Archiv der Kategorie: Mikis Theodorakis

Mikis Theodorakis 95 Happening, July 2020

Mikis Theodorakis 95 Happening
with Otto Sauter, Johanna Krumin, Istvan Denes & Asteris Kutulas

For Mikis Theodorakis‘ 95th birthday Otto Sauter (trumpeter, GER), Johanna Krumin (soprano, GER) and Istvan Dénés (conductor, pianist, HU) came to Athens two days before, for a happening of his long-time friend and collaborator, the director & author Asteris Kutulas (Berlin), to congratulate the Greek composer in a very special way.

In Mikis Theodorakis‘ studio above his apartment in Athens – with an outstanding view of the Acropolis – they performed lyrical works for trumpet, soprano and piano, filmed them for Mikis Theodorakis and a worldwide release: The Aria of Medea from Theodorakis‘ opera „Medea“, two movements from his concerto for trumpet, which he had written for Otto Sauter, and the melody that made Mikis immortal: Zorbas…

Location: House of Mikis Theodorakis, studio and his veranda overlooking the Acropolis and Parthenon. This is where most of his operas and many symphonic works were written.

Mikis Theodorakis himself could not be present because of the Corona Pandemic, but heard the musical birthday greeting through the open window under his studio.

Johanna Krumin:
„Mikis wants to reach people, not be liked by them. This makes him free, as only few artists are really free: because the purpose of art cannot be to serve life, but only to serve the stars that shine above it. Chronia polla, dear Mikis.“

Istvan Dénés:
„The history of the Greek and Hungarian people is marked by constant struggles for freedom. For me as a Hungarian musician, Mikis Theodorakis is the symbol of freedom.“

Otto Sauter:
„Wherever I perform the trumpet concerto by Mikis Theodorakis in the world with symphony orchestra, the audience is moved and fascinated. To be able to play it at his home for his 95th birthday, with piano accompaniment only for him, is not only a gift from me to him, but also a gift for me!“

Video production

Music by Mikis Theodorakis, sung by Johanna Krumin & played by Otto Sauter (trumpet) & Istvan Denes (piano)
Directed by Asteris Kutulas
DOP Ludwig Wager
Cameras Vassilis Dimitriadis, Dionissia Kopana, Sabine Kierdorf
Sound Klaus Salge & Vassilis Dimitriadis
Editing Nikos Arapoglou
Production Asteris Kutulas, Vassilis Dimitriadis, Klaus Salge
Concept by Asteris Kutulas

Many thanks to Mikis Theodorakis, Rena Parmenidou, Yannis Sakaridis, Sabine Kierdorf, Ina Kutulas, Dionissia Kopana & MEGA TV

Recycling Medea – Film-Rezensionen & Kritiken

… Asteris Kutulas hat einen Film über die Krise gedreht, über die Proteste und die Geschichte Medeas, der Kindermörderin im antiken Mythos. Es ist aber kein Dokumentarfilm geworden, sondern eher ein filmischer Essay, eine bildgewaltige Collage, die Protestmärsche und eine Ballettinszenierung der Medea zusammenspannt. Mit erschütterndem Effekt, denn die Präsenz der Primaballerina Maria Kousouni, kombiniert mit den brennenden Strassen Athens, erweist sich als geschickter Kunstgriff mit den entsprechendem Pathos. Und dann ist da noch Mikis Theodorakis, der Komponist, der hier nicht als Urheber des Soundtracks stumm bleibt, sondern auch zu Wort kommt: “Wenn ich heute jung wäre, würden sie mich auch einen Terroristen nennen”, sagt er …
Andreas Thamm, 15.11.2013
Süddeutsche Zeitung

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Recycling Medea ist ein faszinierendes Filmdokument! Eine Film-Collage, die in großartiger Weise die Musik von Mikis Theodorakis, die Ballett-Choreographie von Renato Zanella mit der Krisensituation in Griechenland verbindet. Der Filmessay von Asteris Kutulas überträgt die Geschichte Medeas, der Kindermörderin aus der Tragödie von Euripides vom Jahr 431 vor Christus, auf die heutige Krise in Griechenland als bildgewaltige Collage: Medea rächt sich für die Ungerechtigkeit, die ihr widerfuhr, indem sie ihre Kinder tötet. Zwischen den perspektivlosen Jugendlichen und der Polizei in Athen kommt es zu dramatischen Auseinandersetzungen auf den Straßen. Die Frustration der “verlorenen Generation” trifft auf Polizeigewalt. Verrät der Staat seine Jugend? Und wie rächt sich diese? Der Film hat neben seiner künstlerischen Dimension auch eine “tagespolitische Brisanz”.
SWR, 18.3.2015

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Aus der Premierenkritik der FAZ:
… Die Schlüsselszene des Balletts ist auch die des gesamten Films, sie ist seine Quintessenz: Jason verstösst Medea, weil er eine Andere heiraten wird. Ein «Wertewandel», der uneingeschränkte Freiheit verlangt. «Wenn du frei sein willst,» prohezeit ihm da Medea, «wirst du deine Kinder verlieren.»
Maria Kousouni, die Primaballerina, ist Athenerin und eine grossartige, eine phantastische Medea. Renato Zanella, dessen meisterliche Choreographien in der Vergangenheit schon in Stuttgart, Berlin und besonders in Wien zu bewundern waren, beherrscht mit seinem Ensemble Kutulas’ Film… Hineingeschnitten in den strengen Totentanz Zanellas haben Kutulas und seine Cutterin Babette Rosenbaum harsche Szenen vom physischen Einsatz der griechischen Jugend gegen die Regierungspolitik. In schwarz-weiss gefilmten dokumentarischen Sequenzen, in denen nur bisweilen das Orange der brennenden Strassen aufleuchtet, lässt Kutulas sie gegen die Staatsmacht ziehen. Es ist dies ein anderes Ballett: Das der trampelnden Polizeistiefel, der leichtfüssigen Turnschuhläufer und das der zu Boden schlagenden, verletzten menschlichen Körper.
Kutulas’ Leistung, die seiner Equipe, ist das nahtlose Zusammenfügen dieser Tanz- und Strassenszenen. Das nahezu wortlose, von Theodorakis’ kraftvoller Musik getragene Erzählen der Geschichte der leidenden Mörderin, das ins Bild gesetzte Auftauchen Medeas aus ihrer grässlichen Vergangenheit, das Hineingeraten des Zuschauers in die scheussliche Gegenwart des alltäglichen Generationenkrieges vor der blendenden Fassade des Parlamentsgebäudes am Syntagma-PLatz…
1.200 Zuschauer, die meisten junge Menschen, waren zur Filmpremiere in das Athener «Theater Badminton» gekommen. Ein gewaltiger Erfolg insofern, als diese Weltpremiere weitgehend ohne Ankündigung, ohne Reklame auskommen musste: Das staatliche Fernseh- und Radioprogramm ERT, das als Werbeträger vorgesehen war, hatte – auf Anweisung der Regierung – mehr als eine Woche zuvor sein Programm eingestellt. Begeistert feierte dieses Publikum nicht nur Kutulas und seine Tänzer, sondern vor allem den greisen Theodorakis, den Helfer in einem Rollstuhl ins Theater geschoben hatten. In eine der wüsten Kampfszenen des Films hineingeschnitten, lässt der 53 Jahre alte Regisseur den 87 Jahre alten Komponisten seufzen : «Wäre ich heute jung, dann würden sie auch mich einen Terroristen nennen.»
Was ist das nun für ein Werk ? Ein Musik- oder ein Ballett-Film? Ein politischer oder ein Dokumentarfilm? Er sei all das und doch nichts von alledem sagt der Regisseur. Doch es ist in dem von ihm gewählten Kontext wohl in erster Linie ein politischer Film…
Hansgeorg Hermann, 4.7.2013
Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Recycling Medea ist eine Verschmel­zung des klas­si­schen und modernen Tanzes mit aktuellen Bildern von jungen, gegen die Spar­maß­nahmen protes­tie­renden Menschen. »Grie­chen­land mordet seine Jugend, indem es deren Zukunft zerstört«, so die Beschrei­bung des kraftvollen Film­ex­pe­ri­ments… Aus der asso­zia­tiven und von der Musik gelei­teten Montage von Tanz­auf­nahmen mit Bildern von zarten und zornigen Jugend­li­chen entsteht eine filmische, iden­ti­täts­stif­tende National-Hymne über die Ereig­nisse der heutigen Zeit, die in der Krise den Mythos neu erzählt.
Dunja Bialas, 14.11.2013
www.artechock.de

Die Gesellschaft: dieses machthungrige, seine Kinder mordende Wesen. In diesem Falle Griechenland. Asteris Kutulas sah in Athen vor zwei Jahren die “Medea”-Choreographie von Renato Zanella, Chef des Athener Nationalballetts. Sie inspirierte ihn zu diesem filmischen Experiment, dass er sehr wohl auch als aktuelle Spiegelung der griechischen Verhältnisse versteht: Medea als tragische Figur, die sich mörderisch für den Verrat des Geliebten – aus Habgier und Geltungssucht begangen – rächt. Die großartige Primaballerina Maria Kousouni verkörpert in Zanellas “Medea” die Titelfigur, und sie ist wesentlicher Teil dieses Films, der eigentlich zwei Choreographien zeigt: die künstlerische und die spontane. Kutulas kontrapunktiert nämlich die getanzten Szenen immer wieder mit Aufnahmen von griechischen Jugendlichen bei Protestaktionen wider den Staat, der ihnen die Zukunft geraubt hat…
J.S., 12/2013
plärrer, Nürnberg

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»Recycling Medea« ist ein aufwühlender Film über die kindermordende Gesellschaft von heute… »Der Medea-Film«, sagt Theodorakis, »ist für mich ein griechisches Kunstwerk«. Das stimmt. Und weil es griechisch ist, erzählt es – in großer Manier – vom Ursprung. Von uns allen.
Junge Welt, 27.06.2013 (Feuilleton)

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Asteris Kutulas Filmgedicht „Recycling Medea“ entwirft konsequent aus dem Blickwinkel der verlorenen Kinder kühne, manchmal kryptische Assoziationsketten. Interagierend mit einer hochkarätig emotionalen Opern-Einspielung führt die Regie die griechische Tragödie (431.v.Chr.) Vers für Vers metaphorisch mit der aktuellen Tragödie Griechenlands und der verlorenen Generationen von Heute zusammen.
Regisseur Kutulas montiert – bestechend in Kameraführung und Bildschnitt − den antiken Mythos im „Ballett als Bühnenstück“ mit dem „Ballett der Straße“ und kreiert durch diese Collage eine völlig andere Art Opern-Ballett-Dokumentar-Kunst-Film…
Doch Kutulas Film dokumentiert nicht das Bühnenstück, sondern konzentriert sich in mehrfachen, teils rätselhaften Brechungen auf die getanzte Tragödie Medeas im Angesicht der Straße mit vermummten Jugendlichen, bewaffneten Hundertschaften und brennenden Autos. Die Zeit der Unschuld ist vorbei. „Recycling Medea“ beleuchtet mehrschichtig Zeiten des Widerstandes, des Schuldigwerdens, der Perspektivlosigkeit. Text- und Bildfragmente (inspiriert von Lars von Trier, Pasolini, Carlos Saura, Theo Angelopoulus u. a.) eröffnen Gedankenräume. Die Kinder sind tot, das Land stirbt, Theodorakis mit Gasmaske unter den Demonstranten, Medea schaut in die erleuchteten Ränge, ein Vermummter schaut in die Kamera. Kunst und Realität greifen ineinander.
Die epische Erzählweise wird bis in die Typografie betont; gegen die Härte der Euripides-Zitate sind comic-Zeichen gesetzt. Auch die überraschend interpolierte Zitat-Ebene der 15 Jährigen blonden „Unschuld“ – Bellas innerer Monolog sind authentische Zitate aus dem Tagebuch der Anne Frank 1943/44 – konturiert eine plakative Yellow-press Schönheit als Vision ohne Zukunft…
Zeitübergreifend katapultiert Kutulas´ melancholisches Epos „Recycling Medea“ unterschwellig Grundfragen der menschlichen Schuld der Elterngeneration in die Gegenwart.
Karin Schmidt-Feister, 18.1.2014
www.tanznetz.de

In seinem ungewöhnlichen Film zieht der Regisseur Asteris Kutulas überraschende Parallelen zwischen einer klassischen griechischen Tragödie und der gesellschaftlichen Tragödie des heutigen Griechenlands. Durch die Kombination aus expressivem Tanz, der zutiefst bewegenden und überaus dynamischen „Medea“-Opernmusik von Mikis Theodorakis und aktuellen Filmaufnahmen von dramatischen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Polizisten in den Straßen Athens, sowie die Einführung weiterer inhaltlicher Ebenen ist eine Filmcollage entstanden, die nicht nur aufgrund ihrer inhaltlichen Komplexität dazu einlädt, den Film wiederholt sehen zu wollen, sondern es ist vor allem die intensive Emotionalität, die bereits viele Zuschauer begeisterte. Für einen Opern-Ballett-Film ist das außerordentlich. Der Regisseur bezeichnete RECYCLING MEDEAallerdings von vornherein als “not an opera ballet film”. RECYCLING MEDEA – ein faszinierendes Filmdokument, das die Trostlosigkeit einer Gesellschaft reflektiert, die ihre Kinder zu dem gemacht hat, was sie doch niemals werden sollte: die Verlorene Generation.
prinz.de, 01/2014

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Provokantes Opus…
Auf der Basis der »Medea«-Choreographie von Renato Zanella, Chef des Athener Nationalballetts, realisierte Asteris Kutulas einen herben Kontrast: getanzte Kunst in Analogie mit der spontanen Choreographie auf der Straße. Junge Griechen, die bei Demonstrationen in Athen wider die Phalanx der staatlichen Ordnungskräfte anrannten – aus Wut über den Verrat an ihrer Zukunft. Mit schier unglaublicher Präsenz und Ausdrucksfähigkeit verkörpert in dem visuell starken Film die Tänzerin und Primaballerina Maria Kousouni die Rache-Elegie der betrogenen Medea und von Mikis Theodorakis stammt die emotionsgeladene Ballettmusik auf der Basis seiner Oper “Medea” nach Euripides…
Plärrer, 01/2014

