhetik“, eine ganz eigene Vertriebs-Philosophie. Was ich damit meine: Wir traten nicht als ein Unternehmen, nicht als eine „Event-Firma“ auf, sondern als eine eigenständige „Band“, die ihre eigene „Musik“ spielt. Das war damals unikal und führte dazu, dass wir bei keinem der von uns realisierten 40 Mega- und Special-Events zwischen 1999 und 2010 an einem Pitch teilnahmen. Denn wir vermarkteten uns nicht als eine Event- oder Lichtmachfirma, sondern als die, die wir waren: eine Künstler-Unit mit dem Namen Gert Hof. So schaffte ich über mein Netzwerk im Jahr 2000 für uns den internationalen Durchbruch mit den Millennium-Events auf der Akropolis in Athen und an der Siegessäule in Berlin. Es folgten im gleichen Jahr die Eröffnung von Ferropolis bei der EXPO 2000, die 1000-Jahr-Feier Ungarns vor dem Parlament in Budapest und die Millennium-Show in Peking für die chinesische Regierung mit der Live-Übertragung für hunderte von Millionen von TV-Zuschauern. Bis 2010 führten wir Dutzende weitere Events und Shows in über 20 Ländern durch. Als Gert im Januar 2012 nach einer schweren Krebserkrankung starb, verließ auch ich für fast zehn Jahre die Event-Branche.

Gert Hof & Art in Heaven

Ausgangspunkt unserer Erfolgsstory war, dass wir 1999 eine neue Eventform erfanden: die Outdoor-Lichtshow. Das Konzept war innovativ, revolutionär und emotional zugleich. Wir nannten das auch „Licht-Architektur am Himmel“, und damit konnte man hunderttausende Menschen live entertainen. Bevor im Dezember 1999 die ersten 250 Space Cannon 7kW- und 3kW-Xenon-Scheinwerfer von Bruno Baiardi in Italien produziert und für unser erstes Mega-Event nach Berlin geliefert wurden, gab es noch nicht mal die Hardware, um ein solches Konzept überhaupt umsetzen zu können.

Gert entwickelte zudem eine Licht-Ästhetik, die – tausendfach kopiert – inzwischen in jede Fernseh-Show Einzug gehalten hat und längst allgegenwärtig ist. Ich nannte diese Licht-Ästhetik im Jahr 1999: „unsere kopernikanische Wende“, denn es interessierte uns nicht länger, wohin das Licht fiel, um etwas zu beleuchten, sondern uns interessierte, dass man den Lichtstrahl an sich sah, um damit Lichtarchitektur gestalten zu können. Gert hatte erste diesbezügliche Experimente in seinen Theaterarbeiten Anfang der Neunzigerjahre und dann vor allem bei seinen Lichtdesigns für Rammstein gemacht (vor allem beim Wuhlheide-Konzert 1998). Umsetzen konnten wir unsere Vision von „Art in Heaven“ Ende 1999 aber nur durch die Unterstützung des Unternehmers Achim Perleberg und mit Hilfe von Morten Carlsson, dem damaligen Geschäftsführer von Procon.

Asteris Kutulas Liquid Staging InterviewAsteris Kutulas Interview mit dem pma Magazin

pma: 2014 haben Sie mit der Produktion Ihres eigenen Filmprojekts „Dance Fight Love Die – Unterwegs mit Mikis“ begonnen. Wie war es für Sie, dieses Projekt parallel zu Ihren anderen Tätigkeiten zu beginnen und immer weiter voranzubringen, bis der Film schließlich in Hof Premiere hatte?

Asteris Kutulas: 2014 hatte ich die Produktion meines Ballett-Films „Recycling Medea“ beendet, der übrigens in einer überarbeiteten Form ab Sommer 2021 – so Corona es erlaubt – in die deutschen Arthouse-Kinos kommt.

Dance Fight Love Die

Ende 2014 „entdeckte“ meine Frau Ina das 600-Stunden-Filmmaterial, das ich während meiner 30jährigen Zusammenarbeit mit Theodorakis mit nicht-professionellen Kameras aufgezeichnet hatte. Das war ein schlechtes, aber authentisches und spannendes Vintage-Material aus unserer „Rock’n’Roll-Zeit“ mit Mikis aus ganz Europa, Chile, Israel, der Türkei, Australien, den USA, Südafrika etc. Ina überzeugte mich, daraus einen „anderen Film“ zu machen, und so wurde „Dance Fight Love Die“ ein Roadmovie, bestehend aus 60 Stories auf 60 Musiken. Neun Monate brauchte Ina für das Logging, also die Sichtung des Materials, und für den ganzen Film, den wir selbst produzierten, benötigten wir insgesamt vier Jahre, bis er 2018 fertiggestellt war. 

Gleichzeitig arbeitete ich als Produzent am Album „Echowand“ mit Johanna Krumin und natürlich als Dramaturg und künstlerischer Berater an den Apassionata-Shows „Im Bann des Spiegels“, „Cinema of Dreams“ und „Der Traum“ bzw. „Der magische Traum“.

Hellas Filmbox Berlin

Unser umfangreichstes Projekt zwischen 2015 und 2018 war jedoch die Gründung und Vermarktung von Hellas Filmbox Berlin, des weltweit größten griechischen Filmfestivals. Das war unsere – sehr erfolgreiche und wirkungsvolle – im Wesen zärtliche, konstruktive und künstlerisch-aktivistische Antwort auf das massive, von 2010 bis 2015 in Deutschland vorherrschende Griechenland-Bashing.
All diese parallelen Arbeits-Universen befruchten sich in meinem Kopf gegenseitig, und sie sind für mich als Konzept-Künstler die Voraussetzung für mein kreatives Schaffen. Auch jetzt zum Beispiel arbeite ich parallel an zehn unterschiedlichen Projekten.

pma: Letztes Jahr waren Sie federführend beim Licht-Projekt „LIGHTS OF HOPE“ in der griechischen Hafenmetropole Piräus (wir berichteten in der pma 06/20). Dieses visionäre Event fand in der Corona-Zeit statt – wie haben Sie die Vorbereitungen dafür getroffen, wie hat die gesamte Planung und Durchführung funktioniert, wenn man doch nicht in größeren Menschenmengen zusammen an einem Ort sein durfte?

Asteris Kutulas: Die Mannschaft von Olympiakos Piräus hatte 2019/20 zum 45. Mal die griechische Meisterschaft gewonnen und wollte das gebührend feiern. Ich wurde gefragt, wie man so etwas in einem leeren Stadion und vor allem ohne dort anwesende Fans realisieren kann und ob ich ein Konzept dafür entwickeln könnte. Diese Situation hatte es ja nie zuvor gegeben. Drei Wochen später sollte das Event schon stattfinden. Ich flog nach Athen, schaute mir die Locations an und entwickelte das Konzept für ein Doppel-Event innerhalb weniger Tage. Das alles unter Pandemie-Bedingungen und sehr strikten Auflagen.

Lights of Hope (Olympiacos FC)

Das definitive Go erhielt ich genau zwei Wochen vor der Show. Ich fertigte eine detaillierte Liquid-Staging-Partitur für das Stadion-Event, und dann ging die Arbeit los, zwei Wochen lang bis zum Anschlag: Ross Ashton produzierte in seinem Londoner Studio die Projektionen, Achilleas Gatsopoulos entwarf in Berlin die Laser-Motion-Designs, Pavlos Nanos programmierte in Athen das Stadion-Pyro/Feuerwerk, Daniel Brune besorgte in Hürth die Laserprogrammierung, Georg Tellos designte seine phantastische Lichtshow und Marios Joannou Elia produzierte seine Musik auf Zypern. Ich saß in Athen im Stadion, sprach mit allen, koordinierte, probte den Live-Act mit DJ Antonis Dimitriadis und dem Kinderchor, arbeitete mit Alexandros Karozas an der Musikdramaturgie – und schuf ein Gesamtkunstwerk, dem ich den Namen „Lights of Hope“ gab.

Das Ganze geschah wie im Rausch. Ich habe viele sehr, sehr große Events in meinem Leben produziert, aber in so kurzer Zeit ein solches Werk zu schaffen, das war selbst für mich eine Premiere. Dazu kamen die Masken-Pflicht, die allgemein herrschende Angst vor einer Infektion, die strengen Auflagen durch die Behörden. Aber ich wurde getrieben vom Gefühl, mit diesem Event eine Art „Widerstand“ zu leisten und der Mannschaft, den Fans, dem Publikum eine sehr emotionale und „menschliche“ Show zu offerieren, die Mut machen und Zuversicht geben sollte.

Asteris Kutulas Liquid Staging InterviewAsteris Kutulas Interview

pma: Was macht Asteris Kutulas, wenn er nicht gerade für ein Projekt unterwegs ist und ein wenig Freizeit hat? Wie schaffen Sie sich einen Ausgleich zu Ihren beruflichen Tätigkeiten?

Asteris Kutulas: Mein Glück besteht darin, dass ich mit Ina nicht nur meine große Liebe gefunden habe, sondern auch eine Partnerin, mit der ich mich in künstlerischen und anderen Lebens-Dingen perfekt ergänze. Unter anderem darin, dass wir seit Jahrzehnten keinen einzigen „normalen Urlaub“ zusammen verbracht haben, einfach weil wir beide nicht so gestrickt sind. Wir lieben es, immerzu schöpferisch tätig zu sein. Jetzt gerade arbeiten wir beispielsweise an fünf sehr innovativen Showprojekten, darunter sind erstens ein – wie ich es nenne – „Meta-Musical“ namens „Marlene“, zweitens eine neuartige, exklusive Pferde-Show mit einer vollkommen neuen Philosophie und drittens eine Family-Entertainment-Show, der wir den Namen „Spheros“ gegeben haben. Bei all diesen Konzepten versuchen wir, die Storyline, die Musik und die neuesten technologischen Errungenschaften aus der Film- und der Event- Branche (folgend auch den Prinzipien meiner Liquid-Staging-Ästhetik) so zu vereinen, dass wir tatsächlich von neuen Show-Formaten für das 21. Jahrhundert sprechen können.

All diese Ideen und Konzepte mit Freunden und Partnern zu diskutieren, gehört mit zu meinen Freizeit-Lieblingsbeschäftigungen, z.B. während meiner regelmäßigen Spaziergänge mit unserem 31jährigen Sohn Alexander, der sehr erfolgreich als Tech Recruiter tätig ist, oder während des sonntäglichen Abhängens mit meinem Freund Jörg in unserem Stamm-Café „Heide’s“ in Prenzlauer Berg.

pma: Zum Abschluss würden wir gern von Ihnen wissen, wie Sie die Event- und Veranstaltungsbranche in diesen Zeiten sehen? Durch die Pandemie ist der Bereich Kunst und Kultur besonders stark getroffen – wie, denken Sie, wird sich das auf die Zukunft dieser Branche auswirken?

Asteris Kutulas: Viel mehr als die Pandemie werden die „Weltanschauung“, der „Geschmack“ und die neuen Lebensgewohnheiten der Generationen Z und Alpha die Kultur-Branche innerhalb der nächsten Jahre beeinflussen und radikal verändern. Möglicherweise ist die Pandemie nur ein Zeitraffer-Schmelztiegel für eine Neuordnung und Neuausrichtung dessen, was wir bislang unter „Kultur“ und „Entertainment“ verstanden haben. Auch ohne Corona wäre diese Entwicklung eingetreten, hätte aber vielleicht – vor allem in Deutschland – länger gebraucht, um sich zu vollziehen. Gaming, digitale Technologien, Porno-Entertainment, e-Sports, vertikale Ästhetik, Selbstdarstellung bzw. Selbstinszenierung in den sozialen Medien sowie interaktive und hybride Veranstaltungsformen werden die Lebensweise und das kulturelle Umfeld der Zukunft fortan maßgeblich mitbestimmen. Für diesen neuen – und im Vergleich zum gegenwärtigen – andersgearteten „Content“ braucht es in der Entertainment-Industrie neue Veranstaltungs- und Präsentationsformen.

Die Zukunft der Entertainment-Branche 

Denn verglichen mit der traditionellen Avantgarde, die bislang die revolutionären Brüche und die neuen Trends in der Kunst- und Kulturwelt bestimmte und meistens sehr wenige, spezialisierte Ansprechpartner hatte, wendet sich die heutige „Avantgarde“ unmittelbar und ohne zeitliche Verzögerung an ein (potentielles) Millionenpublikum. Das ist etwas ganz anderes! Unsere Branche hat es jedoch – als einzige würde ich sagen – versäumt, in „Zukunfts-Technologien“ bzw. in innovative Konzepte „out of the box“ zu investieren. Genauso wie vor zwanzig Jahren die Major-Plattenfirmen die digitale Revolution verpassten und einen Großteil des Vertriebsmarktes, ihres Contents und ihrer Einnahmequellen an Spotify, Google Play, iTunes, Amazon, also an „betriebsfremde“ Startups und Konzerne verloren haben, wird es auch die großen Produzenten und Veranstalter der Entertainment-Branche treffen. Wer von ihnen investiert denn in Innovations-Forschung für die Event-Industrie? Keiner. Die längst anstehenden Transformationen werden Quereinsteiger oder Unternehmen wie Tesla & Co. (zusammen mit diversen Künstlern) vorantreiben und sich so riesige Marktanteile am immer größer werdenden und sich ständig verändernden Entertainment-Markt sichern.

Live und/oder Virtuell

Das Live-Erlebnis ist allerdings durch nichts zu ersetzen, darum wird auch die Live-Entertainmentbranche, wie sie sich seit den Siebzigerjahren herausgebildet hat, als Gegengewicht zum „virtuellen Leben“ weiterhin eine außerordentlich große Rolle spielen, aber sich sowohl quantitativ als auch „qualitativ“ verändern und teilweise Platz machen müssen für neue hybride Veranstaltungs-Formen.
Eins ist sicher: Spannender und herausfordernder als heute war es – auch unabhängig von Corona – noch nie in unserer Branche. Was ich also seit einiger Zeit tue, ist, meine dreifache Erfahrung als Künstler, als Produzent und als Kreativdirektor zu bündeln und Konzepte zu entwickeln, die – unter diesen vollkommen neuen Bedingungen und mit den technologischen Möglichkeiten, die uns das 21. Jahrhundert bietet – die Basis für innovative Shows und Events sind, die das Herz des Publikums berühren. Das ist extrem kreativ. Das ist genau das, was ich machen will.

Text & Interview: Lisa Schaft (für pma Magazin)
Fotos: Guido Karp, Ralph Larmann, Gottfried Bräunling, DomQuichotte, Sabine Wenzel, Stefanos Kyriakopoulos, Asti Music – Asteris Kutulas

Mauthausen Trilogy & the Holocaust Millennium Nightmare

In Memoriam of Liberation

For me and Alexandros Karozas the „Songs of Humanity“ Tour production from January/February 2020 closes a circle. 

Mikis Theodorakis Mauthausen Holocaust Cycle

We had already recorded the concert on the occasion of the 50th anniversary of the liberation of the Mauthausen concentration camp in 1995, exactly 25 years ago, to produce a CD. 

Mikis Theodorakis Mauthausen Trilogy Holocaust

Initially we understood this recording as a historical document. But the experience of the liberation celebration in Mauthausen on May 7, 1995 and the impression that this place, the more than 20,000 former prisoners and their families, the speech by Simon Wiesenthal and the music by Mikis Theodorakis made on us, gave us the confidence that this history would continue to occupy us.
We very soon realized that the confrontation with the Holocaust would not let us go. But we didn’t know that neo-fascism would again raise its head in Europe and in Germany so quickly.

Mauthausen Trilogy

We therefore decided to publish a MAUTHAUSEN-TRILOGY first: With the support of Elinoar Moav (Tel Aviv), Julie Dennis (London) and Nadia Weinberg (New York), the Hebrew and English versions of the Mauthausen cantata were created. On this first CD release of 1998, they stand next to the Greek live version of Maria Farantouri, the first interpreter of this work with which she began her great career as a singer 55 years ago. At the same time, we held on to our idea of organizing live concerts of the „Mauthausen Cycle“. We did this in January 2020.

Simon Wiesenthal

gave me in 1995 the permission to print his speech and the sketches and collages he had made in Mauthausen concentration camp. In his speech, he uttered sentences that we thought back then, in 1995, were only representing the past. How wrong we were:

„… National Socialism, which wanted to dominate and enslave the world, was de facto a composition of hatred and technology. Hate is something terrible. Hatred preceded the millionfold Nazi crime. We must despise these crimes, not only because they have murdered our families, but because they have crushed human dignity …“
(from: Simon Wiesenthal, Speech in Mauthausen, 1995)

Simon Wiesenthal Mauthausen

Mikis Theodorakis

And it came so badly that Mikis Theodorakis, the composer of the four Mauthausen songs, in his response to a Holocaust denier in 2013, almost 20 years later, felt compelled to write:

„… The Holocaust – a millennium nightmare, the worst humanity has ever known, a nightmare that already makes you sick, if you only think about it, while in your imagination these victims – especially the children – to become angels, and in the end you only feel the inevitable urge to kneel before them, to ask their forgiveness forever and to say to them again and again: „I am ashamed to have been born a human.“ In Dachau and Auschwitz not only, the Jews were murdered. Humanity itself was murdered. And since then, we are all in a debt to those who have survived.“

We organized the „Mauthausen – Songs of Humanity“ Tour with Alexandros Karozas last year just before the outbreak of the Corona Pandemic. Maria Farantouri from Greece and Israeli tenor Assaf Kacholi were making their first European tour together. The songs and the lyrics I put together for this program in collaboration with the artists told of love and passion, of melancholy and gaiety, of courage and sorrow, of war, hate and the deepest peace. Songs full of strength and humanity.

Maria Farantouri and Assaf Kacholi also meant to shine a bright light into the hall of sombre memories, with the songs from Mikis Theodorakis‘ „Ballad of Mauthausen“. 75 years after the liberation of the concentration camps Auschwitz, Mauthausen, Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen and many others, we commemorated the suffering, but above all the lust for life and the dreams of the future of millions of people.

MARIA FARANTOURI & ASSAF KACHOLI
Mauthausen and other songs of Humanity
In Memoriam 75 YEARS OF LIBERATION

„On the occasion of the International Day of Remembrance of the Victims of the Holocaust“

With Henning Schmiedt (piano, arr.), Volker Schlott (sax., perc.)
and Jens Naumilkat (cello)
Recitations by Sandra von Ruffin, Iris Berben & Cem Özdemir
Artistic direction by Asteris Kutulas
Produced by Alexandros Karozas & Asteris Kutulas

It was a great musical and political event – an event that was unique, because it went to the heart and helped to remember not to forget. 

Alexandros and me received support from many friends & partners, especially from Jörg KrauseIna Kutulas and Sandra von Ruffin. Sandra also took over the recitation in 5 cities. We also thank Iris Berben for her cooperation in Düsseldorf and Cem Özdemir in Berlin. We were supported by the Jewish & Greek communities and by many artists, including Konstantin Wecker and Vicky Leandros and so many others. We thank them from the bottom of our hearts.

Asteris Kutulas, 27.1.2021

Lights of Hope – The Olympiacos Stadium Celebration 2020

LIGHTS OF HOPE
From Olympiacos FC to the World
Piraeus | Greece | July 19th, 2020

Olympiacos FC Celebration 2020. With this video clip I would like to thank from the bottom of my heart the team and the fans of Olympiacos for their enthusiasm and amazing support when last July I was assigned to create and to direct the celebration for winning the 2020 championship entitled „Lights of Hope“. For me as an artist this production was something very special although difficult given the conditions of a threatening pandemic. I would like to thank everyone who participated and helped create such a fantastic work of art in such a short time, especially Ross Ashton, Georg Tellos, Daniel Brune, Achilleas Gatsopoulos, Pavlos Nanos and of course Penny Lagka and Antonis Dimitriadis. Enjoy!

Asteris Kutulas, Berlin

Με αυτό το βίντεο κλιπ θα ήθελα να ευχαριστήσω από τα βάθη της καρδιάς μου την ομάδα και τους οπαδούς του Ολυμπιακού για τον ενθουσιασμό και τη εκπληκτική υποστήριξή τους όταν τον περασμένο Ιούλιο μου ανατέθηκε να σχεδιάσω τη γιορτή για την κατάκτηση του πρωταθλήματος του 2020 με τίτλο „Lights of Hope“. Για μένα ως καλλιτέχνη αυτή η παραγωγή ήταν κάτι το πολύ ξεχωριστό αν και δύσκολο δεδομένων των συνθηκών μιας απειλητικής πανδημίας. Θα ήθελα να ευχαριστήσω όλες και όλους που μετείχαν και βοήθησαν στη δημιουργία ενός τέτοιου φανταστικού έργου τέχνης σε πολύ σύντομο χρονικό διάστημα.