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Asteris Kutulas verarbeitet die Krise in seiner Heimat mit einem poetischen Film, der Straßenkämpfe der Jugend mit dem Mythos der Kindermörderin Medea vereint.
Medea windet sich tanzend zur Musik von Mikis Theodorakis. Die mythische Figur ringt verzweifelt mit der Entscheidung, ihre Kinder aus Rache an ihrem untreuen Ehemann zu töten. Schnitt. Tränengas zieht durch das Zentrum Athens. Junge Leute schleudern Brandbomben. Polizisten hinter Schilden. Schnitt. Ein junges elfenhaftes Mädchen auf grünen Wiesen. Die verlorene Unschuld. So wie die Wiege der europäischen Zivilisation in der aktuellen Krise seine Unschuld verloren hat. Die Lage in Griechenland hat Asteris Kutulas zu diesen Bildern inspiriert… Das Resultat dieser Erfahrungen ist kein Spielfilm, kein Ballettfilm und kein Polit-Streifen. Eher eine poetische Collage, ein 76-minütiger Video-Clip…
Joachim Fahrun, 18.1.2014
Berliner Morgenpost

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Medeas Schultern
… Der Film zeigt das Medea-Ballett mit der Musik von Mikis Theodorakis und der Choreographie von Renato Zanella. Kampfszenen aus dem heutigen Griechenland zwischen Demonstranten und Polizei sind dazwischen montiert. Der Anne-Frank-Mythos wird eingearbeitet. Das Staatliche Akademische Orchester und der Chor St. Petersburg spielen und singen. Theodorakis dirigiert. Es ist eine gewaltige, eine hinreißende Musik. Kutulas zeigt, wie sich die Tänzer schminken, zeigt den Choreographen, wie er mit den Tänzern arbeitet und wie er seine Intentionen erläutert. Die Musik trägt den Film, wirbelt ihn in virtuelle Höhen und Tiefen. Und, ich scheue mich nicht zu sagen, auch die Schultern der Primaballerina Maria Kousouni tragen den Film. Es sind Schultern von unglaublicher Kraft, Militanz und Verletzbarkeit, Schultern von großem Glanz. Sie symbolisieren die Abgründe des Medea-Mythos und die Wucht, die leidenschaftliche Frauen in die Waagschale zu werfen haben. Das muss man gesehen haben.
Kopkas Tagebuch, Movie Star, 19.1.2014
kopkastagebuch.wordpress.com

Recycling Medea ist ein Filmexperiment, aber kein albernes oder pseudo-interessantes: Die klassische Tragödie um die Zauberin Medea wird verarbeitet, die ihre Heimat verlässt für einen Mann, der untreu wird, woraufhin sie mordet. Durch Verschmelzung von klassischem Ballett, modernem Tanz und aktuellen Bildern vom Zorn junger Menschen in Griechenland entsteht ein künstlerisches Zeitporträt von Griechenland heute.
Abendzeitung München, 1.2.2014

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Pferdekopf in Slow Motion
Jede Generation schafft sich ihre eigene Medea. Die Medea meiner Jugend war ein Monument gegen Duldsamkeit. In “Recycling Medea”, einem Film von Asteris Kutulas, vertritt die Ungehaltene Griechenland. Medea ist aber die berühmteste Ausländerin der Weltliteratur, sie folgt Iason und seinen Argonauten aus einem Barbarenreich (in Sicht der Griechen) am Schwarzen Meer nach Iolkos. Da lässt sie sich zur Tänzerin ausbilden: in Kutulas’ Lesart des Mythos. Recycling Medea verschränkt Proben- und Premierenstimmungen einer klassischen Verwandlung des Dramas in Bewegung mit Straßenkampfszenen.
… Jeder wird Recycling Medea als Kommentar zur griechischen Krise deuten. Doch der Film ertrinkt in seinen Bildern. Seine Aspekte erscheinen zunehmend disparat. Collage, Montage. Filmgedicht. Das Kino als Mobile – ich suche ein Wort, das meine Eindrücke rettet. Ich halte mich an Zanella und seine Compagnie. Ich sehe Mythos und Arbeit. Die Frauen gebären “gegen den Anmarsch der Würmer” (Heiner Müller). Medea, “die Kennerin der Gifte”, kriegt spitz, dass ihr Iason zu Glauke geht. Sie leuchtet der Tochter des Kreon heim, wie dann auch allen anderen. Das ist ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der ganz bestimmt kein betäubter Wille steht.
Jamal Tuschick, 20.01.2014
der Freitag

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Manchmal braucht es ein paar Abstrak­ti­ons­ebenen mehr als Geschichts­bücher und Nach­richten, um Ereig­nisse, aktuelle wie histo­ri­sche, annähernd zu begreifen. Mutige Expe­ri­mente der Filmkunst wie “Recycling Medea” nehmen den Zuschauer mit auf solche Ebenen. “Recycling Medea” ist eine multi­me­diale drama­ti­sche Moritat von der Jugend Grie­chen­lands, die die Gesell­schaft im Zuge der Finan­z­krise um ihre Zukunft bringt, wie es Medea in der grie­chi­schen Mytho­logie mit ihren Kindern gemacht hat.
Natascha Gerold, 23.01.2014
www.artechock.de

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Kunstvolles und Authentisches paart „Recycling Medea“. Der griechische Regisseur Asteris Kutulas, dessen Lebenswege eine Zeit lang gleichsam durch Dresden führten, erschuf einen Hybrid aus Dokumenten, Spiel- und Musikfilm sowie politischer Reportage. Durch die Kombination aus expressivem Tanz, „Medea“-Opernmusik von Mikis Theodorakis, Statements sowie aktuellen Aufnahmen von Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Polizisten in den Straßen Athens, zeigt er überraschende Parallelen zwischen einer klassischen griechischen Tragödie und der gesellschaftlichen Tragödie des heutigen Griechenlands.
MkF, 21.5.2015
Sächsische Zeitung

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Kutulas’ 2014 fertiggestellter Beitrag „Recycling Medea“ ist ein politisch-künstlerischer Filmessay über die griechische Krise. Er verschränkt den Probenprozess 2012 für das „Medea“-Ballett (Choreographie: Renato Zanella, Primaballerina: Maria Kousouni) mit den heftigen Polizeieinsätzen gegen massive Troika-Proteste in Athen. In der Zeit dieses „abfärbenden“ Erarbeitungsprozesses für die Bühne hatte sich der Komponist im Rollstuhl an die Seite der Demonstranten bringen und schützen lassen. Trotz der damals übergestülpten Gasmaske leidet er bis heute an den Verletzungen durch Tränengas.
Hilmar Franz, 14.8.2015
UZ

 

Theodorakis, Kutulas und die recycelte Medea
… Es wird still im Publikum, als Asteris Kutulas beeindruckender Film auf die Leinwand geworfen wird. „[E]ine bildgewaltige Collage, die Protestmärsche und eine Ballettinsszenierung der Medea zusammenspannt. Mit erschütterndem Effekt […]“, schrieb Andreas Thamm 2013 in der Süddeutschen Zeitung. Dem möchte ich mich anschließen: Chaos, Krise, Kunst, Medea – und dazu Theodorakis, der einen musikalischen Feuerreigen als Soundtrack geliefert hat, und immer wieder Teil des Filmgeschehens wird. Überwältigt, nachdenklich und ein bisschen ratlos stapfe ich durch die Göttinger Kälte nach hause. Es ist mittlerweile 22 Uhr…
Dennis M. Dellschow, 11.12.2015
Göttinger Kulturbüro

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Dieser Film könnte als Ergebnis eines idealen wechselseitigen künstlerischen Befruchtung verschiedener Generationen und verschiedener Talente aus den Bereichen Theater, Musik, Tanz und Film gelten.
Ein Gigant der Sprachkunst und des Theaters war es, nämlich Euripides, der “Medea” schrieb. Nur als Autor solchen Ranges konnte er damals so ein Werk verfassen, ohne gesteinigt zu werden. Auf der Text-Grundlage von Euripides’ “Medea” komponierte Mikis Theodorakis eine dem Theaterwerk ebenbürtige lyrische Tragödie.
Das Wirken dieser beiden Koryphäen war die Basis für das Wirken der Jüngeren. Der Choreograph Renato Zanella interpretiert Theodorakis’ lyrische “Medea”-Tragödie mit seinem Ballett und die fantastische Tänzerin Maria Kousouni tut dies in der Rolle der Medea. Der Regisseur Asteris Kutulas bringt diese Tragödie, durchdrungen von einer besonderen Art der Sensibilität, ins Kino. Er verleiht ihr durch seine filmische Umsetzung eine tiefere gesellschaftliche und politische Dimension…
Der Film von Asteris Kutulas wird seinen Weg nehmen durch die Äonen, zusammen mit Euripides, Theodorakis, Zanella, Maria Kousouni und der Sopranistin Emilia Titarenko. Immer dann, wenn die Überheblichkeit der Mächtigen den Menschen an sich und die Völker erniedrigt, immer dann, wenn die Schönheit verschwindet und die Größe des Individuums schrumpft, werden die Menschen zu diesem Film greifen und ihn sich ansehen, um ihre Schönheit und Größe wiederzuerlangen.

Nikos Tzimas, Regisseur
Athen, Januar 2014

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Ein Punkt
von Ioanna Karatzaferi

In der griechischen Geschichte − wie sie uns in der Schule beigebracht wurde und in der Dramaturgie, was meine Erfahrung als Zuschauerin betrifft − gibt es keine andere Medea vor und nach der von Euripides, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht; vielleicht hat diese Tragödie das Wort “Kindsmörderin” eigentlich hervorgebracht. Keine griechische Kindsmörderin, sondern eine Barbarin aus Kolchis; Tochter eines Königs, die ihrem Mann Jason mit ihren Kindern nach Korinth gefolgt ist. Der Mythos ist bekannt und die möglichen Interpretationen unterschiedlich; vorherrschend ist das Interesse von Euripides für die Probleme und die Situation der Frauen in einer Männerwelt.
Als ich den Film “Recycling Medea” schaute, fühlte ich die Zeit − oder besser die zeitlose Geschichte − zusammenschrumpfen und zu einem Punkt werden. Fühlte die Gewalt der Vergangenheit und der Gegenwart die Zeit durchlaufen und sich in einem Punkt zusammenschrumpfen.
Es geht um die entgegengesetzte Synthesenform der Künste, der Rede − trotz ihrer Abwesenheit in dem Film −, der Musik, der Geste.
Die Symbolisierungen könnten aber willkürlich sein. Solange wir die Erde und auch unsere Heimat “Mutter Erde” und “Mutter Heimat” entsprechend nennen und solange wir sie wegen des Kriegs, der Konflikte, des Verrats und der Untreue als eine Kindsmörderin verurteilen, bestätigen die Zwischenszenen die Aussprüche. In dem Film gibt es keine sprachlichen Dialoge. Die sind von aufeinander folgenden Bildern und der musikalischen Darbietung ersetzt. Die Begleitmusik des Filmes − die Musik von Mikis Theodorakis für die gleichnamige Oper − wird vom St. Petersburg-Akademie-Orchester dargeboten. Jede Note wird zu Geste; eine unzertrennliche Identifikation.
Die Fingerspitzen der unsichtbaren Musiker − die die Instrumenten berühren um Ton zu produzieren − und die Gliedmaßenspitzen der sichtbaren Tänzer quellen durch ihr tiefstes Gefühl und erweitern sich ad infinitum, um sich damit zu vereinigen. Die optische Identifikation des Tanzes − mit Maria Kousouni als die Chorführerin (Medea) − mit der Begleitmusik ist so intensiv und harmonisch, dass sie nicht nur Bewunderung hervorruft, sondern auch einen inneren Schmerz einflößt.
Die Schönheit des Bildes und die Harmonie der Musik, ein Punkt, wird temporär von den externen Gewaltszenen unterbrochen oder erschüttert; Konfliktszenen von Bürgern, die sich gegen die angewandte Wirtschaftspolitik erheben; gegen die Macht, die einige ihrer Kinder gegen andere Kinder aufhetzt, denen Mikis Theodorakis, wie wir im Film sehen, beisteht. Es könnte ein entgegengesetzter Regisseurtrick sein im Vergleich zu diesen, wo Lockerungsmomente dem Höhepunkt folgen, so dass das Publikum Zeit hat, um zu der Handlung zurückzukommen, und bis zum Ende des tragischen Werkes durchhalten kann. Der Film wurde im Apollo Theater − das sogenannte La Piccola Scala − in Ermoupoli auf der Insel Syros gedreht. Auf der Bühne und unter der Leitung von Choreografen Renato Zanella, dem Direktor des griechischen Nationalballetts in Athen geht es um eine Kürzung von Zeit, Musik, Gesten, Gefühlen, Liebe, Hass, Leben und Tod, von 431 v. Chr., als Medea von Euripides zum ersten mal präsentiert wurde, bis 2014, als Medea von Asteris Kutulas präsentiert wurde, die den Kontrast von Erhebung und Unterdrückung wiedergibt.
Durch diesen Hochgenuss von Bild, Ton, Farbe und Geste, der sprachlich nicht wiedergegeben werden kann − wie der Geschmack von bitter oder süß, der nur durch die physische Fähigkeit der Sinne verstanden wird − tauchen Gefühle, Gedanken und Erwartungen für eine Wende der Ausdrucksmittel der Künste und des Filmschaffens, der sogenannten “siebenten Kunst”. Ab und zu halte ich mich für glücklich.

Ioanna Karatzaferi, 25.6.2014
diastixo.gr

Mauthausen | Songs of Humanity Tour 2020 (Farantouri & Kacholi)

Ich bin eigentlich schon längere Zeit aus dem Konzertbusiness heraus, aber dieses Jahr hatte ich das Bedürfnis, eine Ausnahme zu machen: Anlässlich des 75. Jahrestages der Beendigung des 2. Weltkrieges und der Befreiung zahlreicher Konzentrationslager im Jahr 1945 organisiere ich zusammen mit Alexandros Karozas für Anfang 2020 eine Konzerttournee mit der griechischen Sängerin Maria Farantouri (Athen) und dem israelischen Tenor Assaf Kacholi (Tel Aviv). Im Mittelpunkt des Konzerts steht der „Mauthausen“-Zyklus von Mikis Theodorakis. 

Für mich wurde es seit einigen Jahren immer beklemmender und furchteinflößender, miterleben zu müssen, wie sich der Hass um mich herum, in Deutschland, in Griechenland, in ganz Europa zunehmend ausbreitete und was er mit den Menschen macht. Wie dieser unsägliche Hass ausbrach und wie diese Hassausbrüche sich mehrten, was fortan beständig dazu führte, dass die Grenzen zur sprachlichen Gewalt und zur körperlichen Gewalt durchlässig und überschritten wurden.

Wir, die wir das Berlin der „United States of Love“ einen Lidschlag lang hatten genießen dürfen und glaubten, in ganz Deutschland wäre „Berlin“ zu erleben, schienen es jäh zu verlieren. Ich schreibe von Berlin, weil Berlin so oft zerrissen war, doch weil aus dieser Zerrissenheit immer wieder große Träume geboren wurden, Hoffnungen. Und daraus kam die Kunst – etwas, das Hoffnung an sich bedeutet. Darum wollten jahrzehntelang so viele nach Berlin. Was auch hieß: durch Berlins Türen in die Welt. Vielleicht kann man hier in Berlin sehr gut Abschied nehmen. Vieles, was ich tue, hängt mit dem zusammen, was ich in Berlin gefunden habe, in Ostberlin, in Westberlin, in Gesamtberlin: ungerade Lebensläufe, Veränderung als Lebensart.

Graffiti im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Idee zu dieser Tour ist im veränderten Berlin entstanden. Berlin hat sich gewandelt, weil Deutschland sich gewandelt hat. Die Konzerte von Maria Farantouri und Assaf Kacholi sollen dazu beitragen, dass ein Ereignis wie das, zu dem es unlängst in Halle kam, nicht als kleiner Zwischenfall betrachtet wird. Diese Tour soll stattfinden als Bekenntnis unserer Wachheit und Sensibilität. Wir haben uns an solche Attacken wie die in Halle nicht gewöhnt. Eine jede dieser Attacken ist eine Zäsur, sie beschädigt das friedliche Zusammenleben, sie droht einem ganzen Land mit Einschüchterung. Keine dieser Attacken lässt uns ratlos verstummen. Jede löst Fragen und Unterhaltungen aus. Dem terroristischen Akt begegnet im Konzert das Lied. Brecht schrieb: „Was sind das für Zeiten, wo / ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist. / Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“ Wir meinen, es sind Zeiten angebrochen, die das Lied und damit unbedingt auch das „Gespräch über Bäume“ brauchen, weil dessen Humanität das Inhumane deutlich werden lässt.

Wahrhaftige Kunst schließt körperliche Gewalt aus. Wir machen diese Tour, um an jedem der Konzertabende, an jedem Veranstaltungsort ein „Gespräch über Bäume“ zu führen, statt in der Schockstarre zu verharren. Ängstliches Schweigen kann es nicht aufnehmen mit hasserfülltem Gebrüll. Die Stille zwischen zwei Noten oder zwischen zwei Liedern sehr wohl. Diese Stille ist stärker als jeder Lärm.

Mein Freund Jörg Krause brachte mich mit dem wunderbaren Sänger und großartigen Menschen Assaf Kacholi aus Tel Aviv zusammen, den viele als Tenor der Cross-Over-Band Adoro kennen, und zusammen mit Ina Kutulas und Alexandros Karozas entwickelten wir das Konzept für diese Tour.

Der Tenor Assaf Kacholi aus Tel Aviv

Maria Farantouri und Assaf Kacholi werden sich in ihrem Konzert für „einen Moment“ der dunklen Vergangenheit zuwenden. Sie wollen mit den Liedern des Mauthausen-Zyklus’ von Mikis Theodorakis, basierend auf den Texten von Jakovos Kambanellis, ein helles Licht tragen durch eine finstere Zeit. Diese Musik ist ein Aufleuchten. Melodien sind stärker als Furcht.


75 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager Auschwitz, Mauthausen, Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen und unerträglich vieler anderer Lager erinnern die beiden Solisten an das Leid und zugleich an die Lebenssehnsucht der Millionen Menschen, die einer mörderischen Zeit ausgeliefert waren. Niemand blieb unberührt von diesem Terror. Niemand konnte frei wählen. Im bis vor Kurzem noch satten Europa hatte die Erinnerung sich Jahrzehnte nach 1932 eingerichtet wie in einem Wohnzimmer mit Schrankwand. Wie geht jetzt Hoffnung? Wie macht man Zuversicht? Mit Maria Farantouri und Assaf Kacholi können wir erleben, dass das Lied immer wieder Antwort gibt.

Asteris Kutulas


TERMINE

Hamburg, Markthalle – 23. Januar 2020
Düsseldorf, Tonhalle – 24. Januar 2020
Dresden, Staatsschauspiel – 26. Januar 2020

Berlin, Universität der Künste – 27. Januar 2020
„Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“

München, Gasteig (Carl-Orff-Saal) – 29. Januar 2020
Stuttgart, Liederhalle (Mozartsaal) – 30. Januar 2020
Neu-Isenburg (bei Frankfurt am Main), Hugenottenhalle – 01. Februar 2020

Linz, Brucknerhaus – 05. Mai 2020
„Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen“

Australien-Tour – 22. April bis 02. Mai 2020

 

 

„Zorba“ Satellite Clip with Stefanos Korkolis

 

DANCE FIGHT LOVE DIE | The Satellite Clips | STEFANOS

WITH MIKIS ON THE ROAD: ZORBA
Music (”Zorba theme”) by Mikis Theodorakis
Version for piano by Stefanos Korkolis
Performed by Stefanos Korkolis
Cinematography by Mike Geranios
Mikis Theodorakis in Düsseldorf (May 2017) filmed by Asteris Kutulas

Music published by Schott Music & Romanos Production
Clip edited by Dimitris Argyriou / Directed by Asteris Kutulas

A clip by Asteris Kutulas & Dimitris Argyriou
© Asti Music, 2019


Photo © by Asti Music

Dance Fight Love Die – Reviews & Statements

DANCE FIGHT LOVE DIE  – WITH MIKIS THEODORAKIS ON THE ROAD | REVIEWS & STATEMENTS | SELECTION FROM GERMAN & GREEK PRESS

– BeNow TV: It’s a mighty essay film; a tremendous, hypnotic collage that doesn’t seek out what’s concrete and tangible, but instead aims to penetrate the poetry of Theodorakis’ oeuvre … It is like a notebook, filled by Kutulas with images, thoughts, associations and visions of Theodorakis and his music. The result feels like a cinematic river, frequently turning into a roaring torrent. The movie oscillates between energy and meditation; it possesses a great sense of form, lives off its bold contrasts and juxtapositions, comes with lavish orchestration and almost operatic accents – it is told like a piece of music. 

– Süddeutsche Zeitung: “Dance Fight Love Die“ splices music and moving images into a condensed representation of the life and work of an enfant terrible of recent European musical history: Greek composer Mikis Theodorakis.

– programmkino.de: Kutulas projects a challenging blend of historic document, artful essay and fast-paced onslaught of imagery.

– der Freitag: Theodorakis is always in motion; he connects continents with his appearances. More than once, his larger-than-life persona shines through. 

– junge welt: Kutulas loves ballet, turning this life-in-film into a ballet of many acts. It is more of a dance than a journey through time, as the title itself suggests … Kutulas’ film is far more than a biopic. Through the composer’s music, it tells the history of Greece. Using the life of this musical and physical giant, he describes what it means to be Greek. 

– nachrichten.net: Without any flattery, bells or whistles, Kutulas sends viewers on a voyage of discovery, exploring the universe of a great Greek, Mikis Theodorakis. Employing quickly changing scenes and a completely dialogue-free plot, Kutulas effortlessly bridges the gap between space and time, reality and dream, all overshadowed by Theodorakis’ incredible music … Kutulas’ work is a true cinematic highlight!

– filmjournalisten.de: Like a volcanic eruption, Asteris Kutulas – who also wrote the script together with Ina Kutulas – hurls 30 years of Mikis Theodorakis’ efforts and works onto the silver screen … Like fireworks, one capture after another erupts onto the screen, revealing a bottomless pool of musical ideas that don’t shy away from artistic experiments (Air Brush) and invariably put a spotlight on war, Holocaust, military dictatorship, Greek-Turkish reconciliation and the Cold War. Like eruptions triggered by the clash between universe and humanity’s own destructiveness … The excerpts ejected by this cinematic volcano are sourced from many different parts of the world. In one, several decades after Zorbas, we find Theodorakis dancing the sirtaki with Anthony Quinn on Munich’s King’s Square. In another, he enthuses about Soviet Alpine chocolate, retrieved from a “great cabinet”. And when his hands aren’t busy conjuring up chocolate, they love to direct and compose. This man is a marvel. 

– film-rezensionen.de: „Dance Fight Love Die“ is definitely enthralling – not least of all because of the very different interpretations – but occasionally quite strange and, in its own way, mesmerising. 

– WELT: This is what everything, from left to right, leads to: People will never be the way Mikis Theodorakis, the Marxist methusaleh, shapes them as musical figures. Mikis, the man, extends his arms as if to fly or dance, and states: “I am free”. 

– kino.de: Asteris Kutulas has produced an idiosyncratic portrait of Mikis Theodorakis. The film consists of four- to six-minute clips that come together in a wild trip across four continents. Personal moments receive just as much space as the music of Mikis Theodorakis. This cinematic essay is portrait, historic document and road trip in one. 

– filmdienst.de: You have to let yourself succumb to this patchwork of visual clips and musical maxims. Then, the artistic synthesis of “Dance Fight Love Die” transcends its piecemeal approach and becomes enthralling. 

– indiekino.de: A life in transit, peppered with ever-new encounters. Kutulas lets us participate in this turbulent trip and immense abundance that makes and shapes Theodorakis as a fantastic musician and humorous human with a huge heart. 

– kino-zeit.de: “Dance Fight Love Die“ is a rush of impressions that invites us to delve (even) deeper into Theodorakis and his oeuvre. 

– motzkunst.de: Using poetic and occasionally disturbing visuals for their road movie “from the spirit of music“, Asteris and Ina Kutulas head for a tunnel with the famous Attic light at the end, opening up new cinematic realms. 

– TV TODAY: An unusual mix of collage, essay and portrait of an exceptional artist. 

– Telepolis: Kutulas shows an illustration of the Mauthausen concentration camp, given to him by Simon Wiesenthal, and uses Wiesenthal’s own words to remind us that the Nazis weren’t only reprehensible for their murders, but also because they trampled all over human dignity. In many ways, “Dance Fight Love Die“ is a political film that uses retrospectives to reference current global affairs. 

– koki-es.de: DANCE FIGHT LOVE DIE is neither a conventional music documentary nor a traditional biography featuring artist interviews, explanations or a tried-and-tested chronological structure … The film centres around the many – occasionally very personal – moments and scenes of Theodorakis during tours, (private) travels and productions. All recordings portray a highly focused, perfectionist composer in his element who feels music in every vein. 

– spielfilm.de: We’re on the road with the enthusiastic Greek composer – and this continent-hopping tour is often surprisingly funny … an audio-visual, associative journey that uses images and sounds from a 30-year collaboration to capture the man and artist Mikis Theodorakis. 

– Sächsische Zeitung: There are few words in “Dance Fight Love Die“. It is mostly about inspiration, eros and, naturally, one of the most formative composers of a century. 

– hardsensations.com: In “Dance Fight Love Die“ Asteris Kutulas documents the furious productivity of Mikis Theodorakis. He frames Eckermann-esque labours of love in passe-partouts and stages them like a slide show. For thirty years, Kutulas has been collecting private and public slivers of the Greek national hero who doesn’t mind the camera by this side. Theodorakis lives in an incessant creative frenzy.

– Frankenpost: “Dance Fight Love Die“ – the soundtrack of a life … This also turns the film into a soundtrack of 20thcentury Greece and its dark chapters during which Theodorakis fought and suffered – from the Second World War to the civil war and up to the country’s military dictatorship. According to Kutulas, he managed to escape from a death chamber in 1944, but was buried alive during the subsequent civil war in1948 and had to suffer a mock execution by the ruling junta in 1967. For him, death is as much part of life as dancing, fighting and loving. 

– programmkino.de: … Theodorakis is an important symphonic composer; he is a director and choirmaster who delves deep into the respective work and remains skilled at conveying thought-provoking ideas – on love, on death, on fear. Unfettered by dramaturgical structure, this documentary captures his life in a wealth of images and short scenes: Theodorakis and his art graced Athens and Crete as well as the Himalayas and St. Petersburg, Jerusalem as well as the Bavarian town of Passau and San Francisco, South Africa as much as the Turkish cities of Ephesus or Cesme. Naturally, the film also shows his attitude and statements on political issues: on fighting his country’s former German occupation, on the Greek junta and military dictatorship, on their opposition, on the Mauthausen concentration camp (Symphonia Diabolica), on the murdered Anne Frank or the Nazi hunter Simon Wiesenthal. He loves ballet as much as symphonies, oratorios as much as opera, with its many arias and chorals featured in the film from Medea, Antigone, Elektra or the Mauthausen oratorio. Then, there are lyrics and poems; he talks about war and love; he dreams of the highly problematic Greek-Turkish friendship; he ponders how humanity hurts the Earth. Altogether, an impressive life and, altogether, an impressive film. 

– Griechenlandzeitung: It’s a frequently beguiling rush of music and colours. Not structured chronologically, but associative, not biographical, but experimental, poetic, humorous, existential. It sketches stages of a world-encompassing, unifying music and captures the sheer diversity of a powerful, artistic existence. Theodorakis places the harmony of music and art above the disharmony of humans. “Imagine the Earth without people”, he dreams at once point. And then adds that „humankind is a dischord.“

– Zeitungsgruppe Mittelhessen: The film is a worthy homage to the musician, democrat and humanitarian, without putting him on a pedestal, which wouldn’t suit the musical anarchist anyway. Instead, it offers an associative cinematic collage in the style of Alexander Kluge. Across a range of short clips, young dancers and artists who underscore his work’s relevance to the present, demonstrate just how contemporary Theodorakis music remains, also giving musical room to well-known contemporaries like George Dalaras, Maria Farantouri or Zülfü Livaneli. Plus, naturally, many impressions of the seminal artist himself who remembers early moments stargazing with his father and the loving care of his Turkish mother, but also tongue-in-cheek ruminations about his own cosmos of air, earth, water and universe. 

– unsere zeit: During the ninety minutes of his latest, genre-busting film, “Dance Fight Love Die”, Kutulas meshes very personal moments and historic material, documentary footage and unsettling fiction – in specially produced, epic, feature-style scenes of lovers, pregnancy, in-fighting or demonstrative suicides … Focusing on Theodorakis, who regularly can’t stop himself from singing along while conducting, this travel film collage jumps between the times and locations. The contrasting clips and camera captures follow musical associations on an “echo wall”. 