Αστέρης Κούτουλας, Βερολίνο

Olympiacos FC Fiesta 2020

LIGHTS OF HOPE
From Olympiacos FC to the World
Karaiskaki Stadium | Piraeus | Greece | July 19th, 2020

A Liquid Staging Show
Created & Directed by
Asteris Kutulas
Music by
Marios Joannou Elia

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Projection Art: Ross Ashton
Laser Motion Design: Achilleas Gatsopoulos
Light Design: George Tellos
Laser Design: Daniel Brune
Pyro Design: Pavlos Nanos

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Musical Director: DJ Antonis Dimitriadis
Choir of Municipal Conservatory of Piraeus
Solist: Alexandra Dermati | Chormaster: Maria Spanou

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Technical Director: Aris Koudouris
Music Production: Nick Elia
Laser Programming: Merlin Schaadt
Light Programming & Operator: Makis Anastasakis
Projection Technicians: Bernd Gröger & Robert Foerster
Lighting Coordinator: Irene Samartzi

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Pyro & Fireworks: Nanos Fireworks Greece
Laser Equipment: laserfabrik GmbH
Local Production, Light & Sound Equipment: Tempo Events
Logistics: Oliver Schulze & Uwe Foerster

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Many thanks to Olympiacos FC & NOVA TV

Special thanks to Penny Langka, Alexandros Karozas, Kostas Karapapas, George Mandalos, Dimitris Tsingos, Athina Gkizi, Ina Kutulas, Ralph Larmann, Nana Trandou, MEGA TV, Dimitris Koutoulas and to many others

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Cameras: Ralph Larmann, NOVA TV, Asteris Kutulas
Editors: Asteris Kutulas, Nikos Arapoglou, Allexandros Alevras

Directed by Asteris Kutulas

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Video by Asti Music, 2020

Olympiacos Championship Celebrations July 2020

„A spectacle full of art and emotions“ | Olympiacos FC Press Conference Release

Olympiacos Championship Celebrations 2020. Olympiacos presented the celebrations for winning the 45th league title in his history, on July 16th 2020 in an online press conference, three days before the celebration.

The Sport Director of Olympiacos, Christian Karembeu, revealed the title of the festive event and talked about the solution found through technology for the team to celebrate winning the title with its fans.

“We are really happy because today we have the unique opportunity to talk about an important celebration. Our party this year is entitled ‘The lights of hope’. We have the pleasure to celebrate the 45th championship in the history of our club. Like any team in the world, we would like to celebrate the conquest with our fans. Because of the pandemic, we had to find a solution. I would very much like to talk about the great season we had, about our great victories, about our winning streaks and, of course, about the fact that we have the opportunity to add another title to the history of Olympiacos. I want to add at this moment the initiatives of Mr. Evangelos Marinakis, both in Greece and abroad, because he was always present where there was a need. The show you will watch will be unique, it will be great, it will be full of art and emotions, because football is all about emotions. Therefore, stay safe.”

OLYMPIACOS CHAMPIONSHIP CELEBRATION JULY 2020
Photo © by Ralph Larmann

The internationally renowned artist, Asteris Kutulas, gave details about what will be presented on Sunday night at Georgios Karaiskakis Stadium.

Statement by creative director Asteris Kutulas

“I thank Olympiacos and Christian very much for his words, for inviting me to contribute to the celebration. I’m a Greek living abroad, I live in Berlin and my occupation is show creation. I was invited by Olympiacos to find a solution for how we’ll celebrate the conquest of the 45th championship in an empty stadium under corona circumstances. I developed an emotional concept, that the people of Olympiacos liked and that in the end will take place. We’ll bring the fans of Olympiacos, who will be outside the stadium, inside it, but without actually entering! This will be made in a way that they can celebrate with the players at the time of the award ceremony. This will be the emotional peak of the celebration we are preparing. Earlier, there will be a huge multimedia show that will consist of video and laser projections, lights, pyrotechnics and fireworks. We’ll have a children’s choir and Antonis Dimitriadis, who is the musical director of the whole event. Music always plays a big role in these multimedia shows. It’s the cornerstone of the project. It will combine international pieces with a wonderful composition by Marios Ioannou Elia. Upon it will be built all the whole stadium show.

OLYMPIACOS CHAMPIONSHIP CELEBRATION JULY 2020
Photo © by Ralph Larmann

We want to send a message of optimism and hope, from Olympiacos to the world, from Piraeus to the world, from Olympiacos and Piraeus to Greece. We combine the event of the stadium with a multimedia show in Pasalimani, which will also be televised. It will connect music with images made of architectural lasers and lots of fireworks and sparklers. We want Pasalimani to become red and blue. This will be accompanied with the music of the two emblematic composers, Mikis Theodorakis and Manos Hadjidakis, from two emblematic films, “The Children of Piraeus” and “Zorba”. The music has been exceptionally remixed by Antonis Dimitriadis and Alexandros Karozas and will give us the basis for amazing images that will be broadcasted all around the world. Moreover, “The Children of Piraeus” were also filmed on the clock of Piraeus and this way we can remember the 100 years of Melina Mercouri. I’m a child of East Germany and I was very happy when the Berlin Wall fell. Here symbolically we do something similar. Through Art and Technology, we tear down the wall of pandemic and bring the fans close to the players in the field.

OLYMPIACOS CHAMPIONSHIP CELEBRATION JULY 2020
Photo © by Ralph Larmann

It is a very special challenge for me. For all of us artists across Europe, it’s a time of crisis, a time of forced contemplation because everything has been cancelled. Under these circumstances, to give such a sign of hope and optimism is something very special. What we are doing here is the first such event to take place across Europe. When I had the first brainstorm sessions on this project, I met Mr. Marinakis and saw on his arm a tattoo that read “dream”, “love”, “create”, “fight”, “win”, words that are a slogan in football, sports, art and life. They apply everywhere and are humanitarian values. I identified with it and I got inspiration to get to this point, because both football and art unite people. Let’s do something for the people of Piraeus, for the Greeks and for the whole world”.  – Asteris Kutulas

 

 

Lights of Hope – Interview der Zeitschrift pma mit Asteris Kutulas

Olympiacos FC Event 2020  by Asteris Kutulas
Titel-Story „Lights of Hope“ in der pma-Zeitschrift (06/2020), Photos von © Ralph Larmann

Olympiacos FC – Lights of Hope Event 2020
by Asteris Kutulas (Interview mit Lisa Schaft)

Olympiacos FC Championship Celebration

pma: Herr Kutulas, können Sie uns Ihre Showdesign-Grundidee etwas näher erläutern, die Sie entwickelt haben für den Stadion- und den Hafen-Event anlässlich der Siegesfeierlichkeiten der 45. Griechischen Fußball-Meisterschaft in Athen?

Asteris Kutulas: Ich wollte in dieser außerordentlichen Zeit von Covid-19 etwas sehr Emotionales kreieren und die Olympiakos-Mannschaft, ihre Fans und das TV-Publikum wenigstens symbolisch zusammenbringen und sie auf diese Weise gemeinsam feiern lassen. Um das zu erreichen, habe ich beim Stadion-Event einen Live-Act mit Projektions-Kunst, mit Licht-Design, mit Musik und mit Laser-Kunst zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen.

In Piräus inszenierte ich den Pasalimani-Hafen „amphitheatralisch“, indem ich diese wunderbare Landschaft und die Architektur des Hafens durch 5 symmetrisch angelegte Punkte, die mit Pyro, Feuerwerk und Laser bestückt waren, tatsächlich zum Leuchten gebracht habe.

Ergebnis waren der Stadion-Event und der Hafen-Event am selben Abend. Die polymediale Show im Stadion ergab ein tolles Gesamtbild und zugleich spannende Detailperspektiven. So konnten die Kameraaufnahmen vom Event für das Fernsehen wie ein Videoclip geschnitten und wie ein solcher gezeigt werden. Immerhin haben wir ja in einem Stadion mit pandemiebedingt leeren Sitzreihen für Millionen von Fernsehzuschauern emotionale Botschaften der Freude und der Hoffnung produziert. Auch der Hafen-Event war für das Fernsehen konzipiert, aber durch die Größe des Hafens konnten viele Menschen diese Augenblicke auch live – zusammen mit der Olympiakos-Mannschaft – erleben.

Olympiacos FC Fiesta 2020
Titel-Story „Lights of Hope“ in der pma-Zeitschrift (06/2020), Photos von © Ralph Larmann
pma: Über welchen Zeitraum reden wir, wenn wir von der Entwicklung der Ursprungsidee und dem Beginn der organisatorischen Vorbereitungen bis hin zur endgültigen Umsetzung dieser fantastischen Show sprechen?

Asteris Kutulas: Es gab gar keinen „Zeitraum“. Ich bekam am 25.6. eine Einladung, am übernächsten Tag nach Athen zu fliegen, mich mit den Verantwortlichen von Olympiakos zu treffen und innerhalb kürzester Zeit ein Konzept vorzulegen, weil der Event drei Wochen später stattfinden sollte. Ich flog nach Athen, entwickelte innerhalb von zwei Tagen das Konzept für einen Doppel-Event im Stadion und im Hafen und erarbeitete dann mit meinem Team und dem Team von Olympiakos die Kalkulation. Die positive Entscheidung fiel am 6.7., also 13 Tage von dem Event. Es war eine – im wahrsten Sinne des Wortes – Wahnsinns-Herausforderung und eine unglaubliche Leistung des gesamten Teams, in der Kürze der Zeit parallel zwei Events einer solchen Größenordnung zu stemmen. Mir kam sowohl meine frühere Produzententätigkeit bei den mehr als 40 Gert-Hof-Events zwischen 1999 und 2010 zugute als auch der Umstand, dass ich mich in den letzten drei Jahren intensiv mit Show-Ästhetik, Bühnen-Design und Konzept-Kunst beschäftigt habe. Ich hatte also fertige Ideen im Kopf, die „nur noch“ auf die Umsetzung warteten.

Olympiacos FC Event by Asteris Kutulas (Olympiacos FC Championship Celebration)
Live-Act des Events: Kinderchor Piräus & DJ Antonis Dimitriadis, Photo von © Dionissis Koutsis
pma: Es steckt viel Arbeit in einem Design für so eine spektakuläre Show wie diese. Wie viele Menschen bzw. Teams waren daran beteiligt? Wer hat an der Erarbeitung des Designs und an der Umsetzung mitgewirkt?

Asteris Kutulas: Ich konnte mich bei diesem Doppel-Event auf phantastische Kollegen stützen, die innerhalb kürzester Zeit wahrlich „gezaubert“ haben. Ich meine den Projektions-Künstler Ross Ashton aus London, den Lichtdesigner George Tellos und den Feuerwerksdesigner Pavlos Nanos aus Athen, den Grafiker Achilleas Gatsopoulos aus Berlin und den Laserdesigner Daniel Brune aus Hürth. Und natürlich die beiden Komponisten Marios Joannou Elia aus Zypern und Alexandros Karozas aus Frankfurt, aber auch DJ Antonis Dimitriadis aus Athen. Für mich ist die Musik immer die „Mutter“ einer jeden Show, weil sie unmittelbar die Emotionen der Zuschauer anspricht und die Dramaturgie für den gesamten Event bestimmt.

Olympiacos Fiesta 2020  by Asteris Kutulas
Titel-Story „Lights of Hope“ in der pma-Zeitschrift (06/2020), Event-Photos von © Ralph Larmann, Asteris Kutulas Photo von © Guido Karp
pma: Bei jedem Showdesign ist das künstlerische Anliegen von Bedeutung. Was möchten Sie mit dem Showdesign dieses Events bewirken? Welche emotionale Dimension ist Ihnen wichtig?

Asteris Kutulas: Ich habe diesem Doppel-Event den Titel LIGHTS OF HOPE gegeben. Was den Pasalimani-Hafen in Piräus anbelangt, so ist damit erstmals nach der Covid-19-Anfangswelle 2020 ein Public/TV-Event in einer solchen Größenordnung realisiert worden. Ich wollte mit LIGHTS OF HOPE ein Zeichen der Zuversicht von Piräus in die Welt aussenden. Sowohl der Sport als auch die Kunst bringt Menschen zusammen, also habe ich diese beiden Welten „zusammengebracht“, um genau das zu vermitteln: Haltet zusammen! Kämpft! Liebt! Verliert nicht die Hoffnung!

pma: Gab es Hindernisse, die bei der Organisation und Planung (sowohl des Stadion- als auch des Hafen-Events) berücksichtigt werden mussten bzw. mit denen man rechnen musste? Wenn ja – wie konnten diese Schwierigkeiten bewältigt werden?

Asteris Kutulas: Die Situation der Covid-19-Pandemie schwebte ständig über der gesamten Organisation – wie ein Damoklesschwert –, was sehr viele dadurch bedingte Einschränkungen zur Folge hatte. Aber das größte Problem stellte die Kürze der Zeit, die weder für den Stadion- noch für den Hafen-Event eine Generalprobe zuließ. Das nur als ein Beispiel von mehreren. Wir mussten quasi „blind fliegen und landen“. Aber wir haben es geschafft. Das Olympiakos-Organisationsteam war großartig; ich habe die letzten sieben Nächte vor dem Event fast gar nicht geschlafen, Ross Ashton schickte die letzten Einzelbildsequenzen für die Projektion am Tag der Show, Daniel Brune erfuhr seine finalen Standorte 24 Stunden vor dem Event und war dadurch gezwungen, sein Laser-Design völlig neu zu justieren und zum Teil neu zu programmieren, Oliver Schulze musste im Stundentakt den Projektions-Content neu einspielen und testen lassen, George Tellos stellte 40 Stunden vor Show-Beginn fest, dass falsche Lampen geliefert worden waren, und der ziemlich komplizierte Aufbau am Hafen wurde erst am vorletzten Tag genehmigt. Das alles klingt doch nach einer recht sportlichen Leistung – oder?

Das Interview führte Lisa Schaft (pma)
Olympiacos FC - Lights of Hope Event 2020  by Asteris Kutulas
Titel-Story „Lights of Hope“ in der pma-Zeitschrift (06/2020), Photos von © Ralph Larmann

CREDITS | Lights of Hope
From Olympiacos FC & Piraeus to the World

Olympiacos FC Championship Celebration

Created & directed by Asteris Kutulas
Music Marios Joannou Elia, Alexandros Karozas & DJ Antonis Dimitriadis

Piraeus Children Choir conducted by 
Projection Art Ross Ashton
Laser Motion Design Achilleas Gatsopoulos
Light Design George Tellos
Laser Design Daniel Brune
Pyro & Fireworks Design Pavlos Nanos
Musical Directors DJ Antonis Dimitriadis & Alexandros Karozas
—————————–
Technical Director Aris Koudouris | Music Production Nick Elia & Alexandros Karozas | Light Programming & Operator Makis Anastasakis | Lighting Coordinator Irene Samartzi | Laser Programming | Bas Verstraelen & Merlin Schaadt | Media Technician Bernd Gröger | Projection Technician Robert Foerster | Technical Director Light & Video Equipment Oliver Schulze | Logistics Uwe Förster
—————————–
Pyro & Fireworks Nanos Fireworks Greece | Laser Equipment laserfabrik GmbH | Projection & Light Equipment OS-VT Veranstaltungstechnik | Light & Sound Equipment Tempo Events

Olympiacos FC Championship Celebration 2020

Olympiacos FC - Lights of Hope
Rehearsing the laser show at the Pasalimani Harbor, Piraeus
Olympiacos Event 2020  by Asteris Kutulas
„Lights of Hope“ Event, Pasalimani Harbor Piraeus, Photos by © Ralph Larmann

Olympiacos FC - Lights of Hope Event 2020  by Asteris Kutulas
Olympiacos FC Championship Celebration Piraeus – Photo © by Ralph Larmann

Lights of Hope – From Olympiacos to the World

Olympiacos FC Lights of Hope Event 2020  | Braving Covid-19 with a polymedial Olympiacos FC championship celebration | 19.7.2020 | Piraeus, Greece 
Olympiacos FC Fiesta 2020. It was a big honor to create and to direct the double event „From Olympiacos and from Piraeus to the World“ on the occasion of winning the 45th championship of the Greek Superleague 2020 by Olympiacos FC.
Through two multimedia live TV shows (NOVA & MEGA) from Karaiskaki Stadium and from Pasalimani Piraeus harbor I wanted to unite all of them: the players, the fans, the people of Piraeus, all of Greece and the world.
 
Olympiacos FC - Lights of Hope Event
Olympiacos FC – Lights of Hope Event, Karaiskakis Stadium, Piraeus
Olympiacos FC Fiesta 2020. Especially under the difficult and extreme conditions of the Corona pandemic it was important for us to give a sign of hope and confidence. Sport and also the arts unite people in these uncertain times. That’s why I have given my show the name „Lights of Hope“.
 
I would like to thank all my friends and colleagues and the fantastic Olympiacos team for the great cooperation.
 
 
Olympiacos Lights of Hope Event directed by Asteris Kutulas
About the Olympiacos double event

On the 19th July, Olympiacos Football Club celebrated their 45th Championship title by winning the Greek Super League Trophy.  Taking place amidst an unprecedented crisis and pandemic in Greece, Olympiacos FC wanted this event to be a message of hope and optimism from Olympiacos to Piraeus, from Piraeus to Greece, and from Greece to the World.

They brought in Greek-German artist and director Asteris Kutulas to create a double event, both inside and outside the Georgios Karaiskakis Stadium in Piraeus.  His brief was to create the cup presentation event, and to send a message of strength, optimism, perseverance and hope.  The event was made up of two parts. 

The Super League Cup presentation ceremony took place inside the stadium.  The cup presentation ceremony inside the G. Karaiskakis Stadium featured 3D projection mapping, lights, lasers and pyro.  This was synchronised to a symphonic soundtrack composed by Marios Joannou Elia.

Outside in Piraeus Harbour there was a public event for the fans. The events inside the stadium were sent out to LED screens, whilst there was a separate show of lasers, lights and pyro around the water’s edge.  The music was remixes by Alexandros Karozas and DJ Antonis Dimitriadis.

Olympiacos FC - Lights of Hope Event 2020

Lights of Hope | From Olympiacos FC & Piraeus to the World
Created & directed by Asteris Kutulas

19.7.2020 | Piraeus, Greece 

Music by Marios Joannou Elia, Alexandros Karozas & DJ Antonis Dimitriadis 

Projection Art Ross Ashton
Laser Motion Design Achilleas Gatsopoulos
Light Design George Tellos
Laser Design Daniel Brune
Pyro & Fireworks Design Pavlos Nanos

—————————–

Technical Director Aris Koudouris
Music Production Nick Elia & Alexandros Karozas
Light Programming & Operator Makis Anastasakis
Lighting Coordinator Irene Samartzi
Laser Programming Bas Verstraelen & Merlin Schaadt
Media Technician Bernd Gröger
Projection Technician Robert Foerster
Technical Director Light & Video Equipment Oliver Schulze
Logistics Uwe Förster
—————————–
Pyro & Fireworks Nanos Fireworks Greece
Laser Equipment laserfabrik GmbH
Projection & Light Equipment OS-VT Veranstaltungstechnik
Light & Sound Equipment Tempo Events

(Photos © by Ralph Larmann)

Olympiacos FC - Lights of Hope Event, Karaiskakis Stadium, Piraeus
Rehearsing the show at the Karaiskaki Stadium, Photos by © Ralph Larmann

Olympiacos FC - Lights of Hope Event 2020

Olympiacos FC Fiesta 2020 by Asteris Kutulas
Rehearsing with the Chlidren Chior Piraeus, DJ Antonis Dimitriadis & Asteris Kutulas
Olympiacos FC Fiesta 2020 directed by Asteris Kutulas
Lights of Hope Event, Pasalimani Harbor, Piraeus (Photos by © Ralph Larmann)

Olympiacos FC Fiesta 2020 directed by Asteris Kutulas

Olympiacos Lights of Hope Event directed by Asteris Kutulas
Lights of Hope Event, Karaiskakis Stadium, Piraeus, Photo by © Ralph Larmann
 

Mauthausen | Songs of Humanity Tour 2020 (Farantouri & Kacholi)

Holocaust Memorial Tour

Ich bin eigentlich schon längere Zeit aus dem Konzertbusiness heraus, aber dieses Jahr hatte ich das Bedürfnis, eine Ausnahme zu machen: Anlässlich des 75. Jahrestages der Beendigung des 2. Weltkrieges und der Befreiung zahlreicher Konzentrationslager im Jahr 1945 organisiere ich zusammen mit Alexandros Karozas für Anfang 2020 eine Holocaust Memorial Konzerttournee mit der griechischen Sängerin Maria Farantouri (Athen) und dem israelischen Tenor Assaf Kacholi (Tel Aviv). Im Mittelpunkt des Konzerts steht der „Mauthausen“-Zyklus von Mikis Theodorakis. 

Holocaust Memorial Tour, directed by Asteris Kutulas
„Songs of Humanity“ Tour Plakat 2020

Hass und „United States of Love“

Für mich wurde es seit einigen Jahren immer beklemmender und furchteinflößender, miterleben zu müssen, wie sich der Hass um mich herum, in Deutschland, in Griechenland, in ganz Europa zunehmend ausbreitete und was er mit den Menschen macht. Wie dieser unsägliche Hass ausbrach und wie diese Hassausbrüche sich mehrten, was fortan beständig dazu führte, dass die Grenzen zur sprachlichen Gewalt und zur körperlichen Gewalt durchlässig und überschritten wurden.

Wir, die wir das Berlin der „United States of Love“ einen Lidschlag lang hatten genießen dürfen und glaubten, in ganz Deutschland wäre „Berlin“ zu erleben, schienen es jäh zu verlieren. Ich schreibe von Berlin, weil Berlin so oft zerrissen war, doch weil aus dieser Zerrissenheit immer wieder große Träume geboren wurden, Hoffnungen. Und daraus kam die Kunst – etwas, das Hoffnung an sich bedeutet. Darum wollten jahrzehntelang so viele nach Berlin. Was auch hieß: durch Berlins Türen in die Welt. Vielleicht kann man hier in Berlin sehr gut Abschied nehmen. Vieles, was ich tue, hängt mit dem zusammen, was ich in Berlin gefunden habe, in Ostberlin, in Westberlin, in Gesamtberlin: ungerade Lebensläufe, Veränderung als Lebensart.

Asteris Kutulas Anti Holocaust Text
Antifaschistisches Poster im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg

„Gespräch über Bäume“

Die Idee zu dieser Tour ist im veränderten Berlin entstanden. Berlin hat sich gewandelt, weil Deutschland sich gewandelt hat. Die Konzerte von Maria Farantouri und Assaf Kacholi sollen dazu beitragen, dass ein Ereignis wie das, zu dem es unlängst in Halle kam, nicht als kleiner Zwischenfall betrachtet wird. Diese Tour soll stattfinden als Bekenntnis unserer Wachheit und Sensibilität. Wir haben uns an solche Attacken wie die in Halle nicht gewöhnt. Eine jede dieser Attacken ist eine Zäsur, sie beschädigt das friedliche Zusammenleben, sie droht einem ganzen Land mit Einschüchterung. Keine dieser Attacken lässt uns ratlos verstummen. Jede löst Fragen und Unterhaltungen aus. Dem terroristischen Akt begegnet im Konzert das Lied. Brecht schrieb: „Was sind das für Zeiten, wo / ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist. / Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“ Wir meinen, es sind Zeiten angebrochen, die das Lied und damit unbedingt auch das „Gespräch über Bäume“ brauchen, weil dessen Humanität das Inhumane deutlich werden lässt.

Wahrhaftige Kunst schließt körperliche Gewalt aus. Wir machen diese Tour, um an jedem der Konzertabende, an jedem Veranstaltungsort ein „Gespräch über Bäume“ zu führen, statt in der Schockstarre zu verharren. Ängstliches Schweigen kann es nicht aufnehmen mit hasserfülltem Gebrüll. Die Stille zwischen zwei Noten oder zwischen zwei Liedern sehr wohl. Diese Stille ist stärker als jeder Lärm.

Mein Freund Jörg Krause brachte mich mit dem wunderbaren Sänger und großartigen Menschen Assaf Kacholi aus Tel Aviv zusammen, den viele als Tenor der Cross-Over-Band Adoro kennen, und zusammen mit Ina Kutulas und Alexandros Karozas entwickelten wir das Konzept für diese Tour.

Holocaust Memorial Tour, directed by Asteris Kutulas
Der Tenor Assaf Kacholi aus Tel Aviv

Maria Farantouri und Assaf Kacholi werden sich in ihrem Konzert für „einen Moment“ der dunklen Vergangenheit zuwenden. Sie wollen mit den Liedern des Mauthausen-Zyklus’ von Mikis Theodorakis, basierend auf den Texten von Jakovos Kambanellis, ein helles Licht tragen durch eine finstere Zeit. Diese Musik ist ein Aufleuchten. Melodien sind stärker als Furcht.

75 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager Auschwitz, Mauthausen, Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen und unerträglich vieler anderer Lager erinnern die beiden Solisten an das Leid und zugleich an die Lebenssehnsucht der Millionen Menschen, die einer mörderischen Zeit ausgeliefert waren. Niemand blieb unberührt von diesem Terror. Niemand konnte frei wählen. Im bis vor Kurzem noch satten Europa hatte die Erinnerung sich Jahrzehnte nach 1932 eingerichtet wie in einem Wohnzimmer mit Schrankwand. Wie geht jetzt Hoffnung? Wie macht man Zuversicht? Mit Maria Farantouri und Assaf Kacholi können wir erleben, dass das Lied immer wieder Antwort gibt.

Asteris Kutulas, 15.11.2019

TERMINE

Hamburg, Markthalle – 23. Januar 2020
Düsseldorf, Tonhalle – 24. Januar 2020
Dresden, Staatsschauspiel – 26. Januar 2020

Berlin, Universität der Künste – 27. Januar 2020
„Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“
München, Gasteig (Carl-Orff-Saal) – 29. Januar 2020
Stuttgart, Liederhalle (Mozartsaal) – 30. Januar 2020
Neu-Isenburg (bei Frankfurt am Main), Hugenottenhalle – 01. Februar 2020

Linz, Brucknerhaus – 05. Mai 2020 (verschoben auf 2022)
„Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen“ 

Australien-Tour – 22. April bis 02. Mai 2020 (verschoben auf 2022)

Mauthausen Trilogy (remastered)

Mauthausen Trilogy & the Holocaust Millennium Nightmare

Leasing the Sky – Mega & Special Events – Directed by Gert Hof & Produced by Asteris Kutulas

GERT HOF MEGA & SPECIAL EVENTS 1999 – 2010

Events produced by Asteris Kutulas
Gert Hof in Lviv (general rehearsal)

EVENTS DIRECTED BY GERT HOF (1951 – †2012)
PRODUCED BY ASTERIS KUTULAS

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Events produced by Asteris Kutulas
Maria Farantouri
WASHINGTON HOLOCAUST MUSEUM – „MAUTHAUSEN“
US HOLOCAUST MEMORIAL MUSEUM, OCTOBER 28TH 1999


MUSIC BY MIKIS THEODORAKIS
PERFORMED BY MARIA FARANTOURI


Light & Stage Design by Gert Hof

Produced by Asteris Kutulas for the Holocaust Memorial Museum Washington

Promoted by Peter Pappas

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Mihalis Patsouras/Asti Music
ATHENS – THE MILLENNIUM EVENT
ACROPOLIS, DECEMBER 31ST 1999

MUSIC COMPOSED AND CONDUCTED BY MIKIS THEODORAKIS

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Greek Ministry of Culture & the Municipality of Athens

Executive Producers Tim Dowdall & Dimitris Koutoulas
Technical Director Gerd Helinski
Programming Fireworks & Pyro Hans-Georg Kehse
Light Equipment Helicon GmbH Berlin
Pyro & Fireworks Pyro-Art Feuerwerke GmbH Berlin

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
BERLIN – THE MILLENNIUM EVENT
VICTORY COLUMN BERLIN, DECEMBER 31ST 1999

MUSIC COMPOSED AND PERFORMED BY MIKE OLDFIELD

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Event General Management by Asteris Kutulas

Programming & Operators Jens Probst & Gerry Appelt
Light Equipment Procon MultiMedia AG
Fireworks Nico Feuerwerk GmbH
Balloons Helicon GmbH Berlin
Produced by Achim Perleberg & Egon Banghardt
An Art in Heaven Production

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sven Treder
FERROPOLIS – THE CITY OF STEEL
OPENING CELEBRATION, JULY 16TH 2000

MUSIC COMPOSED AND CONDUCTED BY MIKIS THEODORAKIS

Art & Video Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Expo 2000 Sachsen-Anhalt GmbH & the Government of Sachsen-Anhalt

Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Stephan Aue
Pyro & Fireworks Pyro-Art Feuerwerke GmbH Berlin
Light Equipment & Balloons Helicon GmbH Berlin
Space Cannon Light Equipment Procon MultiMedia AG

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
BUDAPEST – THE MILLENNIUM EVENT
1000 YEARS OF HUNGARY, AUGUST 20TH 2000

MUSIC BY ROBERT ERDESZ

Art & Video Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Event General Management & Production Asteris Kutulas

Produced by Asteris Kutulas, Happy End Kft. & Art in Heaven GmbH for the Government of Hungary
Executive Producer Tim Dowdall
Programming & Operator Stephan Aue
Technical Direction & Local Support Multimedia (Europe) Ltd.
Light Equipment Procon MultiMedia AG
Balloons Helicon GmbH Berlin, Director: Gerd Helinski
Pyro & Fireworks Boom Boom Productions, California

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sven Treder
BEIJING – THE MILLENNIUM EVENT
CHINA MILLENNIUM MONUMENT, DECEMBER 31ST 2000

MUSIC BY KLAUS SCHULZE

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Event Management & Production Asteris Kutulas

Produced by Beijing Gehua Cultural Development Co., Beijing Television, Shanghai Eastern Television, Art in Heaven GmbH & Asteris Kutulas for the Chinese Government
Executive Producer Tim Dowdall & LogistiX
Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Stephan Aue
Space Cannon Light Equipment Procon MultiMedia AG
Light, Laser & Neon Equipment Gehua Beijing
Pyro & Fireworks Ikebun Co. Ltd. Japan

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Nikos Boutsikos/Asti Music
NIGHT OF THE EURO
SYNTAGMA SQUARE ATHENS, DECEMBER 31ST 2001

MUSIC BY PERICLES KOUKOS

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Municipality of Athens

Executive Producers Tim Dowdall & Dimitris Koutoulas
Programming & Operator Stephan Aue
Pyro & Fireworks Nanos Fireworks Athens
Light Equipment Ultraschall OHG
Technical Direction Multimedia (Europe) Ltd.

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
DRESDEN SHINES AGAIN – THE BENEFIT EVENT
SEMPER OPERA HOUSE, DECEMBER 7TH 2002

MUSIC BY JOHANN SEBASTIAN BACH

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the State of Saxony

A Light Monuments Production
Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Jens Probst
Pyro & Fireworks Pyro-Art Berlin
Light Equipment Procon MultiMedia AG

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas

ATHENS – DAY OF EUROPE
THE ACROPOLIS EVENT, MAY 9TH 2003

MUSIC BY MIKIS THEODORAKIS
PERFORMED BY GEORGE DALARAS

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the General Governor of Athens and Piraeus, the European Commission, the Greek Ministry for Foreign Affairs and the European Parliament

Event Coordination Vassilis Riziotis & Dimitris Koutoulas
Technical Director Harald Günthert
Programming & Operator Jens Probst
Artist Management Anna Dalaras
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Pyro & Fireworks Nanos Fireworks Athens
Local Production Art Hellas Athens
A Light Monuments Production

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Guido Karp
ATLANTIC CITY – LIGHTS OF FREEDOM
THE TRUMP TAJ MAHAL EVENT, JULY 26TH 2003

MUSIC BY BRUCE SPRINGSTEEN

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Donald Trump Organization

Event Coordination Michael B. Sladden
Programming & Operator Jens Probst
Production Management Ed Puntin
Light Equipment Syncrolite, LP Dallas
Pyro & Fireworks by Grucci, Inc.
A Light Monuments Production

„It was a pleasure welcoming Berlin director Gert Hof and his producer Asteris Koutoulas to the USA. Gert used 80 SS/SX7Ks with Pigis from Fourth Phase and some pyro from Gucci. The show was visible for 20 miles around Atlantic City and created quite a stir among the blasé Americans who believe they have seen it all. 

Gert Hof is part 21st century technologist and part P.T. Barnum whose main goal is to create a lasting and remembered impression on the mind … Gert Hof developed an explosive style that is uniquely qualified to celebrate the triumph of the human spirit. His show explodes with light, pyro, sound, colour and grand images. He is obsessed with the power of light as are those of us who make the tools of his trade.“

Jack Calmes & Jimmy Page Henderson, Syncrolite

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
MOSCOW – DAY OF CITY CELEBRATION
THE RED SQUARE EVENT, SEPTEMBER 6TH 2003

MUSIC PERFORMED BY THE SCORPIONS & THOMAS ANDERS

Art Director, Light, Neon, Laser & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Municipality of Moscow

Co-Produced by Multimedia International Budapest & JSA Moscow
Event Coordination Alexander Strizhak
Executive Producers Tim Dowdall & Valery Feofanow
Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Jens Probst
Production Management Kostya Bryanka
Production Coordination Gleb Kharchenko
Stage & Local Production JSA Moscow
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg (Space Cannons)
Light Equipment A & O Bremen (Syncrolite)
Neon Installation Multimedia International Budapest
Pyro & Fireworks Piro Show Moscow
Laser Equipment Laser Kinetiks Moscow
Logistics Bauer Concept Berlin
A Light Monuments Production

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Guido Karp
PIRAEUS – HARBOR OF THE WORLD
OCTOBER 18TH 2003

MUSIC BY MIKIS THEODORAKIS

Art Director, Light, Laser & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Governor of Piraeus

Executive Producers Vassilis Riziotis & Dimitris Koutoulas
Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Jens Probst
Production Management Renos Varlas
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Fireworks Nanos Fireworks Athens
Pyro Effects Daniel Schwartz Berlin
Laser Equipment Laser Design Athens
Logistics Bauer Concept Berlin
Stage & Local Production New Sound & Light Ltd. Athens

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
POZNAN – THE OLD BREWERY OPENING EVENT
NOVEMBER 5TH 2003

MUSIC COMPOSED & PERFORMED BY KLAUS SCHULZE

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for Fortis Sp. z o.o. & Grazyna Kulczyk

Co-Produced by Viva Art Music Warsaw
Event Coordination Marek Szpendowski
Technical Director Gerd Helinski
Programming Jens Probst
Operator Jan Schröter
Production Coordination Marek Debski
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Pyro & Fireworks Pyro Art Berlin
Stage & Local Production Viva Art Music Warsaw

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
ISCHGL – THE LIGHT
WINTER OPENING EVENT, NOVEMBER 28TH 2003

MUSIC BY GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
PERFORMED BY AMICI FOREVER

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Tourismusverband Ischgl

Executive Producer Tim Dowdall
Event Coordination Andrew Zweck
Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Jens Probst
Production Management Steffen Brandt (Procon)
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Helium Balloons Helicon GmbH
Pyro & Fireworks Pyro-Art Berlin

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Jens Rötzsch
BERLIN – EUROPEAN ACCESSION NIGHT
THE GENDARMENMARKT EVENT, APRIL 30TH 2004

MUSIC BY PETER THOMAS
PERFORMED BY JOCELYN B. SMITH & THE SCHÖNEBERGER SÄNGERKNABEN

Art Director, Light, Neon & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Presidents of the European Parliament (Pat Cox), the European Commission (Romano Prodi) & the European Council (Bertie Ahern)

Event Coordination Stephan Reichenberger
Technical Director Gerd Helinski
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Neon Installation Multimedia International Budapest
Fireworks Flash Art GmbH
Pyro Effects Daniel Schwartz

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
MALTA – WELCOME EUROPE
THE FORT ST. ANGELO EVENT, MAY 1ST 2004

MUSIC BY ROGER WATERS

Art Director, Laser, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the “Welcome Europe” Consortium, the Maltese Government and the European Broadcasting Union (EBU)

Executive Producer Tim Dowdall
Event Coordination Andrew Zweck & Nigel Camillieri
Technical Director Steffen Brandt
Programming & Operator Jens Probst
Programming Laser Daniel Brune
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Projections E/T/C UK Ltd. & Ross Ashton
Pyro & Fireworks Flash Art GmbH
Pyro Effects Daniel Schwartz
Fireworks & Pyro Coordination Felix Wolff
Laser Equipment laserfabrik showlaser GmbH
Logistics Bauer Concept Berlin
Producers & Local Partner NnG Promotions

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MOTÖRHEAD – STAGE FRIGHT
PHILIPSHALLE DUSSELDORF, DECEMBER 7TH 2004

MUSIC PERFORMED BY MOTÖRHEAD

Stage & Light Design Gert Hof
Executive Producer Ulrike Rudolph for SPV
Gert Hof Management & Light Production by Asteris Kutulas for SPV

Production Manager Steffen Brandt
Technical & Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
An SPV Production

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Ralph Larmann
NUREMBERG – THE CCN EVENT
OPENING CEREMONY OF THE CONGRESS CENTRE EAST, APRIL 17TH 2005

MUSIC BY SERGEJ RACHMANINOW

Art Director, Neon & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Congress Centre Nuremberg

Technical Director Steffen Brandt
Programming & Operator Jens Probst
Neon Installation Multimedia International Budapest
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Pyro Effects Sven Asamoa

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
GALLIPOLI (TURKEY) – IN MEMORIAM SON ET LUMIERE
THE 90TH ANNIVERSARY OF THE ANZAC DAY, APRIL 25TH 2005

MUSIC BY TOMASO ALBINONI

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Australian Government

Event Coordination Andrew Zweck
Technical Director Steffen Brandt
Programming & Operator Jens Probst
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Pyro Effects Sven Asamoa & Daniel Schwartz
Logistics Bauer Concept Berlin

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo © by Jens Rötzsch
MAGDEBURG – HEAVEN SYMPHONY
MAGDEBURG CATHEDRAL, CELEBRATION OF THE 1,200 YEARS OF MAGDEBURG, MAY 7TH 2005

MUSIC BY HILDEGARD VON BINGEN, ANTONIO VIVALDI, GIACOMO PUCCINI, CARL ORFF & THE SCORPIONS

Art Director, Fireworks & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Municipality of Magdeburg

Technical Director Michael Casper
Pyro & Fireworks Flash Art GmbH
Pyro Effects Sven Asamoa
Production, Light Equipment, Sound & Stage Procon MultiMedia AG Hamburg

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ATHENS – TOGETHER IN FRIENDSHIP
THE TOWN HALL ATHENS EVENT, JUNE 11TH 2005

MUSIC BY MIKIS THEODORAKIS

Art Director, Fireworks & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Municipality of Athens

Event Coordination Vassilis Riziotis & Dimitris Koutoulas
Technical Director Spiros Nanos
Programming & Operator Pavlos Nanos
Pyro & Fireworks Nanos Fireworks Athens

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo © by Jens Rötzsch
OMAN – LIGHT FROM THE ARAB WORLD
THE 35TH NATIONAL DAY & REIGN ANNIVERSARY OF HIS MAJESTY SULTAN QABOOS
MUSCAT, NOVEMBER 22ND 2005

MUSIC BY CHRISTIAN STEINHÄUSER

Art Director, Light, Laser, Boat & Pyro Design Gert Hof
Event Concept Dimitris Tziotis/ Cleverbank Athens
Produced by Asteris Koutoulas for the Government of Oman

Production Coordination Dimitris Koutoulas
Technical Director Steffen Brandt
Production Management Norman Bauer
Programming & Operator Jens Probst
Programming Fireworks & Pyro Markus Katterle
Programming Laser Daniel Brune
Boat Coordinator Gerd Helinski
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Fireworks FlashArt GmbH
Laser laserfabrik showlaser GmbH
Pyro Effects Sven Asamoa
Projections Ross Ashton – E/T/C UK Ltd.
Sound Equipment Black Box Music Berlin

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo © Ralph Larmann
ATHENS – LIGHTING UP THE STARS
OPENING EVENT OF THE “MALL”, NOVEMBER 24TH 2005

MUSIC BY RAMMSTEIN

Art Director, Neon & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Orama Organization

Executive Producer Dimitris Koutoulas
Technical Directors Ulli Klug & Steffen Brandt
Programming & Operator Jens Probst
Neon Installation Multimedia International Budapest
Light Equipment Procon MultiMedia AG Hamburg
Additional Light Equipment Black Box Music Berlin
Pyro Effects Sven Asamoa & Nanos Fireworks Athens

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Events produced by Asteris Kutulas
Photo by © Ralph Larmann
BOZEN (ITALY) – THE VOLCANO
OPENING EVENT OF THE MESSNER MOUNTAIN MUSEUM SIGMUNDSKRON, JUNE 9TH 2006

Art Director & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas

Technical Director Sven Asamoa
Programming & Operator Sven Asamoa
Pyro Effects Sven Asamoa & Daniel Schwartz
Local coordination Felix Wolff

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Events directed by Gert Hof
Photo by © Ralph Larmann
DRESDEN – „THE GREEN DIAMOND“
RE-OPENING EVENT OF THE GREENERY VAULT, OLD CASTLE, SEPTEMBER 9TH 2006

MUSIC BY JOHANN SEBASTIAN BACH

Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Technical Director Gerd Helinski
Programming Jens Probst
Laser programming Daniel Brune
Pyro Effects Sven Asamoa
Laser Eqipment laserfabrik showlaser GmbH
Light Equipment A&O Lighting GmbH & Procon MultiMedia AG

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Anja Pietsch
LVIV (UKRAINE) – THE 750TH ANNIVERSARY EVENT
OPERA HOUSE SQUARE, SEPTEMBER 30TH 2006

MUSIC COMPOSED & CONDUCTED BY RUSLANA

Art Director, Light, Laser, Neon & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Municipality of Lviv

Production coordination Norman Bauer
Technical Director Steffen Brandt
Light Operator Jens Probst
Local Logistics Manager Taras Shykh
Fireworks Director Markus Katterle
Pyro Director Sven Asamoa
Laser Programming Daniel Brune
Light Equioment Procon MultiMedia AG
Pyro & Fireworks Flash Art GmbH
Laser Equipment laserfabrik showlaser gmbH
Logistics Bauer Concept Berlin

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Ralph Larmann
DUSSELDORF – 60 YEARS OF UNICEF GALA
LTU ARENA, OCTOBER 23TH 2006

MUSIC BY JOHN LENNON
PERFORMED BY SENAIT MEHARI & HENNING SCHMIEDT

Art Director & Laser Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for UNICEF

Technical Director Gerd Helinski
Laser Programming Daniel Brune
Laser Eqipment laserfabrik showlaser GmbH

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Jens Rötzsch
DRESDEN – RE-OPENING CEREMONY RAILWAY CENTRAL STATION
NOVEMBER 10TH 2006

MUSIC BY JAN GARBAREK

Art Director, Neon, Pyro & Laser Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for Deutsche Bahn AG

Technical Director Gerd Helinski
Laser programming Daniel Brune
Laser Eqipment laserfabrik showlaser GmbH
Pyro Effects ars agens berlin