– ZITTY: What a huge project: Film-maker Asteris Kutulas spent three decades trailing the famous musician, composer and writer Mikis Theodorakis with his camera. From the resulting 600 hours of footage he has now distilled this film. And delivered an extensive portrait of a restless soul. 

evensi.de: The film “Dance Fight Love Die – With Mikis on the Road“ is neither traditional biopic nor concert film, but a visually stunning collage that conveys the art and personality of this important European composer and helps us understand how this passionate, exceptional artist could become the role model for an entire nation. 

– screeneye.gr: … an anarchically structured, but dynamic trip to different destinations where music has the first word in everything Asteris Kutulas and his wife Ina capture. The film features the voices of Mikis and countless young and old artists who cover his songs. In some instances, Kutulas references his own 2015 film, Recycling Medea. There is no logic: Anarchy rules the film’s structure, but this anarchic structure also accounts for this work’s inherent charm.

Elias Malandris (author and theatre critic): … The enchanting female characters in Kutulas work feel like the protagonists of a painting, just like they do in his film “Recycling Medea”. Asteris Kutulas knows Mikis very well and lets us catch glimpses of some the artist’s more personal sides, of his cosmos, of situations with people who are close to him, of his thoughts and ideas – and of disturbing moments in short, very private captures. The film is a precious document of an entire life. 

Ioanna Karatzaferi (author & film scholar): … How did Asteris Kutulas “build” this work? The director made an intelligent decision and assembled the film from 4-6-minute sequences, each of which introduces us to a specific “Theodorakis episode” like a fast-paced timelapse. So, the proceedings are not dominated by the – often witnessed – laboured attempts of a director to equal the portrayed, here Mikis Theodorakis. It doesn’t erect a museum or pedestal, but focuses on the musical action. Overall, the film is impressive in both its artistic and technical execution. Mikis’ and Asteris’ work – they encounter each other and fuse into a hard, indestructable, shining, well-cut diamond. Both Kutulas’ film and his previous film essay, “Recycling Medea”, which revealed his “own Medea”, give me renewed hope for the future of film-making; a hope for films without incessant weapons-waving, films that don’t exclusively focus on horrid crimes, films not dominated by perpetual battle cries or catastrophic invasions … 

– heilewelt blog: I have seen quite a few music documentaries in my life. But I’ve never seen one like DANCE FIGHT LOVE DIE about Mikis Theodorakis, a Greek composer. I haven’t known his music beforehand and it’s not a traditional documentary, I feel like I now know what drives Mikis… I found this a very refreshing way of showing a life’s work. Music is emotion and that’s is what the film transports… At some point you get used to the tempo of the film… I highly recommend this movie. You don’t even need to understand Greek or German.

– BeNow TV: “A unique cinematic collage“: This is certainly no film to be expected. Nor a conventional artist portrait … The film doesn’t set out to explain. It is a somewhat enigmatic work – and there’s nothing wrong with that. It even needs to be. In its choice of images, music and montage, the film contains many signs and codes … Its perspective remains mysterious and multi-faceted. Time and again, it throws up new impressions with Theodorakis as the anchoring factor. The rest of the film blurs, fluctuates and keeps surprising us with unusual ideas … Because Kutulas‘ film is less tame-informative documentary and more essay-style exploration of the mythical person of Theodorakis resp. the mythical power of his music … it is a cinematic odyssey. 

– elHype.com: … Although a global name as a composer, Theodorakis also enjoys a fanatical cult following, earning him the stature of a living legend who is still working today into his tenth decade… When one has to account for all the footage they have acquired since 1987, filming the legendary composer travelling and working on tour, condensing all that into less than 90 minutes was not an easy task. However, this is a exactly what director Asteris Kutulas set for himself and the results are the film Dance Fight Love Die – With Mikis on the Road (2017), a record of time the director has spent with Theodorakis on the road from 1987 to the present, organizing more than 150 concerts in 100 locations, in places as diverse and far and wide as Canada, Chile, Russia, Israel, South Africa, Turkey, Australia and most European countries, amounting to over 600 hours of footage… Ultimately, the documentary plays like snippets or teaser trailers cut together. Every inclusion seemed like a dramatic advert for a concert in a particular place at a particular time. Linking all these clips into 87 minutes made for big decisions and attempts at lucid seamlessness…

André Hennicke (actor & author): “Dance Fight Love Die“ – a film like a day dream. Like a breathing memory of a large, adventurous life that doesn’t want to end. The huge, lanky man with a crutch. Who doesn’t want to accept that he can’t fly. He searches for a way to fly anyway. His music. It allows any listener to fly. The many, different shreds of his music that – like fragile filaments – connect those small, human moments with the amazing peaks of his success. Very emotional. Almost as if this was our own memory …

– greeksnewagenda.gr: Filming Greece – “Dance Fight Love Die“: an idiosyncratic portrait of an idiosyncratic artist … Based on over 600 hours of filmed material starring Mikis Theodorakis in any possible situation, “Dance Fight Love Die“ by Asteris Kutulas is a hybrid film on the hybrid life of one of Greece’s most prolific figures, composer Mikis Theodorakis. For thirty years (between 1987 and 2017), Asteris Kutulas organized many major Theodorakis concerts around the world, while he accompanied and occasionally filmed Theodorakis on his travels. This resulted in accumulated film footage of Theodorakis’ travels around the world. Kutulas complemented this material with „fictional“ shootings (filmed by DOP Mike Geranios) adding a subplot inspired by Theodorakis‘ autobiography „The ways of the Archangel“. This docu-fiction film, an experimental portrait of the artist, offers an insight to lesser known aspects of Theodorakis‘ personality, while it cites the universal influence of his music.

Hans-Eckardt Wenzel (songwriter & author): A very impressive film. The ornamental aspect doesn’t get out of hand and the documentary angle adds a sense of soft realism to everything. The film approached Theodorakis’ music in a very astute way while also unleashing its global nature, untethered to the language of words or country norms. The most impressive part was the visual sequence featuring the dancer and Mikis wearing a gas mask at the demonstration. You can feel this sense of justice, this gentle humanism that is sorely lacking in today’s world. The film shows a good way to approach the all-pervading power of music. I can only guess how much work this movie was. Excellent editing, great musical structuring, those breaks between sound and silence, between movement and rigor. I am truly impressed! This film entirely matches my own view and understanding that the only way to escape the current crisis cannot be political, but must be cultural.

Annett Gröschner (author): It’s a collage of staged scenes, backstage video snippets, interviews with Theodorakis and performances around the world. The film also recapitulates the life of the frequently controversial composer who was never just an artist, but always someone who meddled in politics, earning him torture, prison, banishment, exile and, finally – four years ago – an eye injury from a tear gas attack at the Syntagma Square protests. His entire life, Theodorakis was an intellectual free spirit, an autonomous republic in the best sense of the word. Now, at the end of his life, he is forced to state that nothing has improved in Greece, that – after facism, civil war, junta and corrupt neoliberal governments – the climate remains poisoned and the Greeks’ dignity woefully wounded …

Composer’s Statement
 
Asteris Kutulas already revealed to me an independent approach of a most personal point of view in his very first work: the film “Recycling Medea”. For me – looking at it from an artistic point of view – this was a fortunate coincidence. Through his perspective and approach, he introduced completely new ways of expressing and dealing with my own work and my personal life. At first it wasn’t easy for me to adjust to his special approach, because of the vast amounts of work I had already made, as well as the fact that I had been developing my own aesthetic and philosophical codes for a long time. But instead of Asteris’ unusual directorial interpretation of my work and life repulsing me, the opposite happened; they enriched me psychologically, spiritually and creatively because they inspired me to see myself and my work with the fearless eyes of today and tomorrow. I will say, this approach has made me feel young, because this view redeems both my work and me from dozens of years formerly burdened by my untamed life.
 
Mikis Theodorakis, Athens 2018

Photo with Mikis Theodorakis & Asteris Kutulas (1983) © by Rainer Schulz

Satellite Clips – Ein Konzeptkunst-Projekt

DIE SATELLITE CLIPS UND DER MUTTERPLANET

Die „Satellite Clips“ umkreisen den Hauptfilm DANCE FIGHT LOVE DIE, der ihnen als Heimatplanet gilt. Die Formel für dieses Konzeptkunst-Projekt lautet: Satellite-Clips = aus dem für den Hauptfilm nicht genutzter 600-Stunden-mit-Mikis-Fundus + Fiction- und Making-of-Material, das während der Shootings mit den Schauspielern und den jungen Musikern zwischen 2014 und 2018 entstanden ist. 

Diese Clips tragen den Namen des an der Entstehung des jeweiligen Clips maßgeblich beteiligten Künstlers bzw. Mitarbeiters des Regisseurs. Die ersten beiden „Satellite Clips“ mit dem Titel STELLA und MELENTINI verbanden die „Berliner Ästhetik“ des Regisseurs mit der „Universellen Harmonie“ von Mikis Theodorakis und sind in Zusammenarbeit mit der jungen Filmemacherin Stella Kalafati, die während der Entstehung des Hauptfilms als Regieassistentin gearbeitet hat, und der Musikerin Melentini produziert worden, . 

Satellite Clip – STELLA
Satellite Clips – MELENTINI

ARTISTS’S STATEMENT

DANCE FIGHT LOVE DIE ist ein Film-Phänomen. Der Regisseur war mit dem Komponisten unterwegs, drei Jahrzehnte, hat ihn umkreist, überall auf der Welt. Der Regisseur mit seiner Kamera war Auge und Festplatte zugleich. Der Komponist ist das Zentrum; um ihn dreht sich alles. Wie Ideen um eine Erscheinung. Es ereignete sich die Geburt des Films aus dem Geiste der Musik. Die Kamera des Regisseurs war der Satellit. Ein Langzeitprojekt in einer Welt, die verrückt geworden und aus den Fugen geraten ist. Die Welt ist der Killersatellit. Deshalb Musik. Deshalb Film, Text und Tanz. Der Komponist hat sich nicht auffressen lassen von wilden Tieren oder von Jahrzehnten. 

DANCE FIGHT LOVE DIE – ein 90-Minuten-Film, gemacht aus 600 Stunden Ausgangsmaterial. „With Mikis on the Road“ – von Anfang bis Ende die Musik des Komponisten. Doch dieser Film will sich nicht beenden lassen. Die übriggebliebenen 599 Stunden wollen zu Satelliten werden, die um den Mutterplaneten kreisen. Das Zentrum ruft, und jeder Satellit springt in eine Bahn, um ein eigener Film zu werden, ein Clip mit eigener Musik. 

Das unbenutzte Material schreit danach, benutzt zu werden. Und all die Dutzenden Künstler, die mit ON THE ROAD waren bei diesem Film schreien danach, gezeigt zu werden. 

Satelliten kann man abschalten. Aber nicht die KUNST, nicht das Zentrum. Es werden weitere Satelliten kommen. Einer heißt „Stella“, einer heißt „Air Cushion Finish“, einer heißt „Achilleas”, einer heißt „Stathis“, einer heißt „Sandra“, einer heißt „Melentini“. Wo ein Satellit ist, folgt schon der nächste.

Asteris Kutulas

Das Makedonien-Problem – Ein Brief von Mikis Theodorakis

Brief an Wim Wenders

[Der folgende Brief von Mikis Theodorakis an Wim Wenders (Herbst 1992), in dessen Eigenschaft als Vorstandsmitglied der European Film Academy, ist eine Reaktion auf die Nominierung eines Films aus der „Skopje-Republik“ unter der Staatsbezeichnung „Makedonien“ für den europäischen Filmwettbewerb FELIX 92. Daraufhin protestierten eine Reihe griechischer Filmemacher, u.a. Theodoros Angelopoulos und vor allem Melina Mercouri. Theodorakis erklärte seinen Austritt aus der Akademie für den Fall, dass diese ihren Beschluss nicht rückgängig machen würde, woraufhin Wim Wenders in einem Brief die Entscheidung der Film Academy verteidigte. Der daraufhin hier abgedruckte Brief, sowie der griechische Protest, führten zur Revision der Nominierung und der Annahme des am Schluss des Theodorakis-Briefes vorgeschlagenen Kompromisses.
Theodorakis setzte sich seitdem aktiv dafür ein, die Beziehungen zwischen Griechenland und „Skopje“ zu normalisieren und zu verbessern. 1996 reiste er als erster und einziger griechischer Künstler in die Nachbarrepublik, traf sich mit dem damaligen Präsidenten Kiro Gligorov zu Gesprächen und dirigierte das Staatsopernorchester von Skopje. 2010 prangerte er die griechische Regierung an, dass sie unfähig und aus populistischen Gründen unwillens sei, das zwischenstaatliche Problem der zwei Nachbarländer politisch zu lösen. Dieselbe Haltung brachte er in seiner Rede am 4. Februar 2018 auf dem Syntagma-Platz zum Ausdruck, wobei einige selbstkritische Töne dazukamen. Diese sehr antifaschistische Rede, in der er Brecht zitierte und sich als internationaler Patriot“ bezeichnete, der „alle Heimatländer liebt“, betonte er: 1) dass die Griechen selbst und alle griechischen Regierungen der letzten Jahrzehnte eine große Mit-Schuld an der derzeitigen Situation in Beziehung zum Nachbarland haben, 2) dass Griechenland kein Recht hat, unserem Nachbarland vorzuschreiben, wie es sich nennen soll, 3) dass Griechenland akzeptieren muss, dass unser nördlicher Nachbar in der Märchenvorstellung lebt, vom antiken griechischen Makedonien abzustammen, 4) dass das Einzige, was Griechenland tun kann, folgendes ist: dieses „Märchen“ nicht mit unserer Unterschrift zu bestätigen, aber ein freundschaftliches Verhältnis mit unserem Nachbarland zu pflegen und dieses zu vertiefen. Und dass es 5) für den Fall, dass eine griechische Regierung darüber nachdenkt, dieses „Märchen“ dennoch bestätigen zu wollen, eine Volksabstimmung dazu geben sollte – wegen der großen nationalen Tragweite dieser Entscheidung. // Folgend der Brief von Mikis Theodorakis an Wim Wenders vom Herbst 1992:]

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Lieber Wim Wenders,

ich danke Ihnen für Ihren Brief, auf den ich, wie Sie sehen, sofort antworte, da mir beim Lesen Ihrer Zeilen deutlich wurde, dass es ein prinzipielles Missverständnis hinsichtlich der Beweggründe, die mich zu meinem letzten Brief an die Akademie bewegt haben, auszuräumen gilt. Ich bin nämlich keineswegs von politisch geprägten Prämissen oder gar nationalistischen Vorurteilen gegenüber irgend einem Volk oder einer Minderheit geleitet worden. Ich habe einen Großteil meines Lebens, fast 50 Jahre, dem Kampf für die Freiheit und Gleichberechtigung aller Menschen gewidmet, was mich, so hoffe ich, vom Verdacht, auch nur im Geringsten souveräne Rechte anderer Völker – wie dem der Skopje-Republik – verletzen zu wollen, befreit. Nicht zufällig, lieber Wim Wenders, war ich es, der – als erster – während seiner Rede bei der Regierungssitzung vom 6.11.1991 in Athen die Ansicht vertreten hat, dass der Skopje-Staat nicht von Griechenland anerkannt werden soll, solange in seiner Staatsbezeichnung das Wort „Makedonien“ gebraucht wird, solange also die Herrschenden dort versuchen, etwas zu usurpieren, was ihnen nicht gehört. Zu diesem Vorschlag, auf den ich stolz bin, bewogen mich, neben der Liebe zu meiner Heimat, meine Eigenschaft als Intellektueller und meine Fixierung auf die humanistischen Ideale.