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Guido Karp
SOFIA – THE WELCOME EUROPE EVENT
BATENBERG SQUARE, DECEMBER 31ST 2006

Art Director, Light, Fireworks & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Government of Bulgaria

Technical Director Gerd Helinski
Light Operator Jens Probst
Executive Producers Tim Dowdall & Ivan Nestorov
Light Equipment Procon MultiMedia AG

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Guido Karp
HAMBURG – AidaDIVA CHRISTENING CEREMONY
HAMBURG HARBOR, APRIL 20TH 2007

MUSIC BY WESTBAM & CHRISTIAN STEINHÄUSER

Concept, artistic direction, light, laser, fireworks & pyro design by Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for Aida Cruises AG

Production Manager & Technical Director Gerd Helinski
Coordination by Massine Productions GmbH, Berlin
Production Manager for Procon MultiMedia AG Michael Casper
Programming & Operator Jens Probst
Programming & Operator Laser Daniel Brune
Programming Fireworks & Pyro Effects Markus Katterle
Production Manager Fireworks & Pyro Effects Konrad Kuschel
Technical Director Fireworks & Pyro Effects Holger Behrens
Sound Director Klaus Rahe
Boat Coordination Dimitris Koutoulas
Production, Light & Sound Equipment Procon MultiMedia AG, Hamburg
Fireworks & Pyro Effects Flashart GmbH, Bielefeld
Laser Equipment laserfabrik showlaser GmbH

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
BERLIN – THE HUGO BOSS AFTER SHOW PARTY
OPENING FASHION WEEK BERLIN
RUSSIAN EMBASSY BERLIN, JULY 12TH 2007

Light, Laser & Pyro Design by Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for Hugo Boss AG

Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Jens Probst
Nowadays Production Coordination Volker Scherz
Light Equipment A&O Lighting Technology GmbH
Laser Equipment laserfabrik showlaser GmbH
Pyro Effects Asamoa Agens
Hugo Boss Production Nowadays GmbH

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
HAMBURG – THE HUGO BOSS BOAT CHRISTENING
SEPTEMBER 18TH 2007

MUSIC BY WESTBAM

Light, Laser & Pyro Design by Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Hugo Boss AG

Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Jens Probst
Laser Programming Daniel Brune
Light Equipment Procon MultiMedia AG
Laser Equipment laserfabrik showlaser GmbH
Pyro Effects Sven Asamoa
Coordination by Massine Production GmbH

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas

VILNIUS – OPENING CEREMONY VILNIUS GATES
OCTOBER 26TH 2007

MUSIC BY LINAS RIMSA

Fireworks, Laser & Pyro Design by Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas

Technical Director Norman Bauer
Production Manager Konrad Kuschel
Fireworks & Pyro Programming Felix Wolff
Fireworks & Laserequipment FLASH ART GmbH

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Events directed by Gert Hof
Photo by © Anja Pietsch
ANTWERP & ARNHEM – ANOUK LIVE IN CONCERT
MARCH 2008

MUSIC BY ANOUK

Light & Stage Design by Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for Live Nation Holland

Programming & Operator Jens Probst
Light Director Steffen Brandt
Production Management Flip van Ommeren
Light Equipment Procon MultiMedia AG & A&O Lighting
A Live Nation Holland Production

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Events produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
DORTMUND – COLOSSEUM OF LIGHT
CLOSING-EVENT OF THE LOVEPARADE
JULY 19TH 2008

MUSIC BY WESTBAM

Light, Laser & Pyro Design by Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Loveparade

Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Jens Probst
Laser Programming Daniel Brune
Light Equipment A&O Lighting GmbH Bremen
Laser Equipment laserfabrik showlaser GmbH
Fireworks & Pyro Effects Elements Entertainment GmbH
Pyro Effects Sven Asamoa
Coordination by Massine Production GmbH

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Ralph Larmann
VILNIUS – 1000 YEARS OF LITHUANIA & EUROPEAN CULTURAL CAPITAL 2009 CELEBRATION
CATHEDRAL SQUARE, JANUARY 1ST 2009

MUSIC BY VYTAUTAS JURGUTIS

Art Director, Light, Fireworks & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Government of Lithuania

Local Producers Linas Ryskus & Giedre Zemaitiene
Production & Logistics Director Norman Bauer
Light Operator Andre Grohmann / tenfeet Deutschland
Technical Director Procon MultiMedia AG Ingo Gaebel
Technical Director Flash Art Felix Wolff
Technical Director Pyro Sven Asamoa
Local Production Manager Renata Krapikaite
Light Equipment Procon MultiMedia AG
Pyro & Fireworks Flash Art GmbH
Logistics Bauer Concept Berlin

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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Sabine Wenzel
BERLIN – CANTO GENERAL
KONZERTHAUS AM GENDARMENMARKT, OCTOBER 5TH 2009

MUSIC BY MIKIS THEODORAKIS
PERFORMED BY MARIA FARANTOURI, RAINER SCHEERER, CONCERT CHOIR BERLIN, SINGAKADEMIE NIEDERSACHSEN, CONCERT ORCHESTRA BERLIN, CONDUCTED BY CLAUS-ULRICH HEINKE

Artistic Direction & Light Design by Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Promoted by Stephan Gorol
Technical Director Mathias Jung


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Events directed by Gert Hof, produced by Asteris Kutulas
Photo by © Ralph Larmann
JERUSALEM – LIGHT FESTIVAL OPENING & ISRAEL MUSIC FESTIVAL CLOSING CEREMONY
SULTAN’S POOL, JERUSALEM, JUNE 6TH 2010


MUSIC PERFORMED BY JERUSALEM SYMPHONY ORCHESTRA, CONDUCTED BY SAMUEL GAL ALTEROVICH


Artistic Direction & Light Design by Gert Hof
Produced by Asteris Kutulas for the Municipality of Jerusalem

Director & Coordinator Light Festival Eduardo Huebscher
Light Operator Ofer Brum
Light Equipment Gil Teichmann Company

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GERT HOF EVENTS | ACKNOWLEDGMENTS
We give MUCH THANKS to our partners,

above all Achim Perleberg in Bochum, Tim Dowdall in Budapest, Sebastian Turner, Markus Mahren, Westbam, Peter Massine and Rainer Schaller in Berlin, Morten Carlsson and Jens Zimmermann in Hamburg, Andrew Zweck in London, Rafaela Wilde in Cologne, Marek Szpendowski in Warsaw, Michael Sladden in New York, Alexander Strizhak in Moscow, Dimitris Koutoulas, Vassilis Riziotis, Dimitra Rodopoulou and Dimitris Tziotis in Athens, Gerhard Seltmann in Magdeburg, Udo Hoffman and Sun Xiangyan in Beijing, Stephan Reichenberger in München, Michael Shurygin in St. Petersburg, Gil Teichmann in Tel Aviv und Eduardo Hübscher in Jerusalem, Stephan Gorol in Bonn, Linas Ryskus in Vilnius, Michael Thamm in Rostock, Robert van Ommen in Amsterdam, Ruslana in Kiew, Ivan Nestorov in Sofia and Tewe Pannier in Dubai. Without them the events that were documented here would not have been possible. We thank you from the bottom of our hearts.

Many thanks to our partners, friends and colleagues

Peter Amend, Anton Attard, Anouk, Petra Bandmann, Bruno Baiardi, Laci Borsos, Giovanni Broccu, Jack Calmes, Nigel Camillieri, Michael Casper, Scott Cooper, Anna & George Dalaras, Rene Dame, Sven Dierkes, Thomas Erbach, Maria Farantouri, Klaus Feith, Valery Feofanow, Knut Foeckler, Mike Finkelstein, Matthias Frickel, Christine Friedrich, Toni Froschhammer, Tim Geladaris, Steve Gietka, Jörn Gläske, Thilo Goos, Phil Grucci, Anne Hansen, Laszlo Hegedüsz, Andreas Heine, Christoph Heubner, Wolfgang Hörner, Klaus Jankuhn, Alexandros Karozas, Hans-Georg Kehse, Joey Kelly, Pericles Koukos, Alexander Koutoulas, Ina Kutulas, Dominika Kulczyk, Hansjörg Kunze, Marcus Kurz, Ralph Larmann, Denis Leonov, Till Lindemann, Sabina Linke, Panos Livadas, Zülfü Livaneli, Peter Madai, Jannis Mihas, Gerda Milpacher, Pavlos Nanos, Ivan Nestorov, Marco Niedermeier, Nikos Moraitis, Mike Oldfield, Fotis Papathanassiou, Rena Parmenidou, Linda Powers, Alkistis Protopsalti, Ramin Rachel, Theodoros Roussopoulos, Lutz Rainer-Seidel, Rammstein, Peter Reiner, Uta Richter, Savas Savas, Scorpions, Susanne Schäfer, Volker Scherz, Henning Schmiedt, Klaus Schulze, Daniel Schwartz, Oliver Schwarzkopf, Melanie Sievers, Thanos Stavropoulos, Christian Steinhäuser, Andrea Szabo, Mikis Theodorakis, John Totaro, Donald Trump, Christine Uckert, Spiros Vergos, Matthias Weinert, Michael Wilde, Roger Waters, Arne Weingart, Elisabeth Wülfing, Giedre Zemaitiene

& especially

Sven Asamoa, Ross Ashton, Norman Bauer, Steffen Brandt, Daniel Brune, Gerd Helinski, Guido Karp, Ralph Larmann, Markus Katterle, Spiros Nanos, Jens Probst & Oliver Schwendke

& our amazing photographers

Nikos Boutsikos, Guido Karp, Takis Mavromatis, Mihalis Patsouras, Anja Pietsch, Jens Rötzsch, Sven Treder, Sabine Wenzel

& our partner companies

above all Procon MultiMedia AG Hamburg,
A&O Lighting Bremen, Art Hellas Athens, Art in Heaven GmbH, Bauer Concept Berlin, Black Box Music Berlin, Cleverbank Athens, Ellinika Petrelea, Esernyo Kft. Budapest, E/T/C UK Ltd. Projecting London, FansUNITED GmbH, FX Factory Berlin, Gil Teichmann Company, Helicon GmbH, Intracom Athens, JSA Moscow, Jerusalem Municipality, laserfabrik showlaser, Kulczyk Tradex Sp. z.o.o., Lufthansa-Büro Dresden, Maltese Government, Multimedia International Budapest, Nanos Fireworks Athens, Government of Oman, OPAP Athens, Orama Athens, Piraeus Port Authority S.A., Pyro-Art Berlin, Sensible Events London, Silvretta Seilbahn AG, Scholz & Friends AG, Skoda Auto Polska S.A., Space Canon Italy, TuiR Warta S.A., Tourismusverband Ischgl, Trump Organization

Gert Hof & Asteris Kutulas, 2010

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Many thanks from my heart to Nina & Wanja Hof.

Asteris Kutulas, June 3rd 2019

Gert Hof: Regisseur, Lichtarchitekt, Künstler

Meine Apassionata-Story, Teil 3 (Riesa-Tagebuch 2018)

Apassionata-Tagebuch, Riesa, 20. Oktober

Apassionata Pferdeshow Produktion „Der magische Traum“

Mittags: Pferde lügen nicht

Die Welt der Pferde und der Reiter ist eine ganz eigene, mir bis heute fremd gebliebene Welt, obwohl ich seit zehn Jahren mit der Apassionata beruflich so sehr verbunden bin. Kerstin Brein zum Beispiel war in meiner Vorstellung immer unsere „Pferdeflüsterin“ – bis zum heutigen Tag jedenfalls. Als ich Kerstin beim Mittagessen fragte, wie sie das macht mit dem „Flüstern“, bekam ich die für mich erstaunliche Antwort: „Wieso … Ich sage nichts zu den Pferden. Ich flüstere ihnen auch nicht zu. Ich höre sie nur.“ Die „Pferdeflüsterin“, die also gar keine ist, sagte das mit so einer mich verblüffenden Selbstverständlichkeit, dass ich gleich noch mal nachfragen musste: „Und wie kommunizierst du mit ihnen?“ Jetzt schaute mich Kerstin sehr verständnisvoll an, als würde sie gleich beruhigend meine Hand in ihre Hände nehmen. Dann erklärte sie mir: „Wenn ich zum Beispiel ein Pferd auffordere, nach vorn zu gehen, höre ich es sofort antworten. Zum Beispiel: Also jetzt hab ich gar keine Lust dazu! Oder das Pferd sagt zu mir: Endlich geht es los! Oder: Kannst du mich das vielleicht in fünf Minuten nochmal fragen? … Ich höre das einfach.“
Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen: „Du verstehst die Pferde, als wären sie Menschen?“ – „Weißt du“, erwiderte Kerstin, „Menschen sind meistens skrupellos, aber Pferde lügen nie.“
Ich zeigte auf eines ihrer Pferde: „Was sagt dir der da?“ – „Ach, der Schimmel steigt sehr gern während der Show. Er liebt das!“ – „Und der da?“, wollte ich wissen. „Das Pony? Na ja, das Pony ist gerade unzufrieden mit seiner Situation und sagt zu mir: Das ist nicht mein Ding! Also lass ich es in Ruhe und frage es morgen noch mal …“ – „Und was ist mit dem da?“ Kerstin lächelte: „Der Fuchs verbeugt sich super und möchte das immer wieder tun.“ – „Und sie?“ – „Die Stute mag ihre Kollegen gerade nicht und beschwert sich bei mir über sie.“ Eine Frage musste ich noch loswerden: „Gibt es zwischen dir und den Pferden Reibereien?“ Und Kerstin antwortete mir geradeheraus: „Asteris, weißt du, was bei den Pferden so toll ist? Sie lügen nicht, und sie sind auch überhaupt nicht nachtragend. Auch untereinander nicht.“

„Hans, das Pferd“ schaute kurz zur Tür herein, durch die man aus dem Hof in’s Catering kommt, schüttelte wie besessen seine Mähne und trabte dann davon, völlig uninteressiert an unserem Gespräch.

Nachmittags: Das „Game of Thrones“ der Apassionata Pferdeshow

2009 war ich zum ersten Mal mit Apassionata in Riesa. Dieses Jahr bin ich zum zehnten Mal hier. Zehn Premieren habe ich bereits in Riesa erlebt. Eine Art Jubiläum. Heute gab es während einer nachmittäglichen Kaffeepause mit langjährigen Apa-Weggefährten eine Unterhaltung über diese letzten zehn Jahre. In der Runde auch mehrere Reiter und Klaus, ein Freund, den ich schon seit 1999, also seit meiner frühen Gert-Hof-Zeit kenne. Klaus ist Produktionschef bei einem großen Veranstaltungsbüro.

„Erinnerst du dich noch … 2009 …?“, fragte mich eine Reiterin. „Was war das damals für eine Zäsur für die Apassionata! Genau wie heute.“ Ich sah die Situation noch vor mir und stimmte ihr zu: „Ja. 2009 … Das war – nach dem Gert-Hof-Desaster im Jahr davor und erstmals mit Holger Ehlers als angehender Kreativ-Direktor – so etwas wie ein Neubeginn. Jetzt, 2018, ist die Apassionata-Show für mich noch mal eine „Wiedergeburt“, ein „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“. Vor allem wegen der Zusammenarbeit mit Live Nation.“ Klaus warf ein: „Ich jedenfalls hatte Peter Massine schon ganz ohne Chance gegen den mächtigen chinesischen Investor Hongkun gesehen. Ich habe ja gewettet, dass Peter Massine dieses „Spiel“ verliert …“ Ich meinte: „Noch ist nichts endgültig entschieden in diesem Game-of-Thrones-Kampf zwischen Massine und den Chinesen. 15 Jahre war die Apassionata eine feste Größe des europäischen Family-Entertainments. Inzwischen sehe ich nur noch ein verwüstetes Schlachtfeld, auf dem weiterhin der Krieg tobt, mit unsicherem Ausgang. Denn es gibt jetzt neben der Apassionata eine weitere Pferdeshow, die der Chinesen, die verkündet, die neue bzw. die eigentliche Apassionata zu sein …“ Die Reiterin warf ein: „Ja, hier Holger Ehlers’ Apassionata-Original und zur selben Zeit der Apassionata-Abklatsch, wo versucht wird, die Original-Apassionata nachzuahmen …“ – „Weißt du“, unterbrach ich sie, „jede der beiden Seiten hat „ihre“ Geschichte zu erzählen. Aber machen wir uns nichts vor … Es ging und es geht bei diesem Apassionata-Krieg nur um’s Geld. Um nichts anderes.“

Filmdrehbuch zur Apassionata Pferdeshow

Mir wurde plötzlich klar, dass ich für mich einen Filmstoff entdeckt hatte. Ich schaute meine Kollegen rings am Kaffeetisch einen nach dem anderen an, um gleich darauf auszuholen: „Diese Story würde ich für ein Film-Drehbuch so auf den Punkt bringen: Der Apassionata-Krieg. Titel: Menschen sind skrupellos & Pferde lügen nicht. Oder sowas in der Art.“
Ich begann, ein imaginäres Drehbuch zusammenzuspinnen: „Story: Geschasster Bankier will eine Menge Geld verdienen und sucht eine neue Kuh, die er melken kann. Er findet einen alten Freund wie z.B. Peter Massine als neuen Arbeitgeber und nimmt ihn aus. Dann verwickelt geschasster Bankier seinen nächsten Arbeitgeber, z.B. eine chinesische Firma, und Peter Massine in einen Krieg um die Apassionata. Geschasster Bankier zieht dabei die Fäden. Devise: Möge dieser Krieg lange dauern! Denn solange dieser Krieg dauert, der beide Seiten Millionen kostet, verdienen einst geschasster Bankier und seine Anwälte Geld. Die ganze Zeit. Immer mehr … Dazu noch ein bisschen Sex und Crime. Fertig ist der Plot für einen RTL-Wirtschaftskrimi!“ Klaus war sichtlich nervös und platzte heraus: „Aber, sag mal Asteris, das klingt ja so, als würden alle Arbeitgeber des geschassten Bankers verlieren und geschasster Banker als Einziger gewinnen.“ – „Na ja“, meinte die Reiterin, „die Bank gewinnt doch immer.“ 

Ich entwickelte meine Film-Idee surrealistisch weiter: „Reiterinnen und Reiter in Aufruhr, Mobbing, Pferde gehen durch, Unfälle, vielleicht auch ein Mord, Hacking, Show 1 gegen Show 2, diese Stadt, jene Stadt, das Publikum, ein Kind geht verloren, Esel vergiftet, Technik fällt aus, jemand hat versucht, die Kabel durchzuschneiden, Treppensturz eines Hallenwarts, Caterer verschwindet, an Halloween Chaos in der Kostümschneiderei, Beziehungskrise, Plakate werden zu Hunderten falschrum geklebt oder überklebt, diese Halle, jene Halle, diese Villa, jene Villa, ein Garten, Feuer in der Garderobe, Ticket-Klau, Anschlag auf das Heizkraftwerk, Börse, Aktien, Flughafen in Peking, Flughafen in Deutschland, die Chinesische Mauer, Justiz, Tänzer festgeklebt, Pferde gestohlen oder todkrank, Truck umgekippt, das Pony, der Fuchs, der Schimmel, die Friesen, Koch in Nöten, Heißwasserboiler explodiert, Screen fällt aus, Musik fällt aus, Gras und andere Drogen, Mephisto zu Besuch, Holger Ehlers mit Akkordeon, in der anderen Show einer mit Akkordeon …“ Ich war selbst amüsiert ob meiner Assoziationen: „Der Stoff taugt definitiv für eine Fernsehserie!“

Peter, die „Chinesen“ & die Apassionata Pferdeshow

„Mal im Ernst …“, Klaus unterbrach meinen Redeschwall: „Innerhalb von nur zwei Jahren verliert Massine seine Firma „Apassionata World GmbH“ und das Apa-Park-Projekt in München an die Chinesen, seine Marke „Apassionata“ wird von Thomas Bone-Winkel und die Chinesen durch etliche Gerichtsprozesse in Frage gestellt, Massine selbst ist „bankrott“ und hoch verschuldet, hat immense Anwaltskosten und keinen Plan.“ Damit hatte mich Klaus aus meiner Film-Vision gerissen und zurück in die Realität geholt. Er fuhr fort: „Ist doch Wahnsinn! Alles aus dem Ruder gelaufen … Alles.“ Klaus fasste sich an den Kopf. Ich gab ihm Recht: „Massine hat alles verloren, die chinesische Seite steht aber irgendwie auch mit leeren Händen da, weil nichts mehr richtig läuft. Das Park-Projekt … nach meinen Informationen: der absolute Flop. Und die Haupt-Verantwortung für diesen ganzen Schlamassel liegt bei Peter Massine selbst. Denn der hat das alles zugelassen und ab irgendeinem Punkt die Kontrolle verloren und nicht mehr in den Griff gekriegt.“ Klaus bestätigte: „So wird das jedenfalls schon einige Zeit in diversen Veranstalter- und Insider-Kreisen gesehen und kolportiert. Aber, wie gesagt … Die „Show“ geht weiter, und in der Sache, denke ich, ist noch nichts endgültig entschieden.“ Eine Selters kippte um, das Wasser ergoss sich zischend. Woppi bellte. Eine Tänzerin und ein Reiter überprüften weiter hinten den Sitz ihrer Kostüme mit skeptischer Miene. Dann machten sie zufriedene Gesichter. Orangen, Papaya, Lotosfrüchte wurden gebracht und der Serviettenspender aufgefüllt.

„Wahrscheinlich nicht“, meinte ich. „Ob man irgendwann in fünf Jahren von einer never ending story sprechen wird … Keine Ahnung. Allerdings hat mich von Anfang an mit am meisten interessiert, wie sich die großen deutschen Veranstalter bei diesem Machtkampf positionieren würden. Vor allem, ob die beiden Hauptakteure des deutschen Marktes, CTS Eventim und Live Nation, es zulassen, dass sich ein chinesischer Großkonzern  durch die feindliche Übernahme der Apassionata auf ihrem Markt etabliert. Live Nation, immerhin der weltweit größte Veranstalter, hat sich entschieden, auch Massines Apassionata zu vermarkten, und CTS Eventim, immerhin der größte Ticketer Europas, macht dafür den Kartenverkauf.“ Klaus wiegte seinen Kopf hin und her: „Na, mal sehen, wer diesen Krieg letztendlich gewinnt. Massine oder der chinesische Konzern …“ – „Mein Gott, ist das spannend! Im Grunde ist Massine quasi raus aus dieser Sache – er spielt kaum noch eine Rolle, denn er hat die Apassionata-Lizenz-Rechte für einige Jahre an Live Nation verkauft. Wir werden wohl noch einiges erleben. Also für den Film stell ich mir das so vor: Da …“
Ich wollte ausholen, denn der Drehbuchschreiber in mir hatte Blut geleckt, und ich wollte meine Filmidee weiter ausbauen. Aber wir mussten das Gespräch über diese abenteuerliche Causa beenden … Die Probe ging weiter, alle brachen auf zur Arena, und auch „Hans, das Pferd“ kam angetrabt. Woppi bellte und wedelte mit dem Schwanz.

Abends: Die Dramaturgie der Melancholie

Die Probe ist vorbei, tiefe Stille im Hotelzimmer, langsam komme ich zu mir. Probenzeit ist Adrenalin-Zeit. Alles in der Show muss ineinandergreifen, alles muss sich „vollenden“. Außerdem ist es die Zeit, in der die Nerven blank liegen, die Zeit der Gefühlsaufwallungen und Krisen. 100 Menschen stehen unter Druck, viele haben Stress, manche kommen klar mit der Situation, andere nicht. Es ist wichtig zu vermitteln, zu beruhigen, Mut zu machen und zuversichtlich zu sein. „Alles wird gut.“

Meine Video Blinks zur Apassionata Pferdeshow

Für mich persönlich sind die Probentage in Riesa eine schöpferisch sehr konstruktive Zeit. Seit fünf Jahren produziere ich – neben der Probenarbeit und wenn ich Zeit habe – meine „Video-Blinks“. Das ist ein Konzeptkunst-Projekt, eine Art Video-Tagebuch – mein subjektiver Blick auf Details der Show, die für mich besonders emotional, besonders spannend, besonders künstlerisch und besonders „schön“ sind. Ich „erschaffe“ mir meine Ideal-Show in kleinen kaleidoskopartigen „Schnipseln“, die später zu einer Collage in einer Ausstellung zusammengefügt werden sollen. Für mich ist jeder Video-Blink wie der Vers eines Gedichts – ein Gedicht voller Melancholie … und darum voller Freude, Stärke, Sehnsucht und Dynamik.

Die Video-Blinks offenbaren, wie ich als Dramaturg die Apassionata-Show seit fünf Jahren sehe, also seit wir sie – meiner Meinung nach – zu einem eigenständigen „Genre“ gemacht haben.

Dramaturgie bei der Apassionata Pferdeshow

Meine Aufgabe als Dramaturg bestand darin, als Sparring-Partner den künstlerischen Direktor Holger Ehlers jedes Jahr auf’s Neue auf dem Weg zur jeweils neuen Show zu begleiten und ihn beim intensiven, monatelangen, schöpferischen Prozess zu unterstützen. Ich brachte mich in die kreativen Auseinandersetzungen ein, die nötig wurden, um den Video-Content „filmischer“ und interaktiver zu machen. Es war mir wichtig, Holger in seiner Überzeugung zu unterstützen, nach der die Reiter als „Darsteller“ gesehen werden mussten. Mit den Jahren wurde die Arbeit an deren Körperhaltung und an ihrem Gesichtsausdruck immer intensiver, das Licht wurde emotionaler und „bühnen-gemäßer“ eingesetzt, dem Tanz, also der Choreographie, wurde eine immer wichtigere Rolle zugewiesen und der von Holger entwickelten Storyline eine immer größere Tiefe gegeben, das ging sogar bis zum Einsatz recht anspruchsvoller literarischer Texte, die spezifisch für unsere Show und unser Publikum entwickelt und geschrieben wurden und die Holgers Ästhetik folgten. Hier ein Auszug aus dem zentralen Gedicht der Show, geschrieben von Ina Kutulas:

… Ich träum, wie die Welt das Leben erträumt
Ich weiß von der Liebe, denn ich weiß von den Bäumen
Lass mich mit dir vom Erblühen träumen
Es ist keinen Tag für das Leben zu spät
Ich weiß von den Bäumen: Jeder Winter geht
gibt die Erde ihr Schwarz den Lichtstrahlen preis
Ich sag dir, was ich vom Leben weiß
Liebe – ein Wort, und es bricht dunkles Eis.

Was den TANZ anbelangt, sind wir so weit gegangen, dass wir ab 2017 mit Katherina Markowskaja und Maxim Chashchegorov zwei Solisten von Weltrang engagierten, die vom Bayerischen Staatsballett kamen, und erstmalig setzten wir einen „Tanzboden“ ein, um diesen Höhepunkt der Tanzkunst in unserer Show zeigen zu können. Plötzlich war es möglich, dass in einer Arena auf Spitzen getanzt und sogar klassisches Ballett aufgeführt werden konnte. Eine kleine Sensation.

Strategie für eine Apassionata 2.0

Die strategische Frage, die Peter Massine mir 2009 gestellt hatte, und die ich damals als Berater beantworten musste, lautete: Jedes Jahr zeigen dieselben Pferde dieselben Dressuren, mit minimalen Variationen in der Darbietung. Wie können wir erreichen, dass die Menschen mehrmals zur Show kommen, ohne sich irgendwann fürchterlich zu langweilen? Und wie kann so eine Show auch für diejenigen zum Erlebnis werden, die keine Pferde- oder Tierliebhaber sind?

Ich entwickelte die Strategie für eine Apassionata 2.0 – also eine Show, die 1) für ein großes (nicht nur Pferde-affines) Publikum bestimmt war, die 2) zugleich immer auf der Höhe der Zeit sein sollte und die 3) so unikal sein musste, dass kein Konkurrent sie kopieren konnte. Nur dadurch konnte das Überleben der Apassionata langfristig gesichert werden. Der Kern dieser Strategie bestand darin, einen Künstler zu finden, der sie umsetzen und damit der Show seinen Stempel aufdrücken konnte, wie es Guy Laliberté mit dem Cirque du Soleil getan hatte.
Wie ich bereits in meinem vorherigen Tagebucheintrag schrieb, war dieser Künstler für mich Holger Ehlers, ein „Prol“ unter den Show-Machern, ein „Underdog der Szene“, ein authentischer, spontan-emotionaler Künstler, ein Naturtalent, der ein sehr feines Gespür für das Publikum hat.

Die Entscheidung für dieses Konzept mit Holger als Kreativ-Direktor, das ich Peter damals vorschlug und das er letztendlich mittrug, hatte zur Folge, dass Holger mit meiner Unterstützung die gesamte Show seit 2010 immer mehr auf Wirkung und auf Emotion hin ausrichtete. Dadurch wurde die Show im Laufe der letzten 10 Jahre im Hinblick auf die Publikumsresonanz immer erfolgreicher, und auch die Presse bewertete die Apassionata immer positiver. „Im Bann des Spiegels“, „Cinema of Dreams“ und „Der magische Traum“ waren die Höhepunkte. Holger hat – zusammen mit mir – sowohl die Vision dieses neuen Genre entwickelt als auch – vor allem durch die Kompositionen – das ganz spezifische „Apassionata-Feeling“ kreiert, das neben der Musik durch Holgers Bildwelt, seine Kostümvorgaben, sein Regiekonzept und seine Philosophie – die Pferde als „emotionale Props“ einzusetzen – definiert wird.

Wie ich bereits schrieb, bin ich davon überzeugt, dass wir ab etwa 2013 ein neues Genre kreiert haben, indem wir ein Gleichgewicht zwischen Mainstream und künstlerischem Anspruch herstellten, um unser Publikum zu erreichen, zu begeistern und die Besucherzahlen zu erhöhen. Uns ist das gelungen, weil wir schrittweise folgende Elemente der Show ausgebaut bzw. neu in die Show eingebracht haben:

1) eine sehr ausgefeilte, auf die Pferde und das Apassionata-Publikum abgestimmte Musik-Komposition von Holger Ehlers und seinenKomponisten-Kollegen 
2) eine dramaturgische Linie, die immer perfekter wurde und durch Straffung und Abwechslungsreichtum dazu angetan war, den Spannungsbogen zu halten und weiter zu erhöhen
3) Mix-Bilder unterschiedlicher Pferde-Rassen wurden generiert, die es bis dahin in noch keiner anderen Pferdeshow gegeben hatte
4) eigenständige, Show-affine Pferde-„Bilder“ wurden von uns entwickelt, die zuvor in keiner anderen Show zu sehen gewesen waren
5) ein immer „filmischerer“ Video-Content wurde kreiert, der immer „interaktiver“ und publikumswirksamer eingesetzt werden konnte
6) durch das Konzept für eine neue Licht-Ästhetik und einfache Innovationen im Bereich der Bühnenkonstruktion konnte die Arena-Bühne intimer und „theatralischer“ gestaltet werden
7) es erfolgte eine absolute Aufwertung der Tanzeinlagen und der Choreographie, die nicht Lückenfüller blieben, sondern die zu eigenständigen Show-Elementen wurden und seitdem sowohl als Solo-Nummern als auch in Korrespondenz mit den Pferde-Choreografien funktionieren etc. etc.

All diese Elemente, die heute Selbstverständlichkeit sind, mussten ab 2009 schrittweise und gegen große Widerstände des „Apassionata-Establishments“ durchgesetzt werden. Das hing u.a. damit zusammen, dass sowohl die Equipe-Chefs als auch die Apassionata-„Bürokratie“ (die noch unter dem Schock der Gert-Hof-Produktion von 2008 standen) keine Veränderungen wollten. Es gab 2009 noch etliche Dogmen: Wir hatten u.a. zu kämpfen mit erheblichen Restriktionen im Hinblick auf die Reiter-Kostüme. Es durfte während der Pferde-Auftritte kein bewegtes Licht in der Arena und überhaupt kein Licht auf dem Arena-Boden eingesetzt werden. Es gab keine Verschmelzung von Tanz- und Pferde-Nummern. Und wie lang eine jede Dressur-Nummer war, das lag im Ermessen des jeweiligen Reiters etc. etc. etc.

Die Equipen wurden hofiert und gehätschelt und eben nicht wie normale „Darsteller*innen“ behandelt, die den Regeln und Anforderungen des Kunstbetriebs zu folgen hatten. Bis 2009 (mit Ausnahme der Gert-Hof-Show) standen nicht die SHOW und auch nicht die PFERDE im Mittelpunkt , sondern die jeweiligen Equipe-Chefs mit ihren Traditionen und Befindlichkeiten. Zudem „gehörte“ die damalige Apassionata-Revue – durch die Aussparung bzw. Nivellierung des künstlerischen Elements – ALLEN, die „irgendwie“ mitmachten. Alle, vom Pförtner bis zum Buchhalter, durften ihre Meinung sagen und sich „einbringen“. Der Herrschaft des Mittel- und des Zehntel-Maßes war Tür und Tor geöffnet. Bekanntlich ist Kunst aber eine „diktatorische“ Angelegenheit. Oder um es anders auszudrücken: Kunst muss immer den Fingerabdruck eines Künstlers haben.

Zäsuren bei der Apassionata Pferdeshow

Gert Hofs Inszenierung von 2008 hatte das absolut, deshalb machten wir, was die künstlerische Seite anbelangte, enorm wichtige Erfahrungen. Aber Gerts Show scheiterte unter anderem an einem – damals scheinbar peripheren und deshalb von etlichen unterschätzten – Detail, das – von mir angeregt – Holger Ehlers zwei Jahre später grundsätzlich veränderte: Das Primat der Musik mit einer vom Autor und Komponisten der Show festgelegten Länge war 2008 noch nicht gegeben, so dass Gert seine Inszenierung dramaturgisch nicht wirklich hatte „planen“ und umsetzen können. Die Inszenierung war zu jener Zeit letztendlich noch immer der Willkür der variierenden Pferdenummern-Länge unterworfen.

2010 setzten wir mit Holger erstmals durch, dass die Show sekundengenau auf die vorgegebene Musik programmiert wurde, von Anfang bis Ende – und alle Equipen hatten sich daran zu halten. Das war die Revolution, unsere „kopernikanische Wende“, wie ich es nannte. Von da an konnte man die Show kontrollieren und dramaturgisch-künstlerisch ausgestalten, und erst ab da war es möglich, in „Bildern“ zu denken und wie auf einer Theater- oder Opernbühne zu inszenieren! Natürlich gibt es Riesenunterschiede zwischen einer Theaterbühne und einer Arena-Situation, wie man sie bei Apassionata hat. Trotzdem war es erforderlich, Bühnenästhetik-Erfahrungen zu nutzen, um ein neues Konzept für eine Apassionata zu entwickeln, von der sich nicht alsbald das Publikum verabschieden sollte, weil es schon x-mal das Gleiche gesehen hatte. Denn Apassionata war bis dahin eine einfache Pferde-Nummern-Show. Und Pferde-Nummern-Shows – das konnte nicht nur Apassionata.

Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich stehen die „Pferde“ weiterhin im Mittelpunkt der Apassionata. Allerdings überwiegt der „künstlerische Aspekt“ inzwischen sowohl akustisch als auch optisch und vor allem in der Gesamtwahrnehmung. Seit 2010 nutzt Holger das emotionale Element der „Melancholie“ – wie bereits Gert Hof 2008 – in seinen Inszenierungen und befreit dadurch die Pferde davon, „nur als Vorzeigeobjekte benutzt“ zu werden. Er bettet die Pferde-Dressuren ein in einen sie kontrapunktisch umhüllenden musikalischen Kontext, wobei die spezifische Ausgestaltung von Melodik, Harmonik und Rhythmus entscheidend ist.

Die Apassionata-Shows „Im Bann des Spiegels“, „Cinema of Dreams“ und „Der magische Traum“ sind – als Höhepunkte der oben beschriebenen Entwicklung – jede für sich einzigartig, jede ein künstlerischer Fingerabdruck des Autors und Regisseurs Holger Ehlers.

Nachts: Vision „Freiheit“

Es ist inzwischen spät in der Nacht. Ich erinnere mich an mein mittägliches Gespräch mit unserer „Pferdeflüsterin“ Kerstin Brein. Ihre letzte Frage an mich lautete: „Asteris, welche ist denn deine Vision von einer idealen Apassionata-Show?“ Worauf ich wie aus der Pistole geschossen antwortete: „Eine Show wie im „Theater“. Bestehend nur aus „Freiheits-Nummern“. Also eine Show nur mit „Pferdeflüsterern“ und ihren Pferden. Auch mit Trickreiten, Comedy-Nummern und sogar mit klassischen Dressuren – alles ohne Zaumzeug. Und vor allem nicht nur mit Pferden, die nicht lügen, sondern auch mit Menschen, die frei und nicht skrupellos sind.“ Kerstin wurde still und nachdenklich, und ich merkte ihr an, dass sie meinen Gedanken gut fand. Wir gingen lächelnd unserer Wege – sie zu ihren Pferden, ich zu meinem Laptop. Die Apassionata wie ein großes Gedicht. „Schreibe ich deinen Namen … „. Paul Éluard kam mir plötzlich in den Sinn. „Freiheit … “

© Asteris Kutulas
Riesa, 18.-20.10.2018

Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 1 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 2 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 3 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 4 | Das Ende (Oktober 2019)

Meine Apassionata-Story, Teil 2 (Riesa-Tagebuch 2018)

Apassionata-Tagebuch, Riesa, 15. Oktober (im Morgengrauen)

Apassionata Pferde-Show Produktion „Der magische Traum“

Leo ist jung, cool, und er spricht sechs Sprachen. Im Gegensatz zu mir versteht er auch die Pferde. Leo ist der Stage-Manager und sowas wie der vibrierende Mittelpunkt unserer Mannschaft. Er macht das so locker, als würde er Samba tanzen, was damit zu tun haben könnte, dass seine Mutter Brasilianerin ist. Leo schaut immer ernst drein; immerhin hat er in bestimmten Augenblicken auch die größte Verantwortung für die gesamte Produktion der Show. Wenn er „Go!“ sagt, dann bewegt sich die Show-Maschinerie: Das Licht geht an, die Tänzer pirouieren herein, die Pferde im Trab, die Tore öffnen und schließen sich, und natürlich beginnt die Musik „bei Null“. Das alles durch Leos „Go!“ Wir hängen an seinen Lippen. Und Leo hängt an den Lippen von Holger Ehlers, unserem Kreativdirektor, der ganz lässig in seinem Drehstuhl sitzt und (meistens) wohlwollend nach links und rechts schaut. Ein Nicken zu Leo, der haucht in’s Mikro: „Go!“ Sofort Magie: Die Apassionata Pferde-Show.

Holger hat alles im Kopf … und dazu das, was man einfach „Bauchgefühl“ nennt. Jedenfalls möchte ich nicht in Holgers Haut stecken. Immerzu diese Verantwortung. Damit am Schluss ALLES stimmt, damit alles zusammenkommt, alles ein harmonisches Ganzes ergibt, dass es ein Gesamtkunstwerk wird, dass Hunderttausende Zuschauer live und Millionen international durch TV- und Internet-Beiträge berührt werden und dass nicht wenige Menschen sogar begeistert sind. Das immer wieder erreichen zu müssen und zu wollen (!), ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Es ist allerdings auch eine Bürde. Eine Last, die man schultern und in’s Ziel bringen muss. Es bedeutet immer ein hohes Risiko. Der Künstler hat keine andere Wahl, als dieses Risiko einzugehen, diese Aufgabe anzunehmen und den Weg vom Beginn eines Projekts bis zum Schluss durchzustehen. Einige bekommen Angst und haben früher oder später Depressionen, bei anderen steigt der Adrenalinspiegel und sie hyperventilieren, andere nehmen es gelassen und nichts scheint sie aus der Ruhe bringen zu können. Holger sei ein „Baum-Mensch“, hatte es letztes Jahr geheißen. Ich denke, weil er geerdet ist und Saison für Saison einen neuen Jahresring, also eine neue, zusätzliche Haut bekommt, werden seine Shows von Jahr zu Jahr reifer, künstlerischer und zugleich publikumsaffiner. Und Holger selbst erlebe ich immer ruhiger. Die Show „fühlt sich immer besser an“.

Die Apassionata Pferde-Show Story

Was für eine Entwicklung! 2009 begann ich, als freier Berater für die Apassionata zu arbeiten. Wie ich in meinem ersten Blog-Beitrag schon schrieb, war Peter Massine, als Produzent der Show, bereits 2006 der Meinung, dass „Apassionata“ als traditionelle Pferde-Nummerngala ein Auslaufmodell und nicht mehr zukunftsfähig sei. Auch ich sah das so. Aus diesem Grund engagierte Peter für die „Sehnsucht“-Show 2008 Gert Hof. Allerdings war Gert Hofs Inszenierung für das traditionelle Apassionata-Publikum zu diesem Zeitpunkt zu „revolutionär“. Gert, der die Kinder für die besten Kritiker seiner Lichtinszenierungen hielt, hatte ein grandioses Märchen herbeigezaubert und nicht damit gerechnet, dass die Kinder bei diesem Kampf auf Leben und Tod, der um den gestohlenen Mond geführt wurde, tatsächlich Angst bekamen. Sie rannten aus der Show und mit ihnen die Eltern.
Peter hatte eine schwierige Erfahrung gemacht, die er aber nie bereute. Holger hatte sich das Ganze sehr aufmerksam angeschaut und erlebte diese Lektion aus der „Schule Gert Hof“ wohl als eine höchst interessante Lehrstunde. So oder so, die „Sehnsucht“-Show von Gert bedeutete den großen Umbruch bei der Apassionata. Von da an gab es hier nie wieder ein „Nummernprogramm“.

In meiner Berater-Funktion führte ich im Auftrag von Peter 2009 eine Analyse der Apassionata und ihrer Entstehungsgeschichte durch. Ich bezog in diese Betrachtung auch Entwicklungen anderer Entertainment-Bereiche mit ein und kam zu dem Schluss, dass der „künstlerische“ Weg, den Peter mit Gert eingeschlagen hatte, grundsätzlich der richtige war, dass dieser Weg aber „evolutionärer“ und mit einem Grundverständnis für das Apassionata-Publikum gegangen werden musste. Auf jeden Fall weg von einer Reitkunst-Veranstaltung, hin zu einer vollkommen neuen „inszenierten“ Apassionata-Showproduktion.