An dieser Stelle komme ich nicht umhin, einige historische Fakten anzuführen: Ausgehend vom Namen „Makedonien“, den Tito 1945 im Interesse seiner panslawischen Anschauung für den südlichen Bezirk Jugoslawiens einführte, gingen die später in Skopje Herrschenden einen Schritt weiter, indem sie eine nicht-existierende „Makedonische Nationalität“ erfanden, um letztendlich „die Befreiung des griechischen Makedoniens vom griechischen Joch“ zu verlangen! Das, was mir schon immer an den Menschen und insbesondere an den Skopjanern nicht gefiel, ist die Verneinung ihrer Herkunft, die Verheimlichung und Verleugnung ihrer historischen Wurzel. Alle wissen, dass im Skopje-Staat heute vorwiegend Albaner und Slawen leben. Letztere kamen in den ersten Jahrhunderten nach Christi auf den Balkan. In den historischen Dokumenten tauchen sie als Bulgari auf, während ihre Sprache eine Mischung aus bulgarischem Dialekt und anderen slawischen Dialekten war. Sie koexistierten mit den Griechen, den Bulgaren, Albanern, mit Christen und Muslimen. Sie schufen wie alle anderen Völker ihre eigene Kultur, ihre eigenen Lieder, Tänze und Mythen. Im jugoslawischen Völkerbund versuchten sie, ihre eigene, rein slawische, Physiognomie zu entwickeln. Aber statt auf ihre Herkunft, ihre Wurzeln, ihre Sprache, ihre Symbole stolz zu sein, beschlossen sie – verleitet von einem politischen Annektionismus, der sie für die eigenen Interessen zu instrumentalisieren trachtete – sich zu verwandeln, und zwar: in Griechen!

Denn die Makedonier lebten im griechischen Makedonien tausend Jahre, bevor die Slawen auf den Balkan kamen, und keiner bezweifelte bislang, dass Alexander der Große Grieche war, und dass sein Lehrer Aristoteles griechisch sprach und schrieb. Mit alledem will ich nur darauf hinweisen, dass es sich hierbei keineswegs um eine politische Auseinandersetzung handelt, sondern um eine Frage moralischer Natur: Kann man akzeptieren, dass sich ein Staat anmaßt, die Geschichte eines anderen Volkes, dessen Symbole und Namen zu usurpieren?

Schließlich wählte der Skopje-Staat als Symbol für seine Staatsflagge die SONNE VON VERGINA, das Wappen von Phillip, das kürzlich im Grab des Königs von Makedonien am Fuße des Olymp, also im Herzen Griechenlands, gefunden wurde. Vorher schon druckte Skopje auf seine Geldscheine den Weißen Turm von Thessaloniki und schmückte all seine Institute mit dem Abbild Alexanders des Großen, um nur einige der zahllosen Aneignungsversuche griechischer Wahrzeichen und Geschichte anzuführen.

Sie könnten mir entgegnen: Wenn sich die Skopje-Slawen so sehr als Makedonier fühlen, warum fordert ihr sie nicht auf, heim ins Reich, nach Griechenland, zu kommen? Aber zum Glück – oder sollte ich „leider“ sagen? – haben wir Griechen nicht die Mentalität einer Großmacht, nicht den Anspruch, das auserwählte Volk zu sein, keinerlei Arroganz gegenüber Schwächeren. In unserm Fall beobachten wir das andere Extrem: Ein kleiner Bezirk Jugoslawiens, der vor einigen Jahrzehnten willkürlich auf einen griechischen Namen getauft wurde, bekommt mit der Zeit immer mehr Appetit – unterstützt von mächtigen Interessengruppen in der ganzen Welt –, erklärt im weiteren Geschichtsverlauf die Existenz einer „Makedonischen Nation“ und krönt nun seine Staatsdoktrin, indem es Anspruch auf griechische Territorien erhebt, darunter auf Makedonien selbst, den Nordbezirk Griechenlands, mit seiner Hauptstadt Thessaloniki.

Sie schreiben mir, dass sich „Europa in einer Übergangsphase befindet, die Landkarte neu gestaltet wird, Nationen und Grenzen aufgelöst und neu definiert werden …“. Ich hoffe sehr, Sie meinen damit nicht, dass auch unsere Grenzen neu definiert werden sollten… Und Sie fahren fort: „Deshalb sind sie auch beide unsere Kollegen und Freunde – die Filmemacher Griechenlands und die Filmemacher Mazedoniens.“ Auch wenn ich wollte, könnte ich dem nicht zustimmen, dass es heute Griechen und Makedonier gibt. Denn ganz einfach: die Makedonier sind Griechen, genauso wie die Sachsen Deutsche sind.


(Photo by © Privatier/Asti Music)

Und so möchte ich meinen Brief mit einem absurden und monströsen Szenarium beenden, das, hoffe ich, Ihnen hilft zu verstehen, was genau geschieht und in welch unvorstellbare Situation uns der „Trotz“ einer Handvoll Menschen gebracht hat, die fortfahren, sich als etwas anderes auszugeben, als sie in Wirklichkeit sind: 1945 beschließen Stalin und polnische Staatsfunktionäre, um später „rechtmäßig“ deutsche Territorien beanspruchen zu können, an den östlichen Grenzen zu Deutschland einen Bezirk mit dem Namen „Sachsen“ zu gründen. Seine Einwohner haben keinerlei Beziehung zum deutschen Volk. Sie sind eine Mischung aus Slawen unterschiedlicher Herkunft, Polen, Zigeunern, Albanern und Muslimen. Dieses seltsame „Sachsen“ entwickelt einen eigenen Dialekt mit slawischen, albanischen und polnischen Einflüssen. Diesen Dialekt taufen die Herrschenden „Sächsische Sprache“. Des weiteren gründen sie (mit reichlich Geld) Institute in Australien, Kanada, den USA und in Europa, in denen die „Sächsische Nation“ propagiert wird. Die neuen „Sachsen“, oder besser die Pseudo-Sachsen, erklären sich mit der Zeit zum alleinigen Erben des sächsischen (und damit auch: deutschen) Kulturgutes. Walther von der Vogelweide, Luther, Bach, Immanuel Kant werden zu ihren nationalen Idolen. Sie drucken Landkarten von „Groß-Sachsen“ mit der Hauptstadt Dresden, nehmen den Dresdner Zwinger als Staatssymbol in ihre Fahne auf und geben Briefmarken mit dem Abbild August des Starken heraus. Schließlich wählen sie im Jahre 1991 eine Verfassung, die den Grundsatz festlegt, dass das Staatsziel „Sachsens“ darin besteht, ganz Sachsen, also auch den noch deutschen Teil, vom deutschen Joch zu befreien! Aber das deutsche Volk rebelliert. Die deutsche Regierung sieht sich zum Handeln gezwungen. Das Thema wird im EU-Rat behandelt, der gerade in Lissabon tagt und der einstimmig beschließt, dass die Pseudo-Sachsen aufhören müssen, einen fremden, einen deutschen Namen zu führen und die deutsche Geschichte zu usurpieren. Aber die Pseudo-Sachsen machen weiter … So schicken sie auch zum Filmfestival nach Athen einen pseudo-sächsischen Regisseur, den wir hier in Griechenland sofort als echten Sachsen anerkennen, also de facto als Repräsentanten des – deutschen! – „Groß-Sachsens“. Und wenn Sie als deutscher Künstler – und das deutsche Volk – protestieren und darauf hinweisen, dass es sich dabei um eine unverhohlene Geschichtsanmaßung handelt, antworten wir Ihnen, dass es uns nicht möglich ist, Unterschiede zu machen und dass für uns die „Sachsen“ (in Anführungsstrichen) und die Deutschen gleichermaßen Kollegen und Freunde sind, was nichts anderes bedeutet, als dass wir anerkennen, dass Deutsche und Sachsen (ohne Anführungsstriche) was vollkommen anderes sind und damit ebenfalls, dass Dresden, Meißen, Chemnitz, Leipzig, die Sächsische Schweiz eigentlich zum slawischsprechenden „Sachsen“ gehören. Obwohl dessen Vorfahren ja eigentlich noch Tausende von Meilen entfernt lebten, als das sächsische/deutsche Volk bereits das Nibelungenlied, einen Dürer, Lessing, Schiller, Mozart hervorbrachte. Jedenfalls stelle ich mir ungern vor, was passiert wäre, wenn nicht Griechenland, sondern tatsächlich Deutschland von so einem Problem betroffen gewesen wäre.

Mein Szenarium hat mit streng historischen Fakten zu tun. Und zusätzlich mit folgender Tatsache: Wenn ein Volk, und mehr noch ein Künstler seine Wurzeln verleugnet, wird das, was er künstlerisch ausdrückt, eine Lüge sein. Und wie Sie sehr gut wissen, sind Kunst und Lüge wie Feuer und Wasser. So wird ein Pseudo-Sachse, der angibt, sein Werk gründe sich auf – nichtexistente – deutsche Wurzeln, genauso lügen müssen wie ein Pseudo-Makedonier, der auf seiner – natürlich nichtexistenten – makedonischen, also griechischen Herkunft besteht. Das ist ganz einfach Betrug, und ich bin mir sicher, dass auch Sie sich über kurz oder lang dessen bewusst werden.

Was nun, wenn die unpolitische European Film Academy mit einem pseudo-makedonischen Regisseur konfrontiert wird? Wir leben in einer organisierten Weltgemeinschaft, in der bedauerlicherweise der einzelne Künstler darunter leiden muss, wenn es darum geht, seinen Staat, mit dem er sich identifiziert, in die Schranken zu weisen, falls dieser Staat das friedliche Miteinander der Weltgemeinschaft bedroht. Und die Film Academy ist eine Organisation dieser Weltgemeinschaft und kann nicht de facto das Prinzip der Gleichberechtigung des Einzelnen über das Völkerrecht stellen. So wird, meiner Meinung nach, auch die Film Academy als künstlerische Institution nicht umhin können, will sie beiden Grundrechten gerecht werden, einen Weg des Kompromisses zu gehen, der z.B. darin bestehen könnte, dem Künstler als Einzelperson – und nicht als Repräsentanten eines vom EU-„Anerkennungsboykott“ betroffenen Staates – die Teilnahme am Filmfestival nahezulegen, so wie das mit den jugoslawischen Sportlern bei den letzten Olympischen Spielen geschehen ist.

Ich hoffe sehr, dass Sie nun meine Haltung besser verstehen, aber auch diesen langen, allzu langen Brief, mit dem ich Sie bemüht habe, weswegen ich Sie auch um Verzeihung bitte, zugleich meine Achtung und Liebe Ihnen und Ihrem Werk gegenüber bekundend.

Herzlich –

Ihr Mikis Theodorakis
Athen, 1992

(Photo by © Privatier/Asti Music)

Dance Fight Love Die – Ein extremer Film (Interview)

INTERVIEW MIT DEM FILMREGISSEUR ASTERIS KUTULAS

Griechenland Aktuell sprach mit Asteris Kutulas, dem Filmregisseur, Übersetzer griechischer Literatur, Gründer der Deutsch-Griechischen Kulturassoziation e.V. und Festivaldirektor des 1. Festivals Hellas Filmbox Berlin, über seinen neuen Film „Dance Fight Love Die“, über Mikis Theodorakis und über die Präsenz der Musik von Theodorakis in der Bundesrepublik:

Griechenland Aktuell: Nach „Recycling Medea“ kommt nun ein weiterer Film von Ihnen über das Leben und künstlerische Schaffen des wohl heute bekanntesten Griechen Mikis Theodorakis mit dem markanten Titel „DANCE FIGHT LOVE DIE“. Erzählen Sie uns von der Hauptidee Ihres Films.

Asteris Kutulas: In „Recycling Medea“ – meinem ersten Film der „Thanatos Tetralogie“ – steht nicht Mikis Theodorakis im Mittelpunkt des Geschehens, sondern der antike Mythos einer Mutter, die ihre zwei Kinder tötet, um sich an ihrem Mann zu rächen, der erst fremdgegangen ist und sie dann wegen dieser anderen Frau verlassen hat. Theodorakis’ Musik dient sowohl bei diesem als auch bei meinem neuen Film „DANCE FIGHT LOVE DIE“ als „Soundtrack“. Und das wird wieder so sein bei „Elektra“ und „Antigone“, den anderen beiden Filmen der Tetralogie, die in den kommenden Jahren entstehen sollen.
Leben und Werkschaffen von Theodorakis ist – auf sehr poetische und eigenwillige Art und Weise – tatsächlich das Thema unseres Films „DANCE FIGHT LOVE DIE – With Mikis on the Road“. Ein schnell geschnittenes, rasantes Roadmovie über Musik, Rock’n’Roll, Sehnsucht, Kampf, Träume, Liebe und Tod. Ich wollte mit filmischen Mitteln die Frage beantworten: Was ist Kunst? Und ich wollte einen Film machen, der sich unterscheidet von allem, was ich vorher gesehen hatte.
Einen Film, geboren aus dem Geiste der Musik. Sehr modern und zugleich sehr emotional.

Griechenland Aktuell: In der Filmankündigung heißt es, dass Sie Theodorakis 30 Jahre lang, von 1987 bis 2017, auf vier Kontinenten begleiteten. Bei dem, was Sie an Filmmaterial in Ihrem Archiv haben, handelt es sich um einen riesigen Fundus. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht einfach war, daraus ein lebendiges Ganzes entstehen zu lassen, also tatsächlich einen Film von 87 Minuten Länge.

Asteris Kutulas: Das Problem bestand darin, dass die etwa 600 Stunden Material, die ich 30 Jahre lang mit kleinen, unprofessionellen Kameras gedreht hatte, niemals dazu bestimmt waren, zu einem „Film“ zu werden. Darum mussten wir einen Weg finden, dieses Material mit neu gedrehten Szenen zu „kreuzen“, um eine filmästhetisch überzeugende Lösung zu finden. Ich wollte durchaus so etwas wie einen „atemberaubenden Film“ für das Kino schaffen, was uns – meiner Meinung nach – gelungen ist. Auch die allermeisten Publikumsreaktionen bestätigen das. Selbst Menschen, denen der Name Mikis Theodorakis kein Begriff ist und die seine Musik noch nie gehört haben, fühlen sich von dem, was sie sehen und hören, stark angesprochen und mitgenommen auf diese Reise. Eine Bilder-Explosion, ein „Baden“ in Musik und in ganz vielen – konträren – Film-Ideen. Kann man schwer beschreiben, ist was Neues, sollte man sich unbedingt ansehen.

Griechenland Aktuell: „DANCE FIGHT LOVE DIE“ kommt ab heute, den 10. Mai, in die deutschen Kinos, was ein großer Erfolg ist. Das hat sicherlich auch mit der Person von Mikis Theodorakis zu tun?

Asteris Kutulas: Theodorakis ist für mich ein „musikalischer Anarchist“, ein moderner Mozart. Er gehört zu den größten Melodikern des 20. Jahrhunderts. Seine Melodien überwinden Sprach- und Ländergrenzen, pflanzen sich fort, als wären sie zeitlos. Sie erreichen Musiker, Sänger, Tänzer, Hörer bis heute. Dieses musikalische Material inspiriert, als wäre es gerade erst geschrieben worden. Das offenbart „DANCE FIGHT LOVE DIE“ auf sehr filmische Art und Weise. Ein extremer Film, sowohl hinsichtlich seiner inhaltlichen Konsequenz als auch seiner Form.

Griechenland Aktuell: Es lässt sich annehmen, dass die Musik von Mikis Theodorakis wie auch seine enorme Persönlichkeit in Deutschland nach wie vor bekannt sind. Ist Mikis Theodorakis in der heutigen Bundesrepublik noch immer beliebt?

Asteris Kutulas: Ganz sicher kann man sagen, dass Theodorakis beliebt ist. Er hat anderen nie nach dem Munde geredet und seine Meinung nie hinter der Meinung anderer versteckt. Er war immer sehr eigenständig, unabhängig. So ist auch seine Musik. Dieses Idol, das er bereits vor Jahrzehnten war, ist er für sehr viele Menschen in Deutschland geblieben. Seine Musik, oft tief emotional, schenkt Momente der Erlösung und der Motivation, sie gibt Kraft. Das haben nicht wenige früher erlebt, und um das heute wieder erleben zu können, hört man diese Musik, geht in diese Konzerte. Ich war gerade jetzt, am 4. Mai, bei einer Aufführung seines Werks „Canto General“ im ausverkauften Dresdner Kulturpalast, mit einem völlig enthusiastischen Publikum, der Applaus wollte nicht enden, Chor, Orchester und Solisten hätten noch x Zugaben geben können. Letztes Jahr erlebte ich das bei nach der Aufführung seiner 2. Sinfonie und des „Adagio“ aus der 3. Sinfonie, die von den Düsseldorfer Sinfonikern gespielt wurden. Bei Konzerten seiner „Liturgie Nr. 2“ in Brandenburg und Magdeburg war das zu erleben, und ich erlebe so etwas Ähnliches nach den Vorführungen von „Dance Fight Love Die“, wo das Publikum den Theodorakis, den es kennt, teilweise neu entdecken kann. Ich erlebe immer wieder, dass Menschen sich wünschen, diesem Mann wieder begegnen zu können, sich wünschen, dass ihre Kinder und Enkel ihn und seine Musik erleben. Es ist tatsächlich so, als würde man seine Batterien aufladen können, wenn man diese Musik hört. Oftmals erzählt sie von der Sehnsucht des Menschen, ein Tänzer zu sein. Es ist nicht nur ein hoher Beliebtheitsgrad, von dem man sprechen kann, wenn man darüber redet, was für Theodorakis und seine Musik kennzeichnend ist, sondern es ist Dankbarkeit dafür, dass man mit dieser Energie in Kontakt sein kann, dass man bei einer Begegnung zusammen sein kann mit diesem wachen, interessierten Mann, der einem auf den Grund des Herzens schaut und der ein ausgezeichneter Gesprächspartner ist. Er ist ein freier Geist, ein ungewöhnlicher Mensch, und seine Musik ist unikal. Ich erlebe sehr erfolgreiche Musiker und Komponisten, Dirigenten und Chorleiter, die sich vor diesem Werk verneigen. Mir scheint das sogar häufiger geworden zu sein, als es z.B. vor zwanzig Jahren der Fall war. Ich bin absolut sicher, dass Theodorakis’ Musik noch oft neu entdeckt werden wird und Menschen ergreift.

Griechenland Aktuell, 10. Mai 2018
www.graktuell.gr/index.php/articles/kultur-bildung/1620-interview-mit-dem-filmregisseur-asteris-koutoulas

Dance Fight Love Die (Cinema Trailer)

DANCE FIGHT LOVE DIE
WITH MIKIS THEODORAKIS ON THE ROAD

A film by Asteris Kutulas
based on the music of Mikis Theodorakis

Ein clipartiges Notebook. 60 mal Musik. 60 Stories. 1 Anti-Romanze. Ein ungewöhnlicher Film über den musikalischen Anarchisten Mikis Theodorakis.

A clip-style journal. 60 bits of music. 60 stories. 1 anti-romance. The most extraordinary film about musical anarchist Mikis Theodorakis.

With Mikis Theodorakis, Sandra von Ruffin, Stathis Papadopoulos

Featuring (in alphabetical order) | Rafika Chawishe, Rosa Merino Claros, Uwe Förster, Constantinos Isaias, Stella Kalafati, Katharina Krist, Inka Neumann, Aiste Povilaikaite, Sofia Pintzou, Anna Rezan, Carlos Rodriguez, Marilyn Rose, Tatjana Schenk, Kat Voltage a.m.o.

With the Cover Orchestrators, Singers, Dancers, Soloists and Artists
(in alphabetical order) | Air Cushion Finish, Anna RF, Alexia, Çiğdem Aslan, Bejeranos & Microphone Mafia, Zoe Chressanthis, George Dalaras, Deerhoof, July Dennis, Francesco Diaz, Thanassis Dikos, Maria Dimitriadi, Galina Dolbonos, Eves Karydas, Maria Farantouri, Elliot Fisk, Ekaterina Golowlewa, Lakis Karnezis, Alexandros Karozas, Loukas Karytinos, Rainer Kirchmann, Maria Kousouni, Johanna Krumin, Ilse Liepa, Zülfü Livaneli, Melentini, Lorca Massine, Elinoar Moav, Petros Pandis, Kostas Papadopoulos, Maria Papageorgiou, Dulce Pontes, Anthony Quinn, Henning Schmiedt, Sebastian Schwab, Margarita Theodorakis, George Theodorakis, Kostas Thomaidis, Emilia Titarenko, Vladimir Vasiliev, Tatjana Vassilieva, Kalliopi Vetta, Nadja Weinberg, Renato Zanella, Jannis Zotos and many others

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DANCE FIGHT LOVE DIE is an exuberant visual epic: a poetic road movie; an associative film collage from the cosmos of composer Mikis Theodorakis, the ingenious enfant terrible of our recent European musical history, who inspired millions around the world, a standout artist shaped by his dramatic century, a man who made history.

From 1987 to 2017 director Asteris Kutulas was a constant at Theodorakis’ side. He captured countless moments of the composer’s life over 3 decades, 4 continents, 100 locations, and 600 hours of footage. For this exceptional film, Kutulas spliced extremely personal moments with treasures from the archives, documentary recordings with fictions, even the humorously grotesque, adding Theodorakis’ own music as reinterpreted by many, mostly young, artists who add to the master’s compositions their own personal inflections, be it from jazz, classical, electro or rap.

An 87-minute music extravaganza… Very few words. DANCE FIGHT LOVE DIE is a unique film on inspiration, Eros and Thanatos.

More infos:
spark.adobe.com/page/fY90F0h28F3Nd/

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Directed by Asteris Kutulas
Written by Asteris & Ina Kutulas
Sound & Music Mixing, Editing & Mastering | Alexandros Karozas
Cinematographer | Mike Geranios
On the Road cameras 1987-2017 | Asteris Kutulas
Editing | Cleopatra Dimitriou & Yannis Sakaridis
Make Up Artist | Johanna Rosskamp
Costumes | Heike Hartmann & Anabell Johannes
Art Director | Achilleas Gatsopoulos
Graphic Design & Motion Graphics | Achilleas Gatsopoulos & DomQuichotte
Color Correction | Matthias Behrens
Online Editing | Domingo Stephan
Camera Assistent | Max Valenti
Gaffer | Vassilis Dimitriadis
Production Manager (fiction part) | Marcia Tzivara

Post Production Management | Dimitris Argyriou
Artistic Consultancy | Ina Kutulas, DomQuichotte, James Chressanthis & Klaus Salge
Additional Photography | James Chressanthis (ASC), Stella Kalafati, René Dame, George Theodorakis, Reinhold Spur, Matthias Seldte, Achilleas Gatsopoulos, Vasilis Nousis, Stefanos Vidalis, Lefteris Eleftheriadis, Ioannis Myronidis, Zafeiris Haitidis
Additional Editing | Dimitris Argyriou, Stella Kalafati, Antonia Gogin, James Chressanthis, Lemia Monet, Bernd Lützeler, George Theodorakis, Zoe Chressanthis
Translations | Sonja Commentz (English) & Ina Kutulas (Deutsch)
Press & PR | Sofia Stavrianidou & Tony Agentur
Festival Strategy & Distribution | NewBorn Short Film Agency (Dimitris Argyriou)
Associated Producers | Klaus Salge, Christopher Kikis & Uwe Förster

Music Publishers | Schott Music GmbH & Co. KG & Romanos Productions Ltd.

Co-Produced by Yannis Sakaridis & ERT TV
Co-Produced by Schott Music GmbH & Co. KG

Produced by Asteris & Ina Kutulas
© Asti Music, 2018

Recycling Medea – Photos

Maria Kousouni & Mikis Theodorakis during „Medea“ ballet rehearsal 2012 (photo © by Asteris Kutulas)

Asteris Kutulas during the German premiere of „Recycling Medea“ at the Gasteig Cinema, Munich 2013

Nina & Wanja Hof & Sofia Pintzou, world premiere of „Recycling Medea“ (photo © by Asteris Kutulas)

„Recycling Medea“ at the EPOS Israel International Art Film Festival, Tel Aviv 2014 (photo © by Ina Kutulas)

Asteris Kutulas, Bella Oelmann & Velissarios Kossivakis, Greek cinema premiere of „Recycling Medea“, Athens 2013 (photo © by Mike Geranios)

Film directors Nikos Tzimas & Asteris Kutulas before screening of „Recycling Medea“ at the Goethe-Institute Athens, 2015

Mikis Theodorakis & Renato Zanella, Athens 2012 (photo © by Asteris Kutulas)

Bella Oelmann during the shootings of „Recycling Medea“, Berlin 2012 (photo © by James Chressanthis)

Alexander Kutulas & Maria Kousouni, world premiere of „Recycling Medea“, Athens 2013 (photo by © Wassilis Aswestopoulos)

Renato Zanella & Danilo Zeka, world premiere of „Recycling Medea“, Athens 2013 (photo by © Wassilis Aswestopoulos)

Inna Sewtschenko with Asteris Kutulas during the award ceremony of the Cinema for Peace Most Valuable Documentary Award 2014 

Maria Kousouni as Medea, ballet performance 2012, Apollon Theatre Syros (photo © by Stefanos)

Danilo Zeka, Mikis Theodorakis & Renato Zanella during the rehearsals of MEDEA ballet, Athens 2012 (photo © by Asteris Kutulas)

Danilo Zeka, Maria Kousouni & Sofia Pintzou, world premiere of „Recycling Medea“, Athens 2013 (photo by © Wassilis Aswestopoulos)

Filmstill of „Recycling Medea“ © by Stefanos Vidalis, Athens 2011        

Bella Oelmann during the shootings of „Recycling Medea“, Berlin 2012 (photo © by Asteris Kutulas)

Danilo Zeka, Maria Kousouni & Mikis Theodorakis during MEDEA ballet rehearsal, Athens 2012 (photo © by Asteris Kutulas)

André Hennicke during the shootings of Recycling Medea, Berlin 2012 (photo © by Asteris Kutulas)

Mikis Theodorakis & cinematographer James Chressanthis in Athens, 2014                       (photo © by Asteris Kutulas)

Bella Oelmann during the shootings of „Recycling Medea“, Berlin 2012 (photo © by Klaus Salge)

German actor Joachim Król holding the  Cinema for Peace Most Valuable Documentary Award 2014 for „Recycling Medea“ during the award ceremony

Mikis Theodorakis & Alexander Payne meeting before private screening of  „Recycling Medea“, Athens 2013 (photo © by Asteris Kutulas)


Recycling Medea | A film by Asteris Kutulas | Music by Mikis Theodorakis | Choreography by Renato Zanella | With Maria Kousouni as Medea 

Recycling Medea Website

Recycling Medea – Filmkritiken (Auszüge)

Dance Fight Love Die – The Satellite Clips II

Dance Fight Love Die – With Mikis on the Road: The Satellite Clips 

Two new SATELLITE CLIPS from the „Unused Material“ of the film DANCE FIGHT LOVE DIE.

The Satellite Clips: SANDRA
With Sandra von Ruffin by Asteris Kutulas

Mikis Theodorakis‘ Opernmusik „Antigone“ und die Sichtweise des Kameramanns (DOP) Mike Geranios inspirierten Asteris Kutulas zu diesem Satellite Clip, den er seiner Hauptdarstellerin Sandra von Ruffin widmet. Die Vision einer Antigone, deren Aufbegehren vergeblich ist und sinnlos erscheint. Untermalt von einer düsteren Musik, die keine Hoffnung erlaubt.