Bei meinem Rückblick auf die Apassionata-Entwicklung stellte ich damals auch fest, dass sich diverse Regisseure aus unterschiedlichen Bereichen (TV, Ballett, Theater, Event) an der Apassionata versucht hatten, die aber genauso wie Gert – wenn auch aus völlig anderen Gründen – schließlich passen mussten, weil ihre Show „irgendwie nicht funktionierte“. Holger war dann immer derjenige, der diese Inszenierungen „ausbesserte“ (was ich 2008, 2009 und 2010 miterlebte), zumal er als (Mit-)Komponist mit seiner Musik die Grundstruktur einer jeden Show regelrecht vorgab, also dafür prädestiniert war. Nach dem Scheitern der Inszenierung des Choreographen M.K. im Jahre 2009 und nachdem 2010 nacheinander drei (!) Regisseure mit ihrem jeweiligen Inszenierungsansatz scheiterten, schlug ich Peter vor, fortan auf externe Regisseure zu verzichten und konsequent auf Holger als Kreativdirektor zu setzen, der bereits 2009 und 2010 nicht nur – zusammen mit noch zwei anderen Musikerkollegen – der Komponist der Apassionata war, sondern sich zum ersten Mal auch als Autor und Regisseur bewiesen hatte. Da ich zur selben Zeit Executive Producer der Apassionata wurde, also auch die organisatorische und finanzielle Verantwortung für die Show-Produktion übernahm, willigte Peter ein und unterstütze von da an diese Transformation – auch gegen alle, vor allem internen, Widerstände. Zugleich bedeutete diese Entscheidung, dass Peter die Grundlage für eine äußerst erfolgreiche Zukunft der Apassionata legte, wie sich in den folgenden Jahren herausstellen sollte.

Um die Apassionata Pferde-Show zu professionalisieren und von Dilettantismus zu befreien, sorgte ich als Executive Producer dafür, dass Holger nach und nach (bis 2014) den Einsatz aller Gewerke im Grundsatz bestimmte, damit ein Gesamtkunstwerk aus einer Hand entstehen konnte. So wurde aus dem „Musiker“ Holger Ehlers mit den Jahren auch der versierte Autor und der noch versiertere Regisseur, der also nicht nur die Musik, die Story und die Inszenierung kreierte, sondern auch die Anmutung der Kostüme als auch die Moods für die Props, den Video-Content und die Gesamt-Choreographie festlegte.

Die Apassionata Pferde-Show als Gesamtkunstwerk

Um die Gesamtkunstwerk-Strategie für die Apassionata umzusetzen, beschlossen Holger und ich 2011 einen „Fünfjahresplan“, der später verlängert wurde, um nach und nach aus der Nummern-Revue eine Show von Weltformat zu produzieren – für ein breites Publikum, das nicht nur aus Pferde-Liebhabern bestehen würde. Folgende inhaltliche Schwerpunkte legten wir fest, um sie auf eine jeweils neue qualitative Stufe zu heben, und diese Vorhaben realisierten wir dann tatsächlich genau so:

2011 Primat der Musik & der Dramaturgie
2012 Show-Buch
2013 Neue Licht-Ästhetik
2014 Professioneller (filmischer) Videocontent
2015 Dramaturgische „Pferdechoreographie“ (Mix-Bilder)
2015 Kostüme & Props
2016 Weiterentwicklung des Storytellings (Gewichtung auf Off-Texte)
2017 Tanzchoreographie & Einführung eines Tanzbodens
2017 Zweite Ebene des Bühnenraums (Decken-Bespielung)
2018 Einbeziehung des gesamten Bodens in die Bühnenästhetik

Die Jahreszahlen markieren die qualitativen Wendepunkte, die letztendlich in der Summe zur heutigen – künstlerisch einzigartigen – Apassionata-Show geführt haben. Das Resultat war nicht nur eine spezifische „Apassionata-Show“ und seit etwa 2013 ein neues, eigenständiges Genre, sondern eben dieses von uns angestrebte Gesamtkunstwerk, in dem alles aufeinander abgestimmt und in dessen Ablauf keine Sekunde zufällig ist. So wurde aus der „abstrakten“ Apassionata-Show – über die Jahre – ein emotionales, „familiäres“ und sehr artifizielles Holger-Ehlers-Opus, ein Konglomerat aus Opern-, Theater- und Pop-Ästhetik, wobei die Pferde immer mehr „eingebettet“ wurden in eine optisch-akustische Kunst-Landschaft, häufig voller Melancholie. Alles wurde zu „Kunst“ und damit EMOTIONAL. Das Publikum liebte es … mehr und mehr.

Und das kam auch der ehemals „kalten“ Marke APASSIONATA zugute, die einen immer „wärmeren“ Nimbus erhielt durch diesen neuen, künstlerischen Charakter der Show, den ich von Anfang an unterstützte und ab 2013 als Dramaturg auch mit-erschuf.

Peter und die Apassionata Pferde-Show Story

Hier in Riesa, wo immer alles beginnt (und nichts endet), ging mir das heute nochmal durch den Kopf. Anlass dafür war ein Gespräch mit meinem Freund Heinz aus Dresden, der mich auf einen Kaffee besuchen kam. Wir waren zusammen vor vielen Jahren Gymnasiasten an der berühmten Kreuzschule gewesen. Er im Kreuzchor, ich nicht. Wir nahmen unsere Kaffee-Monk-Pappbecher in die Hand und gingen vor der Halle auf und ab. Reiter, Pferde, ein paar Raucher, Hufeklappern, Wolken, Kühle.
„Was ist los mit eurer Apassionata?“, fragte Heinz. „Ich hab so viel darüber gelesen, im Spiegel und so …“
„Heinz, aus meiner Sicht, die sich aus der Lektüre diverser Presseveröffentlichungen und Interviews ergibt, ist es ganz einfach: Zwei langjährige Freunde und Partner von Peter Massine versuchen seit zwei Jahren – mit Hilfe einer chinesischen Immobilienfirma –, Massines Apassionata-Unternehmen „feindlich“ zu übernehmen. Die Haupt-„Verantwortung“ hierfür trägt Peter selbst, er  hat nicht „aufgepasst“ und hat sich von Gier und „Megalomanie“ leiten lassen und wollte seine chinesischen Partner betrügen. Aber auch seine ehemaligen Freunde und jetzigen „Gegner“ Thomas Bone-Winkel und Johannes Mock-O’Hara haben offenbar Peters Widerstands-Willen unterschätzt. Sie dachten womöglich – in chinesischem Geld schwimmend –, Massine finanziell sehr schnell in die Knie zwingen und ihm nicht nur das Unternehmen, die Apassionata World GmbH, sondern auch die MARKE „Apassionata“ wegnehmen zu können. Eigentlich ging’s ihnen um diese MARKE, glaube ich.“
Wir waren stehengeblieben. Heinz schaute mich an und fragte etwas verdutzt: „Und was ist mit der Show?“
„Ja, was ist mit der Show … Das ist die Frage, die eigentlich gestellt werden musste: Verkauft die „Marke“ an sich, egal, wie die Show aussieht und egal, wer die Show macht? Diese Frage haben sich „die Chinesen“ offensichtlich überhaupt nicht gestellt. Vielleicht aus Ahnungslosigkeit, vielleicht aus Arroganz … Ich weiß es nicht.“
„Vielleicht ist das auch nur das „chinesische Denken“: dass man alles kopieren kann“, meinte Heinz. Neben uns war es unruhig geworden. Wir entfernten uns ein Stück von der Halle.
Ich sagte: „Vielleicht … Jedenfalls haben sie zwar Massines Firma übernehmen können, aber nicht die Marke – darum wird noch gekämpft – und auch nicht den Künstler Holger Ehlers. An den Content, also an die Show an sich, haben sie nämlich gar nicht gedacht. Sie haben sich die Hülle gekrallt, aber nicht den Inhalt. Sie haben sich das wahrscheinlich ganz einfach vorgestellt: Man übernimmt die erfolgreiche Holger-Ehlers-Mechanik, beauftragt einen anderen Künstler, dieses Modell „deckungsgleich“ mit neuem Inhalt zu füllen, und automatisch produziert man so eine erfolgreiche Show. Ist zwar riskant, aber könnte funktionieren.“ 
Heinz stellte sich vor mir auf. Er erinnerte mich jetzt sehr an den Kreuzschüler von vor 41 Jahren. „Na gut …“, meinte er und machte ein schlaues Gesicht, „aber … Also wenn diese „Chinesen“ die Marke nicht kriegen, allerdings das Unternehmen mit dem ganzen Know-How übernommen haben … Warum machen die denn dann nicht ihre eigene Show unter einer eigenen Marke? Warum klammern die sich so sehr an das Apassionata Pferde-Show Modell von Holger Ehlers?“ Der frühere Kreuzchor-Sänger sah mich gespannt an.
„Die eigene Show – das ist eben nicht so einfach, wir bewegen uns ja im Bereich der Kunst. Wie sagte Friedrich Schiller: Entweder man hat’s oder man hat’s nicht. Die „Chinesen“ brauchen ja nicht nur die Mechanik, sondern sie brauchen auch einen Künstler, der für so eine Show „geboren“ wurde, der die „Mechanik“ mit Emotion füllt, der einfach SEIN eigenes Ding macht. Sonst kommt wahrscheinlich nur kalte, langweilige, formalistische Bombast-Soße raus. Das kennt man ja. Die „Chinesen“ sind quasi am Punkt Null. Wie Peter 2007 mit der Apassionata, als er deswegen Gert Hof reinholte und es anschließend mit fünf verschiedenen Regisseuren innerhalb von zwei Jahren versuchte, die alle scheiterten. Und sie müssen aus dem Nichts zwei Shows zugleich schultern: Die Theater-Show in München und die Tour-Show. Eine Wahnsinns-Herausforderung. Mal sehen, wie sie das hinkriegen … “
„Der Gert Hof …“, setzte Heinz an. In diesem Augenblick kreuzte Leo kurz auf, und ohne, dass ich sein „Go!“ hörte, wusste ich, das bedeutet: „Go!“ Heinz und ich brachen die Unterhaltung ab. Heinz beschäftigte noch etwas, doch er schüttelte den Kopf: „Fragen über Fragen … Wir müssen uns wiedersehn! Spannendes Thema!“ Ein kurz angedeutetes Winken noch, und wir gingen auseinander.

Holger und die Apassionata Pferde-Show Story

Es gibt jemanden, der mir nachsagt, ich hätte einen Der-kleine-Prinz-Reflex. Der kleine Prinz verzichtete nie auf eine einmal gestellte Frage, und ich lasse angeblich keine Frage unbeantwortet, wenn sie einmal gestellt wurde. Hier also schriftlich der zweite Teil der Antwort, Heinz.
Die letzten sieben Jahre haben gezeigt, dass unser „Holger-Ehlers-Konzept“ funktioniert, vor allem die Apassionata-Musik „holt“ sich emotional das Publikum – und ist die halbe Miete. Dazu kommen Holgers von der deutschen Romantik und Jules Verne inspirierten Storylines, seine Bild-Ideen für den Video-Content und seine sehr eigene Inszenierungsphilosophie etc. Holger hat sein „Rezept“ – das ist sein Geheimnis. Das einzige, was ich von Holger, dem „Baum-Menschen“, mit Sicherheit sagen kann, ist, dass er natürlich Baumkuchen backen würde. Und du, lieber Heinz, würdest jetzt im Hinblick auf die andere Show vielleicht fragen: Wie wär’s denn mit Dresdner Stollen? 

Genug geschrieben, ich muss schnurstracks wieder in die Arena, es gibt noch einen Durchgang. Reiter, Pferde, Tänzer … Der Schluss der Show soll verändert werden. Ich warte, dass es losgeht, dass Holger gleich Leo zunickt und dass Leo in’s Mikrophon sagt: „Go!“

© Asteris Kutulas
Riesa, 15.10.2018

Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 1 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 2 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 3 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 4 | Das Ende (Oktober 2019)

Meine Apassionata-Story, Teil 1 (Riesa-Tagebuch 2018)

Apassionata-Tagebuch, Riesa, 12. Oktober (abends)

Apassionata Pferde-Show Produktion „Der magische Traum“

Gestern in Riesa angekommen. Apassionata Proben. Momentan noch völlig entspannte Atmosphäre. Die Welt hier atmet outdoor Altweibersommer. In der Halle atmen wir Apassionata. Am aufgeregtesten sind wohl die Pferde, die sich langsam an die Musik, an die neue Umgebung, an das Showlicht gewöhnen müssen. Ich habe Respekt vor den Vierbeinern. Obwohl ich sie nicht verstehe. Ein mächtiger schwarzer Friese schaut mich an aus seinen großen runden Augen. In diesen schwarzen Spiegeln sehe ich mein Abbild und bin sofort auf mich zurückgeworfen. Um mich herum ein Gewirr von Stimmen und Sprachen. Techniker, Reiter, Künstler. Heike kommt aus der Kostümbildnerei, schiebt mich sanft beiseite und geht – bepackt mit zahlreichen Steam-Punk-Outfits – die vier Waschmaschinen anschmeißen.

Apassionata, Riesa, Asteris Kutulas

Für mich ist es das zehnte Mal: Apassionata in der Sportstadt Riesa (die sich den Sport inzwischen nicht mehr leisten kann), in einer Stadt, die zu DDR-Zeiten berühmt war wegen der VEB Zündwarenwerke. Alle Streichhölzer der DDR wurden im sächsischen Riesa produziert. Auf allen Streichholzschachteln stand: Riesa. Heute hat Holger Ehlers hier, in der Sachsenarena, das Sagen. Der Kreativdirektor der Apassionata zeigt auf einige Reiter mit ihren Pferden und prophezeit: „Das wird eine tolle Show“. Er muss es ja wissen. Bis jetzt hat es jedenfalls immer gestimmt. Holger hat die Entwicklung der Apassionata von Anfang an, also seit 2002, mitgemacht. 2010 übernahm er dann den Job des Apassionata-Regisseurs und -Autors. Die Musikdramaturgie bzw. die Musik kamen ohnehin schon seit der ersten Show fast immer von ihm und seinen beiden Komponistenkollegen.

„Hans, das Pferd“ taucht auf in diesem Moment, schaut sich um und trabt weiter. „Hans, das Pferd“ reagiert immer äußerst sensibel auf die Musik. „Hans, das Pferd“ ist everybodys Darling, denn es hat die Aufgabe übernommen, die Kreatur zu sein, die Schuld hat an großen und an kleinen Übeln. Von einigen wird „Hans, das Pferd“ aber auch als Glücksbringer gesehen. Heike drückt auf die Start-Knöpfe aller vier Waschmaschinen.

Peter Massine ist heute da, der Gründer und Produzent der Apassionata. Peter ist nachdenklicher geworden, „philosophischer“. Und trotz des „lästigen“ Umstandes, dass ihm noch immer ein übermächtiger Gegner Kontra gibt, scheint er sehr zufrieden zu sein. Er sagte vorhin zu mir: „Ich saß eben noch im Auto. Ich fuhr die Strecke Berlin-Riesa und konnte nicht glauben, dass wir es tatsächlich geschafft haben. Dass ich überlebt habe. Dass Apassionata überlebt hat. Wahnsinn!“ Hinter Peter liegen zwei schwierige Jahre. Er hat gerade als Hauptakteur (in Gestalt sowohl des Haupt-Täters als auch des Haupt-Opfers) eine der spektakulärsten Schlachten der deutschen Entertainment-Branche (irgendwie) „überstanden“. Jetzt ist es ihm offensichtlich gelungen, eine zukunftsträchtige Basis für seine Apassionata zu schaffen – mit Hilfe seines Freundes und Kreativdirektors Holger Ehlers, der in den letzten beiden Jahren die Produktion am Leben und zusammengehalten hat, und vor allem mit Hilfe seines neuen strategischen Partners „Live Nation“, der in den nächsten 11 Jahren die Apassionata veranstalten wird.

Schlacht um die Apassionata Pferde-Show

Die Schlacht um die „Apassionata“ war (und ist) knallhart und gnadenlos. Sie nahm zuweilen skurrile Züge an und war bestimmt von Gier, Verrat und Hybris. Die multiplen Auseinandersetzungen zwischen Peter und seinem früheren Partner, dem chinesischen Hongkun-Konzern, erreichten in der Saison 2017/18 ihren Höhepunkt, als zwei Apassionata-Shows zugleich on Tour waren. Die Apassionata von Peter Massine („Der Traum“) und die Apassionata  der Chinesen („Gefährten des Lichts“). So etwas hat es, meines Wissens nach, noch nie in der deutschen Entertainment-Industrie gegeben. Für das Apassionata-Publikum konnte die Sache verwirrender nicht sein.

Peter hatte versucht, seine chinesischen Partner über den Tisch zu ziehen, die haben sich gewehrt und ihm im Gegenzug die Firma (Apassionata World GmbH) weggenommen, seine Mitarbeiter und seine Infrastruktur. Also business as usual, beidseitig ein sehr „kapitalistisches“ Unterfangen. Dass die „Chinesen“ damit sehr weit gekommen sind, hat sicherlich damit zu tun, dass Peter in der Vergangenheit sowohl falsche Personalentscheidungen getroffen als auch unternehmerisch fatale Fehler gemacht hat. Ich meinte heute: „Klar, dafür musst du büßen. Aber sicher hätte es nicht so sein müssen, auf diese Art und Weise …“. Peter lächelte bitter und fragte mich: „Erinnerst du dich daran, wie unsere Apassionata-Zusammenarbeit begonnen hat?“

Apassionata, Gert Hof, Asteris Kutulas
Plakatentwurf zu Gert Hof’s „Sehnsucht“-Inszenierung von 2008

Gert Hof & die Apassionata Pferde-Show

Ja, ich erinnere mich. Als ich mit dem Regisseur und Lichtkünstler Gert Hof zusammenarbeitete, haben wir ab 1999 mit Peter bei diversen Gert-Hof-Events kooperiert. 2006 konfrontierte Peter mich zum ersten Mal mit seinen Sorgen hinsichtlich der Apassionata-Show. Er glaubte – im Gegensatz zu seinem damaligen Partner – an eine Zukunft der Show, war aber zu der Erkenntnis gekommen, dass „Apassionata“ als traditionelle Pferde-Nummern-Gala ein auslaufendes Modell sei. Ein neues Konzept wurde gebraucht. Wir einigten uns 2007, Gert Hof mit einer Apassionata-Produktion zu beauftragen, um der Show eine neue Richtung und Qualität zu geben. Das tat Gert auch, mit der Apassionata „Sehnsucht“-Show. Gert Hof konnte eins perfekt: großartig inszenieren. Das sah man bei den Licht-Events. Das sah man bei der Rammstein-Bühnenshow. Das sah man bei seinen Theaterinszenierungen.

Zwischen 1998 und 2010 war ich Partner, Manager und Produzent von Gert Hof, mit dem zusammen ich in dieser Zeit mehr als 40 Events weltweit produzierte. Gert hielt die Musik für die eigentliche Basis seiner Shows. Jedes Mal investierte er sehr viel Zeit in diese „Basis“. Er sagte immer: „Asteris, die Musik ist die Mutter!“ Die Zusammenarbeit mit den Komponisten und Musikern unserer Events war immer aufregend und äußerst inspirierend: im Waldhaus des Tangerine-Dream-Komponisten Klaus Schulze, bei Mike Oldfield außerhalb Londons, im Berliner Aufnahme-Studio von Westbam und Klaus Jankuhn, bei Mikis Theodorakis gegenüber der Akropolis etc. etc.

Apassionata, Mike Oldfield, Asteris Kutulas
Mike Oldfield & Gert Hof, Photo © by Asteris Kutulas

Apassionata, Westbam, Asteris Kutulas
Westbam & Klaus Jankuhn, Photo © by Asteris Kutulas

Udo Lindenberg, Gert Hof, Asteris Kutulas
Udo Lindenberg & Gert Hof, Photo © by Asteris Kutulas

So lernte ich bei mehreren Sessions im Tonstudio – während der Apassionata-Produktion „Sehnsucht“ im Jahr 2008 – Holger Ehlers kennen, der für diese Show die Musik nach den Wünschen von Gert produzierte. Dieser Prozess dauerte – wie bei Gert üblich – mehrere Monate. Es wurde an jeder Sekunde gefeilt. Die inszenatorische Leistung von Gert (der auch das Buch schrieb, Licht, Choreographie und Kostüme bestimmte und natürlich Regie führte) war einmalig für eine Arena-Show und kann nur mit „grandiosem Theater“ umschrieben werden.

Rammstein-Inszenierung für Kinder

ABER: Gert Hof war zu Apassionata 2008 wie aus dem finsteren Nichts des Alls gekommen, war wie ein Komet in die bis dahin friedlich-schöne Apassionata-Welt eingeschlagen, und seine Inszenierung hatte eine „Schneise der Verwüstung“ hinterlassen. Diese „Rammstein-Inszenierung für Kinder“ war phänomenal, das Beste, was ich auf einer Arena-„Bühne“ je gesehen hatte, seiner Zeit weit voraus, aber für die Apassionata-Kinder ein Schock. Sie nahmen scharenweise Reißaus. Sogar „Hans, das Pferd“ wurde manisch melancholisch. Nach Gerts Apassionata-Geschichte brauchte die Menschheit jedenfalls erstmal eine gehörige Portion „Herr der Ringe“, für längere Zeit, ehe es sich an finstere Szenen gewöhnt hatte und schwarze Reiter und böse Frauen und andere ungute Zeichen furchtlos erwartete, ja, sogar auf diese gefasst war. Die dunkle Gert-Hof-Apassionata-Inszenierung von 2008 hatte nichts mit dem bis dahin traditionellen Apassionata-Publikum zu tun gehabt, so dass die Show – im laufenden Tour-Betrieb – uminszeniert werden musste, um das Überleben des Apassionata-Unternehmens. Diese Aufgabe übernahmen im Herbst 2008 Marcus Gerlach und Holger Ehlers, und sie retteten damit nicht nur die Apassionata, sondern auch … „Hans, das Pferd“.