The Satellite Clips: GEORGE
Filmed by George Theodorakis
With Mikis Theodorakis, Lakis Karnezis, Kostas Papadopoulos a.o. by Asteris Kutulas & Dimitris Argyriou

George Theodorakis filmte im Juli und August 1988 mit einer Video8-Kamera die Premieren-Produktion des „Zorbas-Ballett“ in der Choreographie von Lorca Massine und mit der Musik seines Vaters Mikis Theodorakis. Insgesamt 40 Stunden Videomaterial von Proben, Aufführungen, Backstagemomenten. Asteris Kutulas und Dimitris Argyriou schnitten daraus einen Satellite-Clip zusammen. Zu hören ist ein Ausschnitt aus der wohl berühmtesten Musik von Mikis Theodorakis.

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SANDRA και GEORGE τιτλοφορούνται τα δύο νέα ανέκδοτα satellite clips που εντάσσονται στο φιλμικό τρίπτυχο του Αστέρη Κούτουλα, με τίτλο «Ταξιδεύοντας με τον Μίκη». Τα «δορυφορικά κλιπ» περιφέρονται γύρω στην κεντρική ταινία «DANCE FIGHT LOVE DIE» σαν να είναι ο πλανήτης τους. Φέρουν ως τίτλους τα ονόματα στενών συνεργατών που εργάστηκαν για αυτά, των φίλων και συνοδοιπόρων του δημιουργού στο μακρύ ταξίδι του με τον Μίκη, και είναι αφιερωμένα σε αυτούς.

Το clip SANDRA εμπνεύστηκε ο σκηνοθέτης από μια μουσική φράση της λυρικής τραγωδίας «Αντιγόνη» του Θεοδωράκη και τις εικόνες του οπερατέρ Μηχάλη Γερανιού. Η επανάστασή της Αντιγόνης μάταιη και τραγική. Η μουσική χωρίς καμιά ελπίδα. Η στωική, εικαστική, σχεδόν, οπτασία χρησιμοποιεί την φιγούρα της ηθοποιού Σάντρα φον Ρουφίν. Το γυμνό κορμί, η σωματικότητα σαν σύμβολα με μια στιγμιαία εναλλαγή του προσώπου του Μίκη συνθέτουν 40 δυνατά δευτερόλεπτα.

Το GEORGE είναι φτιαγμένο από υλικό που γύρισε ο γιος του Μίκη Θεοδωράκη, Γιώργος: πρόκειται για λήψεις περίπου 40 ωρών με Video-8 μηχανή τον Ιούλιο και τον Αύγουστο του 1998, οπότε παρουσιάστηκε το «Ζορμπάς Μπαλέτο» σε χορογραφία Λόρκα Μασίν. Πρόβες, παρασκήνια, ανέκδοτες στιγμές από αυτό το μεγάλο γεγονός συνθέτουν το μικρό αυτό κλιπ που κοσμείται από διάσημα μουσικά θέματα του συνθέτη.

Υπεύθυνη Επικοινωνίας και Τύπου
Σοφία Σταυριανίδου, sofia.stavrianidou@gmail.com

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SATELLITEN UMKREISEN THEODORAKIS’ PLANETEN
Über ein Langzeit-Filmprojekt von Asteris Kutulas
Von Sofia Stavrianidou

30 Jahre. 40 Länder. 4 Kontinente.
600 Stunden Film. 54.000.000 Frames.
Der in Deutschland lebende Publizist, Produzent und Filmemacher Asteris Kutulas hat den griechischen Komponisten Mikis Theodorakis zwischen 1987 und 2017 ungezählte Male besucht; er begleitete Theodorakis auf Tourneen und ließ dabei seine Videokamera laufen. Kutulas filmte Theodorakis bei Konzerten, während diverser Proben mit Orchestern, Solisten, Bands, on Stage und Backstage, bei CD-Aufnahmen in Studios, bei Opern- und Ballett-Produktionen, in Hotellobbys und auf Hotelzimmern, in Bussen und Lokalen, auf Ausflügen und während privater Treffen.
Das zwischen 1987 und 2017 gefilmte Material bildet einen umfangreichen Fundus von etwa 600 Stunden. Aufgenommen wurde es in Berlin, Athen, St. Petersburg, Verona, Santiago de Chile, Sydney, Tel Aviv, Budapest, Wien, Kopenhagen, Malmö, Pretoria, Çeşme, Amsterdam, Montreal, London, Brüssel, Luxemburg, Barcelona, Zürich, Oslo, Paris, auf den griechischen Inseln Chios, Kreta und Syros usw. usf.

SATELLITE CLIPS – Das ungenutzte Filmmaterial (Die Trailer)
Die „Satellite Clips“ umkreisen den Hauptfilm DANCE FIGHT LOVE DIE, der ihnen als Heimatplanet gilt. Die Formel lautet: Satellite-Clips = aus dem für den Hauptfilm nicht genutzter 600-Stunden-mit-Mikis-Fundus + Fiction- und Making-of-Material, das während der Shootings mit den Schauspielern und den jungen Musikern zwischen 2014 und 2017 entstanden ist.
Diese Clips, die als Trailer für den Hauptfilm fungieren, werden in den nächsten Monaten bis zur Premiere des Hauptfilms nach und nach im Internet veröffentlicht. Sie tragen den Namen des an der Entstehung des jeweiligen Clips maßgeblich beteiligten Künstlers bzw. Mitarbeiters des Regisseur.

DANCE FIGHT LOVE DIE – With Mikis On The Road (Der Film)
Docufiction von Asteris Kutulas – mit Mikis Theodorakis, Sandra von Ruffin, Stathis Papadopoulos und vielen anderen (in Postproduktion, Fertigstellung: voraussichtlich Ende 2017)

Aus dem während dreier Jahrzehnte entstandenen Fundus mit mehr als 600 Stunden unveröffentlichten Film-Materials wird ein 90minütiger hybrider Film-Essay, der den Zuschauer spannende, überraschende, skurrile, mysteriöse, aber auch sehr typische Augenblicke aus dem On-the-Road-Leben eines unverwechselbaren und charismatischen Künstlers miterleben lässt. Augenblicke, die einen umfassenden und originären Einblick in die „Agenda des geistigen Anarchisten“ Theodorakis erlauben. Kutulas verschmilzt in seinem Film sehr persönliche Momente mit historischem Material, dokumentarische Aufnahmen mit humorvoll-grotesker, teilweise verstörender Fiktion, und er macht erlebbar, welchen Widerhall Theodorakis’ Musik in den Arrangements junger Künstler findet – u.a. als Rock-, Klassik-, Electro- oder Rap-Version. Im fiktionalen Parallel-Universum des Films (inspiriert vom autobiographischen Roman des Komponisten „Die Wege des Erzengels“) erscheint die „Liebe“ als Chimäre, der „Tanz“ als Verzweiflungstat, der „Tod“ als Kontrastprogramm, der „Kampf“ als verführerischer Widergänger, der uns immer aufs Neue gegenübertritt und prüft.

Das Phänomen Theodorakis

Mikis Theodorakis, der Komponist, der Weltbürger, der kompromisslose Demokrat war Zeit seines Lebens ein Vollblutmusiker, der unaufhörlich komponierte, dirigierte, produzierte – Songs und Sinfonien, Ballette und Opern, Filmmusiken und Kammermusik. Sein musikalisches Schaffen und sein gesellschaftliches Engagement führten häufig zu extremen Gegenpositionen, er selbst galt stets als gedanklicher Extremist. Für die Linken ein Rechter, für die Rechten ein Linker. Für akademische Musikkritiker ein Popmusiker, für die Popmusiker ein klassischer Komponist. Er richtete sich auf keinem dieser Plätze ein. Er war und blieb ein Anarchiker. Ein weltoffener Geist, mit einem minutiösen Gedächtnis, rhetorisch versiert, gebildet, sensibel, voller Humor, umgeben von einer pulsierenden Aura, äußerst diszipliniert, ein begnadeter Geschichtenerzähler, sehr ernsthaft, spontan, lesehungrig – „ein deutscher Komponist, der im Raum der Ägäis geboren wurde“, wie er selbst sagt, „und ein kretischer Liedermacher, der in Paris gelebt hat“.
Eine Umfrage außerhalb Griechenlands ergab, dass Theodorakis der berühmteste Grieche im Ausland ist. Er hat weltweit mehr als 70 Millionen Platten und CDs – mit „griechischer Musik“ – verkauft. In Griechenland selbst kennt ihn jedes Kind. Für die Griechen ist er „Mikis“. Sie haben ihn geliebt und gehasst, ihn gehört und ihn verboten. Er musste mehrmals ins Gefängnis, und er wurde weltweit gefeiert. Für viele ist er der Inbegriff Griechenlands.

Die Gründe, die Ursachen für dieses einmalige Phänomen sind für Nicht-Griechen wahrscheinlich kaum nachvollziehbar. Es entstand, als Theodorakis ab 1960 die hohe Dichtung seines Landes (Elytis, Ritsos, Seferis, Gatsos etc.) „in den Blutkreislauf der breiten Masse einzuspeisen begann“. Der Brite Ron Hall brachte es wie folgt auf den Punkt: „Es war, als hätte Benjamin Britten Verse von Auden vertont, und die Platte, besungen vom Erzbischof von Canterbury, hätte die Beatles aus den Hitlisten verdrängt“. Oder, um das für Deutschland zu übersetzen: Man stelle sich vor, Hans Werner Henze würde Gedichte von Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Erich Fried und Hans Magnus Enzensberger vertonen und die damit veröffentlichten Platten, besungen von Hermann van Veen, würden sich fünf Jahre lang durchschnittlich 12 Millionen mal verkaufen. Genau das geschah mit Theodorakis’ Liedkompositionen in Griechenland zwischen 1961 und 1966. Allein die Single von „Am Strand“ (mit dem gleichnamigen Text von George Seferis) verkaufte sich 1964 mehr als 400.000 mal, bei einer Bevölkerungzahl von 7 Millionen Griechen. 1963 bekam George Seferis den Literatur-Nobelpreis – auch für den Zyklus, den Theodorakis bereits 1961 vertont hatte. Und für das Werk „Axion Esti“, auf dessen Grundlage Theodorakis 1960 sein gleichnamiges Oratorium komponierte, wurde Odysseas Elytis 1979 der Literatur-Nobelpreis verliehen. Es gibt selbst heute kaum einen Griechen, der diese Lieder nicht kennen und singen könnte, der also nicht durch Theodorakis‘ Musik die hohe Dichtung inhaliert hätte.

Der zweite Grund für die Existenz des Phänomens „Theodorakis“, eng verzahnt mit dem eben beschriebenen, bestand im kulturpolitischen Impetus, den seine Musik umgab. Theodorakis verband Anfang der sechziger Jahre seine Kunst sehr bewusst mit einem emanzipatorischen Anspruch: mit dem Gedanken an die Freiheit des Individuums. Im monarchistischen und polizeistaatlich geführten Griechenland zu Beginn der sechziger Jahre entwickelte diese Kombination von Dichtung, Musik und individuellem Freiheitsanspruch eine unglaubliche Dynamik. Und es verwundert nicht, dass viele seiner Lieder damals nicht nur vom Staatlichen Rundfunk – wegen „Aufhetzung gegen die herrschende Ordnung“ (gemeint waren Liebeslieder) – verboten, sondern auch von der kommunistischen Linken stark kritisiert und zum Teil unter Verdikt gestellt wurden (wie die Revue „Lied des toten Bruders“).

Maria & Mikis, Photo by © Asteris Kutulas

Dabei beschäftigte sich Theodorakis bis 1960 ausschließlich mit der sogenannten ernsten Musik. Seine Ballette, Klaviersonaten und sinfonischen Werke wurden in London, Paris, Rom, Athen und Stuttgart etc. aufgeführt. Er hatte bei Olivier Messiaen sein Zusatzstudium absolviert und erhielt für sein sinfonisches Schaffen Ende der fünfziger Jahre von Kollegen wie Kodály, Casals, Eisler, Schostakowitch und Milhaud eine Reihe von hochdotierten Preisen und Ehrungen. Das Ballett „Antigone“ (1959) wurde in der Choreographie von John Cranko vom Royal Ballet mehr als 150 mal in Covent Garden aufgeführt.

Theodorakis‘ Rückkehr nach Griechenland 1960 und seine Besinnung auf das Lied geschahen aus der Erkenntnis heraus, dass er zu seinen Landsleuten gehörte – zu ihnen, mit denen zusammen er Anfang der vierziger Jahre gegen die Deutschen und Italiener gekämpft, mit denen er den Bürgerkrieg durchlitten und die schweren Jahre nach 1950 durchgemacht hatte. Diese „unterirdische“ – biografisch-seelische – Verbundenheit mit seinen Landsleuten war für ihn die Basis, um seine Kunst-Lieder (die wie „Volkslieder“ funktionierten) schreiben zu können und sie den Menschen zu geben. Theodorakis „musste“ 1960 das akademische London und das mondäne Paris verlassen, und er musste sich mit dem „Bouzouki“ die Hände dreckig machen. Er tat es für sich und seine Landsleute, die ihn dafür umjubelt und gleichzeitig verdammt haben. Und nach weiteren 20 Jahren Beschäftigung mit dem Lied und seiner „Metasinfonik“, kehrte er 1980 nach Paris zurück, komponierte bis 2001 seine großen Sinfonien und schuf mit seinen Opern „Medea“, „Antigone“ und „Elektra“ eine „neugriechische Opernform“, die er „lyrische Tragödie“ nannte. Theodorakis hat uns Griechen einfach „zu viel“ gegeben, und wir tun uns schwer damit, ihm das jemals zu verzeihen.

© Asteris Kutulas, 2010/2017

Dance Fight Love Die – The Satellite Clips

 

Dance Fight Love Die – With Mikis on the Road: The Satellite Clips (Trailer)

The Satellite Clips from the Unused Material of the film DANCE FIGHT LOVE DIE.