Peter ist vor einer Weile vom Tisch aufgestanden und hat gesagt: „Lass uns in die Arena gehn, die Proben laufen.“ Tatsächlich, der Catering-Raum ist inzwischen leer, alle sind auf ihren Posten. Die vier Waschmaschinen surren leise vor sich hin, die Steam-Punk-Kostüme drehen sich im Uhrzeigersinn, und Hund Woppi scharwenzelt um meine Füße und will gekrault werden.

Zweifellos, it’s Riesa Apassionata Time. Auch für „Hans, das Pferd“. Morgen geht’s weiter.

© Asteris Kutulas, 12.10.2018

Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 1 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 2 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story – Tagebuch, Teil 3 (Oktober 2018)
Meine Apassionata-Story | Das Ende – Tagebuch, Teil 4  (Oktober 2019)

Apassionata – „Der Traum“: Video-Diary/Tagebuch

Rehearsal Video Blinks „Apassionata – DER TRAUM“ Show

Four video blinks I have shot with my iPhone 6s during the rehearsals of the Apassionata show „Cinema of Dreams“ in Riesa (October 2017). This show was created and directed by Holger Ehlers. I was involved in this show production as a dramaturg and an artistic consultant.

Asteris Kutulas, Riesa, 23.10.2017

Riesa, 26.10.2017

Riesa, 27.10.2017

Riesa, 28.10.2017

Apassionata-Tagebuch, Riesa, 22. Oktober 2017 (fast Mitternacht)

Produktion „Apassionata – Der Traum

Apassionata, Asteris Kutulas
Daphne De Visser mit ihrem Pferd

Bei Apassionata heißt jeder Raum: SaniTATsraum. Denn bei Apassionata ist die TAT immer eine Gute Tat, eine Nützliche Tat, eine Rettende Tat, und am heutigen Sonntag ist dieses Tun als Sonntagsgebet zu verstehen. “Wir müssen dankbar sein.” Unser tägliches Brot rhythmisiert seine Krumen zusammen mit Lampes Lichtern, mit den Waschmaschinen, die im Schleudergang singen, mit dem Kurzschluss, der einen feuerlosen Blitz auslöste und nachfolgend blitzschnelle Handlungen an der Tafel, auf der die Teller bereitstehn. Ob es mittags warmes Essen geben wird, ist keine Frage. Den Cateringbereich fasst das sanfte Schwingen der Vorhänge ein. Ist eine Plastik farbig bemalt, heißt es auch, sie sei “farbig gefasst”.

Apassionata Der Traum, Asteris Kutulas
Proben in Riesa, 2017

Gefasstheit – darauf schwört Steffen, der Produktionsleiter. Gefasstheit – darauf schwört Matze, der Stage-Manager. Gefasstheit – darauf ist das große Portal eingeschworen, das die Projektionen einrahmt. Im Cateringbereich erneuert sich die Gefasstheit der Crew. Das weite Weiß – die Farbe des Friedens, gepaart mit Blau. Das weite Weiß hat sich seinen Einflussbereich geschaffen. Das Blau in den Ecken. So, wie das Luftschiff die Briefe in die Ecken der Welt trägt, von wo Rettung für die Erde nahen wird, so bildet das Blau hier Raumecken, aus denen sich ausgleichende Stimmung speist. Ein wahrer Speise-Raum also. Schöner als je zuvor.

Apassionata Der Traum Asteris Kutulas
Proben in Riesa, Oktober 2017

Der weiße Flanell macht sich gut. Diese unangestrengte Feng-Shui-Energie besänftigt das Große Ganze. Dreimal am Tag. Die Wirkung bleibt nicht aus. Scharfe Kanten fehlen. Scharfe Worte fallen nicht. Scharfe Zungen schweigen. Scharfe Gedanken zur richtigen Zeit. Das Gulasch hat die nötige Schärfe. Der Basilikumtopf wird mit Wasser bedacht. Hund Woppi kämpft um nichts und bekommt seinen Wiesenspaziergang. Hannah begegnet Mascha. Die Küche gibt alles und wechselnde Musik mit Prophezeiungen. Gestern hieß es: “Diese Welt geht endlich unter”. Heute ist heute und Sonntag, heute geht die Sonntagswelt auf, Gott will Blues hören, und des Himmels Geschenk ist diese neue Welt unter der Sonne und in der Halle.

Text & Fotos © Ina & Asteris Kutulas

“Lampe”, der Herr der Apassionata-Lichter

Apassionata-Tagebuch, Riesa, 22. Oktober (nachmittags)

Produktion „Apassionata – Der Traum“

Sonntag mit dunkler, feuchter Erde und Sonne. Die Sonne heißt immer Sonne, draußen. Lampe heißt fast immer Lampe, drinnen. Lampes Sonnen sind viele, und er, ihr Herr, hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eine fehlet an der ganzen großen Zahl. Lampe kann es Nacht werden lassen. Tiefe Nacht. Taghelle Nacht. Von Flüstern durchdrungene Nacht. Grausige Nacht. Nachtblumen-Nacht. Kosmische Nacht. Gala-Nacht. Nacht der Panther und Nacht der Skorpione. Nachttischlampen-Nacht. Fuchsnacht. Polarnacht. Schattennacht. Sommernacht. Liebesnacht.

Auch Tag kann Lampe werden lassen, jederzeit. Der Herr der Lichter ist zugleich Herr des hellen Mittagslichts, das gebraucht wird, wenn in der Prärie ein Reiter allein seiner Mission folgt. Ohne Akku, Feuerzeug, Proviant und Sanitäter. Der Reiter in der Prärie muss durchhalten. Die Hufschläge der Riders on the Storm geben seinem Herzschlag das Tempo. Der nur als Idee existierende Reiter in der Prärie ist so verlassen wie kaum jemand bei Apassionata.

Lampe lässt Licht werden. Alles Licht, nach dem die Show hungert und dürstet. “Schritt für Schritt”, sagt Lampe. Seine Bemühungen haben epische Ausmaße angenommen. Das Luftschiff will beruhigt schweben können. Es riecht das Licht.

“Ich kann nicht hexen”, sagt “Chef”. “Chef” glaubt man das sofort. Lampe würde das niemand glauben. Wobei Lampe eher Zauberer ist, statt Hexer sein zu wollen. Eine Baba Jaga ist bei Apassionata momentan nicht gefragt. Also braucht es auch keinen Hexer.

Text & Fotos © Ina & Asteris Kutulas

***

Apassionata-Tagebuch, Riesa, 20. Oktober 2017

Von Ina Kutulas

Auf dem Fußballfeld nebenan die Aufwärmphase. Dutzende Männer in Grün, Gelb, Violettblau. Der Vormittag findet seine Themen auf dem Boden der Realität und im Himmel. Eine Wolkenflotte ist aufgezogen. Sie nimmt inzwischen die Hälfte des Blaus ein. Ein weißes Pferd wird gewaschen, das Wasser lässt seinen Körper glänzen. Zwei Männer beschäftigen sich mit diesem sensiblen Geschöpf, das einen grünen Wasserschlauch akzeptiert. Großes Bild, umrahmt von der Nüchternheit des Bereichs vor der Halle, ein Bereich, der nichts weiter als seinen Zweck erfüllen muss.

Die Pferdemajestäten bringen Erhabenheit in die Alltagssituation. Dazu müssen sie beschäftigt werden. Sonst erleiden sie die Qual der Langeweile. Würde ein Pferd hier die Langeweile plagen, dann liefe etwas schlecht bei Apassionata. Das Kind Hannah im Pullover mit großem Leopardenmuster-Herz auf der Brust hebt schwere Früchte, fast größer als seine Hand, und sorgt dafür, dass es gut läuft.

Es ist windstill draußen. Jeder an seinem Platz. Der Tischler an seiner Bank, Tag für Tag; lange, schmale Kästen werden gebaut. Das Luftschiff hat sich in Luft aufgelöst. Nachts werden in den Kästen viele Luftschiffe schlafen, und sie werden verschwunden sein, wie von etwas Übermächtigem verschluckt, bevor der Tischler wieder zurückkommt, des morgens. Das große Luftschiff hat seine eigene Flotte wie der Himmel die Wolken. Die Kästen werden zu Bänken, die Bänke zu Schränken, der Himmel zur Küche, die Küche zur Arena, das Wasser kocht, die Proben laufen, die Tänzer sind zahlreich, ein junger Nurejew ist dabei.

Von Kabeln und Leitungen ist dieser Tag durchzogen. Amelie hat ein System aufgebaut. Wasser und Strom fließen. Die Elemente versuchen einander. Luft verbindet Luftschiff und atmende Körper, frei, allein für sich im Raum oder aufeinander eingespielt. Alles atmet und hört, wie die Uhr tickt, immer. Die Zeitfenster sind begrenzt – auch die für Kontroverse und Symbiose. Die Unermüdlichen, die man kaum sieht, haben wenig Schlaf, die Geister der Apassionata, die das Werden der Show vorantreiben, im Hintergrud, der jetzt der Vordergrund ist. Wenig Gelegenheit, Tageslicht an sich heranzulassen. Vierzig Stunden in vierundzwanzig.

Nur Pferde und Bäume schlafen im Stehen. Die Worte folgen dicht auf dicht. Die Schweigsamen müssen reden, und die Erzähler sich in Geduld fassen, sonst ecken sie an. Stoßstellen schmerzen. Dieser Schmerz wirkt sich aus auf den Tonfall, auf Farben, Schrittmaß, auf die Menge an Gold oder Rot in den Szenenbildern und auf Freundschaften, alte und neue.

© Ina Kutulas

Apassionata-Tagebuch, Riesa, 20.10.2017 (abends)

Ein Traum-Tagebuch von Asteris & Ina Kutulas zur Show „Apassionata – Der Traum“ von Holger Ehlers

Wer sein Herz in Enge schlagen lässt, verengt diese Welt, die sich weiten will und drehen. Das steht zwischen den Zeilen des Briefs. Sphäros ist eine Erscheinung in der Höhe, die Show entsteht in der Tiefe der Herzkammern. Der Einzelkämpfer verschwindet unweigerlich aus diesem höllisch unbestimmbaren Paradies. So sieht es das Schriftlose Gesetz der Apassionata vor, das in niemandes Hand liegt. Das Schriftlose Gesetz der Apassionata dirigiert ein Jedes in komplizierten Systemzusammenhängen, zu denen auch Bienen gehören und Kopfschmerzen, zu denen all das gehört, was eigentlich mit Apassionata nichts zu tun hat. Nicht direkt, so die Auskunft von “Chef”.

“Chef” regelt alle Angelegenheiten, “Chef” legt die Choreographie fest zwischen Umluft und Inwendigkeit, zwischen Inständigkeit sowie Outstanding Dept. “Chef” personifiziert sich oder nimmt Objektcharakter an oder wird zum Wetterphänomen. “Chef” kann und weiß nichts allein. “Chef” ist das Dezentrale. Entgegen dem menschlichen Organismus kann es eine Weile ohne Kopf existieren, indem “Chef” zur Hydra mutiert und eine Vielzahl von Köpfen aus sich herauswachsen lässt. Mit dem Feuer aus seinen nunmehr sieben Rachen zündet “Chef” die Sterne in einer Paten-Galaxis an, die sich im Jahr 2017 der “Apassionata” angenommen hat. “Chef” spricht in vielen Zungen und spricht sich aus, entsprechend der Natur eines jeden. “Was passiert, wenn 5000 Leute …?” – “Die Show”, so heißt es, “holt sich, wen und was sie braucht; alle anderen schickt nach jenseits von Apassionata”. Die Show hat sich “Chef” geholt, und “Chef” gibt sich diese Show. Niemand arbeitet für “Chef”, aber alle unterstellen sich ihm wie die Fußballspieler auf dem Feld nebenan, wie der Tonmeister, der sagt: “Gesundheit”, wie die Tänzerin, deren Arm einen perfekten Bogen beschreibt, der Regen und Sonne in die Arena holt und sieben Farben aufscheinen lässt, wie der Garrocha-Reiter, der Figuren in die Arena zeichnet, in denen der Dualismus des Universums sich verkörpert. Und die Halle hat sich das Schwarz geholt.

Das Schwarz schluckt alle und alles. Dann bringt dieses Schwarz das Leuchten hervor und wird zu seinem Träger. Zurückgezogen ins Dunkel, sitzen Tänzer, Reiter, Programmierer, Wächter1 der Show auf den Rängen, um vor sich die Bilder zu sehen, aus denen die Räume werden, in denen sie alle durch die Geschichte gehen werden und sie erzählbar machen. Musik und Licht beherrschen die Arena, Violinen, Bläser, Glocken. Die Halle macht sich selbst vergessen, sie stellt ihre Präsenz zurück. Blau und Gold umfließen die Pferdekörper. Blauviolett und Silber erklingen als Echo des Chaos, das dieser Show 2017 einen Neuanfang gibt, begreiflich dem Reiter mit dem grünen Schlauch, der sein weißes Pferd in Glanz und Form aus der Wirklichkeit hinübertreten lässt in die Ebene des Erzählten. Begreiflich der Priesterin an der Tafel, die die Früchte der Schöpfung sortiert und die Schalen auffüllt.

Vierzig Stunden ohne Schlaf lassen “Crew” nicht ermüden. “Crew” wird zu “Werc”, wenn das Wort in Spiegelschrift gelesen wird, und das Werk ist die Show, die Tänzer und Pferde zusammenführt, Musik und Sand, zauberische Bewegungen von Männern vor Tausenden von Klappsitzen, das gespiegelte Bild eines bevorstehenden Ereignisses. Ein unsichtbares Publikum ist anwesend, ausgesetzt dem hörbaren Rauschen von Planeten, die sich drehen und um die diese Show sich dreht. Hier gibt es viele Reiter, viele Achsen, viel Wirbel. Hannah findet abends Früchte, die größer noch sind als die Früchte am Morgen.

Bevor die Nacht kommt, weitet sich alles, um sich dann zusammenzuziehen und zu sich selbst zurückzukehren. “Chef” ist auch ein Philosoph, der sagt: “Umsicht”. Das gilt für jeden Tisch, jeden leeren Becher, jede Stolperfalle, jeden Kontakt, und es gilt für die Luftschiffzentrale hinter den Fünf Hügeln. Woppi, der vierbeinige Sachverständige, hat den Kopf gehoben. Das schwarze Pferd merkt auf. Hannahs Pullover-Leopardenherz verlässt sein Muster und wird ein Lichtspiel auf dem Boden der Halle. Morgen kommt Mascha Maria. Und Hannah bekommt eine neue Aufgabe. “Wir fangen an!” Ein schwarzes und ein weißes Pferd sind das Thema des Tages, Tag Acht vor Show-Start. Die hellen Mächte treten in die Lichtkegel, Lichtkegel, die stillstehn oder tanzen, Lichtkegel, die dunklen Mächten trotzen. “Chef”, das dezentrale Komplexikum, es kennt alle Formeln, die es hier braucht.

Ina Kutulas (die während der Apassionata-Proben immer hinter Asteris Kutulas saß)

Gert Hof: Regisseur, Lichtarchitekt, Künstler

On the road with my friend Gert Hof (1998 bis 2012)

Gert Hof auf der Akropolis, fotografiert von Asteris Kutulas
Dimitris Koutoulas, Periklis Koukos, Gert Hof auf der Akropolis, 1999 – Photo © Asteris Kutulas

Als ich Gert 1998 bei einem Theodorakis-Projekt in Berlin kennenlernte, schien er mir irgendwie abgehoben und gleichermaßen bodenständig, arrogant, ein Arbeiter vor dem Herrn, unfreundlich, einnehmend, sehr konkret in seinen Vorstellungen, divenhaft, genialisch.

Mich beeindruckten jedenfalls seine unachahmliche Art und seine konsequenten Denkstrukturen, und wir beschlossen, weiter zusammenzuarbeiten. Gert entpuppte sich als Kontrollfreak, als Seismograph für menschliche Verhaltensmuster. Egal, ob es um Verhandlungen mit unseren verschiedenen Partnern ging oder um die Planung eines nächsten Events – er lehrte mich, das Panoptikum menschlicher Unzulänglichkeiten klar zu erkennen. Seine bohrenden und gnadenlosen Fragen über jedes Detail, sein Analytiker-Hirn, brachten nach kürzester Zeit die wahren Fähigkeiten – und vor allem die Unfähigkeiten – vieler unserer Partner zutage. Ich hasste ihn für diese offenbarende Art, gewöhnte mich aber schnell daran, mich in der Arbeit einsam zu fühlen.

Die Luft in der Liga, in der wir zu arbeiten begannen, das merkte ich bald, war sehr dünn. Ich musste, durch Gert dazu getrieben, viele Entscheidungen treffen, die mein Leben veränderten. In den ersten Monaten unserer Zusammenarbeit dachte ich oft, Gert sei größenwahnsinnig, bis ich mich seinem Größenwahn anschloss. Ab da betrachtete ich unsere Projekte nicht nur als Produzent und Manager, sondern auch – und vor allem – als Künstler, so dass auch meine eigene Ästhetik tief von dieser Zusammenarbeit geprägt wurde. 

Gert Hof: Regisseur & Lichtarchitekt

Gert hatte mir, gleich als wir uns kennenlernten, sein Konzept einer gigantischen Lichtschow erläutert. Ich begriff, dass tatsächlich weltweit noch keine Eventform existierte – außer der des Feuerwerks –, die von Hunderttausenden oder gar Millionen live miterlebt werden konnte. Es gab zwar Mega-Konzerte, bei denen Laser und Licht eingesetzt wurden, aber keine Show, die die Möglichkeit bot, eine ganze Stadt einzubeziehen und zu entertainen. Monate später, nach unseren Events in Berlin, Athen, Budapest, Ferropolis und Peking, konnten dann alle, die das erlebt hatten, feststellen, dass selbst die größten Musikshows winzig wirkten im Vergleich zu dem, was wir inzwischen realisiert hatten.

Gert Hof in New York, fotografiert von Asteris Kutulas
Mit Gert Hof in New York, 2000 – Photo © Asteris Kutulas

Und ich erkannte, dass nicht das gewaltige Equipment diese Shows so außerordentlich machte, sondern der Umstand, dass wir es hier mit einer INSZENIERUNG zu tun hatten, die mehrere Elemente (u.a. Musik, Pyrotechnik, Neonarchitektur, Feuerwerk, Licht, Heliumballons, Statisten) vereinte. Viel wichtiger als die Hardware waren also das kreative Potenzial im migränegeplagten Kopflabor von Gert, seine 25jährige Theater-Erfahrung, seine über 20jährige Arbeit im Musik- und Filmgeschäft, seine architektonischen Visionen.

Mario Adorf und Gert Hof, fotografiert von Asteris Kutulas
Mit Mario Adorf und Gert Hof, 2008 – Photo © Asteris Kutulas

Denn es gab in der vor-hofschen Ära keine ausgeprägte „Ästhetik des Lichts“ – jedenfalls nicht in dieser Dimension und schon gar nicht im Outdoor-Event-Bereich –, vor 1999 interessierte sich keiner für dieses Phänomen, außer in Gesprächen über Dritte-Reich-Symbolik. Das „Licht“ führte ein Nischendasein. Gert hat es davon befreit, er befreite es auch aus der speerschen-nationalsozialistischen Umarmung, er machte es „hof“fähig für die moderne Kunst, fürs Entertainment, verlieh ihm die visionäre Kraft einer „Architektur am Himmel“, er schuf in gewisser Weise ein neues Kunstgenre, und er brachte es in die Feuilletons. Das ist vielleicht Gerts größtes Verdienst – er hat den Weg frei gemacht.

Well done, my friend, well done …

© Asteris Kutulas, 2012

Nacht

Gert liebt Architekturbücher, Thüringer Bratwurst, Musikhören, Kaffeetrinken, deutsche Lyrik, Zigarettenrauchen, Formel-1-Rennen, durchgeknallte Freaks und guten Kuchen. Vor allem mit gutem Kuchen kann man bei ihm viel erreichen. 

Gert Hof mag keine Partys, keine Geflügelgerichte, keine leeren Versprechen, kein Mittelmaß.

Gert Hof ist ein unglücklicher, sehr einsamer Mensch. Ein liebevoller Zyniker. Ein Eremit, sich und alle anderen um sich herum treibend. Er hat einst die Nacht geschaut und ist seitdem auf der Flucht vor ihr.

Rammstein

Die Band Rammstein gehört zu Gert wie der Ouzo zu den Griechen. Was für ein Name auch: rammstein – der hätte übrigens eine Idee von Gert sein können, der nicht nur Wassertrinker ist, sondern auch ein Schöpfer von Worten, gemacht mit Hammer und Amboss.

Die Farbe Schwarz

Gert liebt schwarze Sachen. Er geht immer in Schwarz. Vielleicht steht ihm ja auch keine andere Farbe. Unsere chinesischen Partner schenkten ihm in Peking einen grünen Militärmantel, damit er bei minus 20 Grad nicht friert. Er liebte diesen Mantel, fand aber dessen grüne Farbe unerträglich. Der Versuch, ihn schwarz zu färben, schlug fehl. Der Mantel war nicht mehr zu gebrauchen und musste entsorgt werden. Große Trauer bei Gert.

Obsessionen

Gert Hof ist ein exzessiver (manchmal gnadenloser) Mensch – nicht nur in seiner Lebenshaltung, sondern auch in seinem Denken. Er braucht „Verrückte“ um sich herum, anders funktioniert unser ganzes Experiment nicht. Kaum bekannt ist sein Engagement für den Schutz von vom Aussterben bedrohten Tieren.

Gert Hof, fotografiert von Asteris Kutulas
Mit Gert Hof in Antholz (Alpen), 2005 – Photo © Asteris Kutulas
Washington Holocaust Museum

November 1999. Im Washingtoner Holocaust Museum soll Gert für die „Mauthausen-Kantate“ von Mikis Theodorakis, gesungen von Maria Farantouri, Licht und Bühne machen. Eine Benefiz-Veranstaltung. Die Möglichkeiten vor Ort sind spärlich. Er bittet mich, 100 große Kerzen zu besorgen – für die Seelen der Ermordeten, sagt er. Gert ordnet sie auf der Bühne. Das Konzert findet in dieser Atmosphäre statt, wie in einem Kirchenschiff. Ein Requiem für die Opfer des Nationalsozialismus.

Spurensicherung in Auschwitz

Februar 2000. Wir besuchen das Konzentrationslager Auschwitz in Polen. Christoph Heubner, ein guter Freund und ein wunderbarer Lyriker, der das deutsch-polnische Jugendforum Auschwitz leitet, zeigt uns die Gedenkstätte. Durch seine detaillierten und kenntnisreichen Berichte geht uns das Ganze sehr unter die Haut. Gert ist besessen von der Idee, in Auschwitz-Birkenau einen Memorial-Event zu machen. Für ihn eine Art Lebensaufgabe. In einem Brief an das Auschwitz-Komitee schreibt er: „Es ist von eminenter Bedeutung für die Gegenwart und die kommenden Generationen, die Erinnerung an das Konzentrationslager Auschwitz als Synonym für das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit geographisch zu lokalisieren und die materiellen stummen Zeugen jener Zeit visuell identifizierbar zu machen. Das Konzentrationslager Auschwitz – die Todesstätte von Millionen unschuldiger Opfer vieler Nationalitäten, von denen 90% Juden waren – verlangt nach einem außergewöhnlichen Signal …“ Gert fängt an, Ideen zu entwickeln. Er wählt die „Mauthausen Kantate“ von Mikis Theodorakis als Musik zu seinem Konzept. Grundlage für die ästhetische Umsetzung einer Installation in Birkenau müsse die Wahrung der Würde der Opfer und ihrer Hinterbliebenen sein. Er nennt seinen ersten Konzeptentwurf „Nie wieder Auschwitz!“ und spricht von einer „Spurensicherung“. 

Die Metamorphosen des Dionysos

Dezember 2000. Gert inszeniert die Theodorakis-Oper „Die Metamorphosen des Dionysos“ am Griechischen Nationaltheater. Es geht um den letzten Tag im Leben des Dichters Kostas Karyotakis, der sich umbrachte. Die Szenen der Oper sind surreale Zeiteindrücke, historische Verkürzungen und schonungslose Abrechnungen. Der Schmerz bricht immer wieder durch, die Bilder werden schief, überzeichnet, revuehaft grotesk. Gert kommt nach Athen und weiß vom ersten Augenblick an, wie die Oper abzulaufen hat. Er ist in die Musik verliebt und hält obsessiv an seinem Konzept fest. Er schafft schnelle Abläufe, spannende Bilder, spielfilmhaft, ganz anders als bei herkömmlichen Opern-Aufführungen.

Die Stille von Auschwitz

Februar 2003. Wir reden mit der Museumsleitung und dem Internationalen Auschwitz-Komitee. Beide sind von der Idee Gerts angetan. Wir wissen, dass noch niemals in Auschwitz-Birkenau irgendeine Veranstaltung stattfinden durfte und es ein politisch brisantes Unterfangen ist. Nun liegt die Entscheidung bei der polnischen Regierung.

Gert schreibt in seinem Konzeptentwurf, dass das Medium Licht im Konzentrationslager Auschwitz eine besondere Rolle spielte. Der Suchscheinwerfer, Todesinstrumentarium der SS, diente zur Eingrenzung des Lagers, zur Bewachung und zur Verfolgung flüchtender Häftlinge. Der Flüchtende, der von einem Suchscheinwerfer aus der Nacht gemeißelt wurde, war dem Tod anheim gegeben. Gert will mit 200 Großraumscheinwerfern diese Bedrohung und den Terror visualisieren und nachempfinden lassen, denn die menschliche Sprache sei zu arm, um das Grauen zu beschreiben, dem die Opfer ausgesetzt waren. Also müssen assoziierende Metaphern geschaffen werden. Er spricht von der Stille als einem wesentlichen Bestandteil der Dramaturgie. Gert möchte außergewöhnliche, emotionale und eindringliche Metaphern zum Gedenken an den Holocaust erschaffen – als Mahnung gegen jegliche Art von Faschismus, heute und morgen, allerdings Bilder, die in Verbindung mit der Musik vor allem Jugendliche ansprechen. 

Zypern & die Öffnung der Mauer

Juli 2003. In Zypern fällt die „Mauer“, die Grenze zwischen Zypern und dem türkisch-besetzten Nord-Zypern wird nach 30 Jahren wieder geöffnet. Zülfü Livaneli, der bedeutendste türkische Komponist und Liedermacher, und Maria Farantouri aus Griechenland geben an der „grünen Linie“ ein Benefiz-Konzert, mit dem dieser historische Moment gefeiert werden soll. Gert bekommt eine Einladung, das Bühnen- und Lichtdesign zu machen. Wir fliegen sofort nach Zypern, und Gert arbeitet Tag und Nacht. Die Techniker vor Ort sind zunächst überfordert mit dem Know-how und dem künstlerischen Anspruch, den es für Gert durchzusetzen gilt. Stundenlang erklärt er den Leuten wieder und wieder geduldig, worauf es ankommt. Ich erlebe die Leute dann euphorisiert. Das Konzert wird zu einem unglaublichen Erlebnis. Griechen und Türken vereint. Wie in einem Traum.

Das Lichtschloss

Mai 2004. Eine Bekannte fragt Gert, ob er sich vorstellen könnte, eine Inszenierung am Schloss Ludwig II. in Bayern zu machen. Wir fahren hin und sehen uns die Landschaft an. Gert beginnt sofort, Ideen zu entwickeln. Ein „Lichtschloss“ soll über dem Forggensee und Neuschwanstein entstehen und letzteres über einen Lichtbogen mit dem neuen Musicaltheater verbinden. Die Devise ist: Natur, Romantik, Faszination. Ein Denkmal für König Ludwig II. und Richard Wagner. Gert denkt an den „Ring der Nibelungen“; ihm gehen assoziative Bilder durch den Kopf: „Die Lichtburg des Parzival“ oder „Der Lichtschwan des Lohengrin“ oder „Das Gralswunder aus Licht und Feuer“. Einer unserer Zukunft-Projekte.

Motörhead

November 2004. Phillipshalle Düsseldorf. Gert macht Licht- und Stagedesign für Motörhead. Das Ganze wird aufgezeichnet und soll nächstes Jahr auf DVD erscheinen. Diese Band ist ein Naturereignis. Mörderisch laut, ungeschminkt, krachig, straight. Gert fühlt sich „zu Hause“. Lammy, nach dem Konzert mit einem nassen Handtuch über der Schulter, scheint glücklich zu sein.

1.200 Jahre Magdeburg & die Musik

Januar 2005. Mitten in den Vorbereitungen des Events zur 1.200-Jahr-Feier von Magdeburg erfahren wir, dass wir aus Budget-Gründen auf Licht-Equipment ganz verzichten müssen. Jetzt ist wenigstens Klarheit geschaffen. „Ich komme nicht weiter, ich verbrenne“, hatte mir Gert einige Tage zuvor gesagt – das Schlimmste für ihn: wenn mitten in der Arbeit Entscheidungsprozesse stocken. Er entschließt sich, einen reinen Feuerwerks-Event zu machen, aber mit seinen ästhetischen Kriterien. „Ich werde ein ganz anderes Feuerwerk hervorzaubern“, sagt er. „Denn ich bin ja kein Feuerwerker …“ Er hört sich tagelang Musik an, Gesualdo, Hildegard von Bingen, Telemann, Vivaldi, Puccini, Carl Orff und Hanns Eisler. Er würde gern einen Ausschnitt aus Eislers „Kuhle-Wampe-Suite“ von 1928 nehmen, aber die Verantwortlichen wollen keine Ostalgie-Diskussion haben. Überhaupt, die richtige Musik finden: für die eigene Inspiration, für die Menschen – damit ihr Herz berührt wird –, für die Show, die Auftraggeber. Aber eigentlich doch nur für die Menschen. Einer der wichtigsten Momente in der Entstehungsphase seiner Events. „Die Musik ist die Mutter“, sagt er immer.

Indien & Taj Mahal

September 2005. Ein heiß-schwüles Neu-Delhi. Gert ist Gastredner beim Kongress der indischen Lichtdesigner. Der stellvertretende indische Tourismusminister stellt ihn vor, dann spricht Gert. Das Publikum ist begeistert, hängt regelrecht an seinen Lippen. Wir werden am nächsten Tag von der Regierung nach Taj Mahal eingeladen. Eine übersinnliche Schönheit, eine geheimnisvolle Energie geht von diesem Bau aus. Das ist was für mich, sagt Gert, hier will ich was machen. Ein weiterer Plan für die Zukunft.

Gert Hof und Udo Lindenberg fotografiert von Asteris Kutulas
Mit Udo Lindenberg und Gert Hof, Hamburg 2005 – Photo © Asteris Kutulas
Udo Lindenberg

Februar 2006. Wieder eine Begegnung mit Udo Lindenberg und Gert, der UFOnaut und der Lichtpapst. Ich frage mich: Warum hat es das nicht eher gegeben? Warum musste Linde seinen 60.Geburtstag abwarten, um sich mit dem Schwarzen Mann zu vereinen? Jetzt jedenfalls, haben sie sich gefunden und werden die Welt verändern.

© Asteris Kutulas, 2006

Events directed by Gert Hof & produced by Asteris Kutulas

Brief an Gert Hof

Gert Hof & Asteris Koutoulas, 11 Jahre

Liebe Partner, Kollegen & Freunde,

ich möchte Euch hiermit mitteilen, dass Gert und ich nicht mehr im Managementverhältnis zueinander stehen. Wir haben uns im guten Einvernehmen geeinigt, stattdessen ab jetzt projektgebunden zu kooperieren.

Wir möchten Euch für das jahrelange Vertrauen in unsere Zusammenarbeit danken.

Asteris Koutoulas, 22.9.2009

P.S. Was uns beiden jedenfalls bleibt, nach 11 rasanten Jahren, ist die unglaubliche Story einer unglaublichen Beziehung und eines unglaublichen Werdegangs. Hier die short-Variante:

Nach so viel gemeinsam verlebter Zeit ist es also nicht verwunderlich, dass da einiges zusammengekommen ist. Wir haben die halbe Welt umrundet und einige Licht-Zeichen gesetzt. Viel gelernt und viel gelacht. Und unsäglich viel Stress gehabt. „Der Schmerz ist dein Freund.“ Das Leben, wie es ist und wie es sein soll in der besten aller möglichen Welten. Das falsche im richtigen Leben oder umgekehrt, das ist die Frage. Halte aus. Halte durch. Bleib nicht stehen. Salute, capitano Gert!

Und noch ein Dankes-Wort an Meister Gert

Ich habe sehr, sehr viel von Gert gelernt. Die Weiterentwicklung einer Idee habe ich besonders ihm zu verdanken, obwohl ich mich nur einmal mit ihm darüber unterhalten habe. Bereits 1999 – als Gert eine neue Art der multimedialen Licht-Show kreierte und ich außerdem für ihn bei der Dionysos-Opernproduktion als Dramaturg und Regieassistent arbeitete –, entwickelte ich die Idee eines „liquiden Bühnenbildes“, das dem Medium Film eine neue Rolle in einer entsprechend gestalteten „Theaterbühne“ geben und eine neue Art von Show-Produktion ermöglichen würde. Der Grundgedanke dieses „Liquid Staging“-Konzepts besteht darin, dass man einen „FILM“ für die Bühne produziert, also nicht das Medium Film benutzt, um ein bereits bestehendes Stück oder eine bereits bestehende Show-Produktion damit – wie auch immer – „zu vervollständigen“. 

Und im Gegensatz zu Gerts Ästhetik, die von Brecht beeinflusst und auf dem deutschen Bauhaus-Prinzip beruhte, also mehr „abstrakter Natur“ war, folgte meine Idee dem Weg des „Einfühlens“, entsprechend der Hollywood-Film-Tradition. Schon 1991, während meines Studiums, hatte ich „Abstraktion und Einfühlung“ – Wilhelm Worringers Dissertation von 1907 – gelesen und fühlte mich dem antiken klassischen „Einssein mit der Welt“ (Einfühlung) mehr verbunden als der „dualistischen Trennung von Geist und Materie“ (Abstraktion).

Ich habe inzwischen dieses Konzept für ein Theaterbau-Projekt entwickelt, und ich hoffe, dass eine erste konzeptionelle architektonische Umsetzung bald realisiert werden wird. Gert, danke für die inspirative Zeit mit Dir!

Asteris Kutulas, 22.9.2009

(Photo with Gert Hof & Asteris Kutulas 2008, Philharmonie Berlin by © Anja Pietsch)

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Team (Gert Hof Produktionen)

Wir mussten in einigen Fällen nicht nur unter extremen klimatischen Bedingungen arbeiten, wie z.B. bei minus 15 Grad und furchtbarem Glatteis an der Dresdner Semperoper oder bei plus 60 Grad und Sandsturm im Oman, wir hatten es auch mit politisch diffizilen Veranstaltungen zu tun, die unser diplomatisches Geschick herausforderten, so im Jahr 2000 beim Millennium-Event in Peking, wo Mentalitäten und verschiedene politische Kulturen aufeinanderprallten. Kompliziert gestaltete sich auch die Galaveranstaltung am Berliner Gendarmenmarkt anlässlich der EU-Osterweiterung am 1.5.2004, immerhin musste man dabei den Interessen von 25 europäischen Nationen in einer Fernsehproduktion gerecht werden.

Eine Herausforderung ganz anderer Art waren unsere Events auf bzw. an denkmalgeschützten Gebäuden; am extremsten gestaltete sich die Arbeit für unsere Pyro- und Lichttechniker auf der – durch die griechische Verfassung geschützten – Akropolis, aber nicht minder hart waren die Auflagen der Behörden z.B. für das mittelalterliche Fort St.Angelo in Malta oder den Magdeburger Dom.

Sehr oft musste sich unser Team auch mit dem Sicherheitsaspekt der Events auseinandersetzen, bedingt durch die Dimension der Veranstaltungen (nicht selten bis zu mehreren Millionen Zuschauer), die Komplexität der eingesetzten Mittel (Feuerwerk, Licht, Stromversorgung, Helium-Ballons, Lasertechnik, Neon-Equipment etc.) oder auch durch die politische Dimension vieler unserer Shows (Anwesenheit hoher in- und ausländischer Staatsgäste, wichtige nationale Feiertage, Terrorismus-Gefahr etc.).

Unser Team war nicht selten gezwungen, Events unter enormem Zeitdruck zu realisieren, mal mitten in Großstädten unter komplizierten verkehrstechnischen Bedingungen, ein anderes Mal in Häfen bei laufendem Schiffs- und Fähr-Betrieb, aber auch im Hochgebirge oder auf dem Meer. Wir arbeiteten oft mit einer Vielzahl von Firmen unterschiedlicher Nationalität zusammen, manchmal mit bis zu 4.000 Mitarbeitern bei einem Event, und dabei ist es hin und wieder erforderlich gewesen, mit einer komplizierten internationalen Logistik fertig zu werden oder mit Fernseh-Sendern zu kooperieren, die unsere Shows live übertrugen.

Und schließlich haben wir auch mit namhaften Künstlern zusammengearbeitet, so dass unsere Techniker gleichzeitig Bühnenshow, Megaevent und Fernsehproduktion unter einen Hut zu bringen hatten, so geschehen mit Mike Oldfield an der Siegessäule in Berlin, mit den Scorpions auf dem Roten Platz in Moskau und mit Mikis Theodorakis an der Akropolis in Athen. Dank Euch Leute!

Asteris Kutulas, 2010

Unser Event auf dem Roten Platz in Moskau 2003 mit den Scorpions und Thomas Anders, Directed by Gert Hof & Produced by Asteris Kutulas | Photo © by Sabine Wenzel

DANKSAGUNG/ACKNOWLEDGMENTS

We give MUCH THANKS to our partners, above all Achim Perleberg in Bochum, Tim Dowdall in Budapest, Sebastian Turner, Markus Mahren, Westbam, Peter Massine and Rainer Schaller in Berlin, Morten Carlsson and Jens Zimmermann in Hamburg, Andrew Zweck in London, Rafaela Wilde in Cologne, Marek Szpendowski in Warsaw, Michael Sladden in New York, Alexander Strizhak in Moscow, Dimitris Koutoulas, Vassilis Riziotis, Dimitra Rodopoulou and Dimitris Tziotis in Athens, Gerhard Seltmann in Magdeburg, Udo Hoffman and Sun Xiangyan in Beijing, Stephan Reichenberger in München, Michael Shurygin in St. Petersburg, Gil Teichmann in Tel Aviv und Eduardo Hübscher in Jerusalem, Stephan Gorol in Bonn, Linas Ryskus in Vilnius, Michael Thamm in Rostock, Robert van Ommen in Amsterdam, Ruslana in Kiew, Ivan Nestorov in Sofia and Tewe Pannier in Dubai. Without them the events that were documented here would not have been possible. We thank you from the bottom of our hearts.

Many thanks to our partners, friends and colleagues Peter Amend, Anton Attard, Anouk, Petra Bandmann, Bruno Baiardi, Laci Borsos, Giovanni Broccu, Jack Calmes, Nigel Camillieri, Michael Casper, Scott Cooper, Anna & George Dalaras, Rene Dame, Sven Dierkes, Thomas Erbach, Maria Farantouri, Klaus Feith, Valery Feofanow, Knut Foeckler, Mike Finkelstein, Matthias Frickel, Christine Friedrich, Toni Froschhammer, Tim Geladaris, Steve Gietka, Jörn Gläske, Thilo Goos, Phil Grucci, Anne Hansen, Laszlo Hegedüsz, Andreas Heine, Christoph Heubner, Wolfgang Hörner, Klaus Jankuhn, Alexandros Karozas, Hans-Georg Kehse, Joey Kelly, Pericles Koukos, Alexander Koutoulas, Ina Kutulas, Dominika Kulczyk, Hansjörg Kunze, Marcus Kurz, Ralph Larmann, Denis Leonov, Till Lindemann, Sabina Linke, Panos Livadas, Zülfü Livaneli, Peter Madai, Jannis Mihas, Gerda Milpacher, Pavlos Nanos, Ivan Nestorov, Marco Niedermeier, Nikos Moraitis, Mike Oldfield, Fotis Papathanassiou, Rena Parmenidou, Anja Pietsch, Linda Powers, Alkistis Protopsalti, Ramin Rachel, Theodoros Roussopoulos, Lutz Rainer-Seidel, Rammstein, Peter Reiner, Uta Richter, Jens Rötzsch, Savas Savas, Scorpions, Susanne Schäfer, Volker Scherz, Henning Schmiedt, Klaus Schulze, Daniel Schwartz, Oliver Schwarzkopf, Melanie Sievers, Thanos Stavropoulos, Christian Steinhäuser, Andrea Szabo, Mikis Theodorakis, John Totaro, Donald Trump, Christine Uckert, Spiros Vergos, Matthias Weinert, Sabine Wenzel, Michael Wilde, Roger Waters, Arne Weingart, Elisabeth Wülfing, Giedre Zemaitiene

& especially

Sven Asamoa, Ross Ashton, Norman Bauer, Steffen Brandt, Daniel Brune, Gerd Helinski, Guido Karp, Markus Katterle, Spiros Nanos, Jens Probst & Oliver Schwendke

A&O Lighting Bremen, Art Hellas Athens, Art in Heaven GmbH, Bauer Concept Berlin, Black Box Music Berlin, Cleverbank Athens, Ellinika Petrelea, Esernyo Kft. Budapest, E/T/C UK Ltd. Projecting London, FansUNITED GmbH, FX Factory Berlin, Gil Teichmann Company, Helicon GmbH, Intracom Athens, JSA Moscow, Jerusalem Municipality, laserfabrik showlaser, Kulczyk Tradex Sp. z.o.o., Lufthansa-Büro Dresden, Maltese Government, Multimedia International Budapest, Nanos Fireworks Athens, Government of Oman, OPAP Athens, Orama Athens, Piraeus Port Authority S.A., Procon MultiMedia AG Hamburg, Pyro-Art Berlin, Sensible Events London, Silvretta Seilbahn AG, Scholz & Friends AG, Skoda Auto Polska S.A., Space Canon Italy, TuiR Warta S.A., Tourismusverband Ischgl, Trump Organization

Gert Hof & Asteris Kutulas, 2011

Mit Gert Hof in Abu Dhabi (Photo © by Asteris Kutulas)