The Satellite Clips: ASTERIS (Kreuzgymnasium Dresden)
With the classmates of the Kreuzschule by Asteris Kutulas

The Satellite Clips: MAYDAY MIKIS (Dimitris)
With Mikis Theodorakis, Rainer Kirchmann, Maria Farantouri by Dimitris Argyriou

The Satellite Clips: MELENTINI
With Melentini & Mikis Theodorakis by Stella Kalafati

The Satellite Clips: ANNA
With Anna Rezan & Mikis Theodorakis by Dimitris Argyriou & Asteris Kutulas

The Satellite Clips: STELLA
With Stella Kalafati & Mikis Theodorakis by Stella Kalafati

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SATELLITEN UMKREISEN THEODORAKIS’ PLANETEN
Über ein Langzeit-Filmprojekt von Asteris Kutulas
Von Sofia Stavrianidou

30 Jahre. 40 Länder. 4 Kontinente.
600 Stunden Film. 54.000.000 Frames.
Der in Deutschland lebende Publizist, Produzent und Filmemacher Asteris Kutulas hat den griechischen Komponisten Mikis Theodorakis zwischen 1987 und 2017 ungezählte Male besucht; er begleitete Theodorakis auf Tourneen und ließ dabei seine Videokamera laufen. Kutulas filmte Theodorakis bei Konzerten, während diverser Proben mit Orchestern, Solisten, Bands, on Stage und Backstage, bei CD-Aufnahmen in Studios, bei Opern- und Ballett-Produktionen, in Hotellobbys und auf Hotelzimmern, in Bussen und Lokalen, auf Ausflügen und während privater Treffen.
Das zwischen 1987 und 2017 gefilmte Material bildet einen umfangreichen Fundus von etwa 600 Stunden. Aufgenommen wurde es in Berlin, Athen, St. Petersburg, Verona, Santiago de Chile, Sydney, Tel Aviv, Budapest, Wien, Kopenhagen, Malmö, Pretoria, Çeşme, Amsterdam, Montreal, London, Brüssel, Luxemburg, Barcelona, Zürich, Oslo, Paris, auf den griechischen Inseln Chios, Kreta und Syros usw. usf.

SATELLITE CLIPS – Das ungenutzte Filmmaterial (Die Trailer)
Die „Satellite Clips“ umkreisen den Hauptfilm DANCE FIGHT LOVE DIE, der ihnen als Heimatplanet gilt. Die Formel lautet: Satellite-Clips = aus dem für den Hauptfilm nicht genutzter 600-Stunden-mit-Mikis-Fundus + Fiction- und Making-of-Material, das während der Shootings mit den Schauspielern und den jungen Musikern zwischen 2014 und 2017 entstanden ist.
Diese Clips, die als Trailer für den Hauptfilm fungieren, werden in den nächsten Monaten bis zur Premiere des Hauptfilms nach und nach im Internet veröffentlicht. Sie tragen den Namen des an der Entstehung des jeweiligen Clips maßgeblich beteiligten Künstlers bzw. Mitarbeiters des Regisseur. Die ersten beiden „Satellite Clips“ mit dem Titel STELLA und MELENTINI verbinden die „Berliner Ästhetik“ des Regisseurs mit der „Universellen Harmonie“ von Mikis Theodorakis und sind in Zusammenarbeit mit der jungen Filmemacherin Stella Kalafati produziert worden, die während der Entstehung des Hauptfilms als Regieassistentin gearbeitet hat.

DANCE FIGHT LOVE DIE – With Mikis On The Road (Der Film)
Docufiction von Asteris Kutulas – mit Mikis Theodorakis, Sandra von Ruffin, Stathis Papadopoulos und vielen anderen (in Postproduktion, Fertigstellung: voraussichtlich Ende 2017)

Aus dem während dreier Jahrzehnte entstandenen Fundus mit mehr als 600 Stunden unveröffentlichten Film-Materials wird ein 90minütiger hybrider Film-Essay, der den Zuschauer spannende, überraschende, skurrile, mysteriöse, aber auch sehr typische Augenblicke aus dem On-the-Road-Leben eines unverwechselbaren und charismatischen Künstlers miterleben lässt. Augenblicke, die einen umfassenden und originären Einblick in die „Agenda des geistigen Anarchisten“ Theodorakis erlauben. Kutulas verschmilzt in seinem Film sehr persönliche Momente mit historischem Material, dokumentarische Aufnahmen mit humorvoll-grotesker, teilweise verstörender Fiktion, und er macht erlebbar, welchen Widerhall Theodorakis’ Musik in den Arrangements junger Künstler findet – u.a. als Rock-, Klassik-, Electro- oder Rap-Version. Im fiktionalen Parallel-Universum des Films (inspiriert vom autobiographischen Roman des Komponisten „Die Wege des Erzengels“) erscheint die „Liebe“ als Chimäre, der „Tanz“ als Verzweiflungstat, der „Tod“ als Kontrastprogramm, der „Kampf“ als verführerischer Widergänger, der uns immer aufs Neue gegenübertritt und prüft.

Sofia Stavrianidou

With Mikis on the Road | ταξιδευοντασ με τον μικη (doctv.gr story)

 
Ταξιδεύοντας με τον Μίκη (Ένα φιλμικό τρίπτυχο του Αστέρη Κούτουλα στο doctv.gr)


Mikis Theodorakis & Asteris Kutulas, Leipzig 1983 (at Moritzbastei) – Photo © by Privatier/Asti Music
 
2.000 ώρες με τον Μίκη (Interview with doctv.gr)

 

Mikis Theodorakis & Asteris Kutulas, East Berlin 1985 (Rehearsal of „Canto General“) – Photo © by Privatier/Asti Music

 

Ο σκηνοθέτης Αστέρης Κούτουλας, μιλά με αφορμή το project Dance, Fight, Love, Die – With Mikis On The Road

ΧΡΥΣΟΣΤΟΜΑΚΗΣ ΛΑΚΤΑΡΙΔΗΣ, laktaridis@doctv.gr, 28 Μαρτίου 2017

Χ. Λακταρίδης: Η μουσική σας οδήγησε στον κινηματογράφο ή το αντίστροφο; Πώς προέκυψε η διοργάνωση συναυλιών και ποια ήταν η ανταπόκριση του κόσμου σε αυτές και στα cd στα οποία υπήρξατε παραγωγός;

Αστέρης Κούτουλας: Καταρχάς, πρέπει να πω πως όταν ήμουνα στο Λύκειο, στη Δρέσδη, το 1976, ήταν η πρώτη φορά που τότε στο πλαίσιο του λεγόμενου Φεστιβάλ Πολιτικού Τραγουδιού στο Βερολίνο, είχα πάρει μια πρωτοβουλία και είχαμε καλέσει τον Νότη Μαυρουδή και τη Μαρία Δημητριάδη. Αυτή ήταν η πρώτη παραγωγή που έπαιξα κάποιο αποφασιστικό ρόλο να φέρουμε Έλληνες μουσικούς και συνθέτες στην τότε Ανατολική Γερμανία. Μετά ήμουν αναμεμιγμένος σε μια παράσταση της Μαρίας Φαραντούρη το 1978 στο Berliner Ensemble, όπου τραγούδησε τραγούδια του Bertolt Brecht μαζί με τον Eckehard Schall. Ακολούθησε η πρώτη φορά που ήρθε ο Μίκης Θεοδωράκης στην Ανατολική Γερμανία –γιατί ήταν απαγορευμένος κατά την περίοδο 1971, περίπου, μέχρι το 1980. Το 1980 μπόρεσε να έρθει ξανά στην Ανατολική Γερμανία. Τότε εγώ ήμουν κοντά του πρώτα ως διερμηνέας, μετά συμμετείχα ενεργά στην οργάνωση πολλών συναυλιών που είχαμε κάνει στην Ανατολική Γερμανία μέχρι το 1989, ιδιαίτερα με τα συμφωνικά του έργα: „Δεύτερη Συμφωνία“, „Τρίτη Συμφωνία“, „Έβδομη Συμφωνία“, „Κατά Σαδδουκαίων Πάθη“, „CantoGeneral“, „Λειτουργία Αρ. 2“, καθώς και τη γερμανική εκδοχή τού „Άξιον Εστί“.

Επίσης, είχα φέρει κι άλλους καλλιτέχνες στην Ανατολική Γερμανία, όπως τον Θάνο Μικρούτσικο το 1981, τη Δήμητρα Γαλάνη, το συγκρότημα Iskra, αργότερα την Έλλη Πασπαλά κλπ. Όμως, από τα μέσα της δεκαετίας του ’80 έκανα και το tour management για τον Μίκη και από τότε είχα και την κάμερά μου και είχα αρχίσει να βιντεοσκοπώ όλες αυτές τις συναυλίες και τις περιοδείες που κάναμε για προσωπικούς λόγους.

Ταυτόχρονα είχα ασχοληθεί και με το φιλμ και συνεργαζόμουν με σκηνοθέτες τού τότε πολύ καλού DEFA στούντιο για documentary film της Ανατολικής Γερμανίας και είχα συνεργαστεί ως σεναριογράφος σε δύο φιλμ: το ένα ήταν η κοινή, ας πούμε, ιστορία τού Πάμπλο Νερούδα και του Μίκη Θεοδωράκη πάνω στο έργο „Canto General“ (1982) και το άλλο ήταν ένα μεγάλο ντοκιμαντέρ για τη γερμανική τηλεόραση για τον Γιάννη Ρίτσο (1984), όπου είχα γνωρίσει και είχα πάρει συνεντεύξεις κι από τον Τάσο Λειβαδίτη, την Έλλη Αλεξίου, τον Μάνο Κατράκη και πολλούς άλλους. Συνεπώς, τα περισσότερα φιλμ στα οποία είχα συνεργαστεί είχαν σχέση με τη μουσική. Αυτό σημαίνει ότι έρχομαι και από τη μουσική και από το φιλμ, όμως αυτά τα δύο τα συνδέω, και σε όλα τα κινηματογραφικά μου έργα, όπως, για παράδειγμα, στο „Ανακυκλώνοντας τη Μήδεια“, όπως και σε άλλα ντοκιμαντέρ που έχω κάνει για την ARTE, όπως, „Ο Ήλιος κι ο Χρόνος“ (2000) ή „Μίκης Θεοδωράκης. Συνθέτης“ (2010) και άλλα. Το ίδιο συμβαίνει και με την ταινία „Dance Fight Love Die“ που προετοιμάζουμε τώρα και τα βίντεο κλιπ που πρωτοπαρουσιάζονται μέσα από το DOCTV και στα οποία συνεργάστηκα με δύο νέες καλλιτέχνιδες, την Στέλλα Καλαφάτη και την καταπληκτική Μελεντίνη Τοϊλά.

Χ. Λακταρίδης: Ποια είναι τα χαρακτηριστικά της λεγόμενης βερολινέζικης αισθητικής και σε τι διαφέρει, αν διαφέρει, από την υπόλοιπη γερμανική αισθητική;

Α. Κ.: Πρώτα απ’ όλα, το Βερολίνο είναι πρωτεύουσα της Γερμανίας, για την οποία πάρα πολλοί λένε ότι αυτή τη στιγμή είναι η πρωτεύουσα της Ευρώπης. Το Βερολίνο, για όλους εμάς εδώ που ζούσαμε πολλά χρόνια, ήταν για πολλές δεκαετίες πρωτεύουσα του Ψυχρού Πολέμου και ταυτόχρονα η πρωτεύουσα του Τείχους. Δεν υπήρχε σ’ όλη την Ευρώπη άλλη πόλη κομμένη στη μέση. Εμείς ζήσαμε το καθεστώς του Τείχους με φίλους να πηγαίνουν φυλακή, ν’ αυτοκτονούν, να προσπαθούν να περάσουν το Τείχος με κάθε τρόπο. Σ’ αυτή την πόλη φαινόταν πιο ξεκάθαρα από παντού ότι η μεγάλη ουτοπία του κομουνισμού, που ήταν ουτοπία της ελευθερίας του ανθρώπου, είχε ναυαγήσει εντελώς. Και ας μην ξεχνάμε ότι το 1989 το Τείχος έπεσε εδώ, κι εμείς το ζήσαμε αυτό. Ήταν ένα, ενεργειακό ξέσπασμα, όπως θα έλεγε ο Joseph Beuys.

Σε καμία άλλη γερμανική πόλη δεν υπάρχει αυτό το αμάλγαμα από Δύση και Ανατολή, Σοσιαλισμό και Καπιταλισμό, ελευθερία και καταπίεση και, ταυτόχρονα, μέσα στην καταπίεση τόση ελευθερία και μέσα στην ελευθερία τόση καταπίεση. Επίσης, στα 3,5 εκατομμύρια κατοίκους του Βερολίνου, περίπου 500.000 είναι ξένοι ή με ξένες ρίζεςˑ ζούν άνθρωποι από 189 χώρες και με 200.000 Τούρκους, έχουμε τη μεγαλύτερη τουρκική κοινότητα εκτός Τουρκίας. Ας μην ξεχνάμε επίσης ότι για πολλούς λόγους στο Δυτικό Βερολίνο τότε, και τώρα σε όλο το Βερολίνο, μαζεύτηκε η μεγαλύτερη gay κοινότητα της Ευρώπης.

Για να πάμε λίγο στα πιο καλλιτεχνικά, ταυτόχρονα σ’ αυτή την πόλη υπάρχει η μεγαλύτερη techno κοινότητα του κόσμου, με τα πιο γνωστά techno clubs παγκοσμίως. Και από την άλλη, ταυτόχρονα, είναι η μόνη πόλη που έχει τρεις μεγάλες κρατικές όπερες. Και σ’ αυτό φαίνεται το μεγάλο φάσμα τού τι γίνεται στο Βερολίνο.

Μαζί μ’ αυτά, είναι και η ιστορία της Γερμανίας: ο Β΄ Παγκόσμιος Πόλεμος από εδώ ξεκίνησε, εδώ αυτοκτόνησε ο Χίτλερ, εδώ ήταν η πρωτεύουσα του Holocaust. Όλα αυτά δημιουργούν σήμερα ενός τύπου, ενεργειακό πλάνο, για να μείνουμε στον Joseph Beuys, που είναι μοναδικό όχι μόνο στη Γερμανία αλλά σε όλη την Ευρώπη. Και όλα αυτά θα έλεγα ότι δημιουργούν μια συγκεκριμένη άποψη για τη ζωή και για την τέχνη, που θα βρείτε μόνο εδώ. Πιστεύω ότι αυτό φαίνεται στη δουλειά πολλών καλλιτεχνών στο Βερολίνο –και στη δική μου: μπήκανε μέσα στην καθημερινή άποψη για τη ζωή και την τέχνη όλων μας. Κι αυτά είναι όντως μοναδικά.

Χ. Λακταρίδης: Πότε γεννήθηκε η ιδέα για το project; Από την δεκαετία του ’80, όταν ξεκινήσατε να κινηματογραφείτε τον Μίκη, ή προέκυψε στην πορεία;

Α.Κ.: Η ιδέα για το project αυτό γεννήθηκε πριν από περίπου 15 χρόνια, όμως όχι για την ταινία αλλά για την έκθεση. Τότε είχα δει μια μεγάλη έκθεση του Joseph Beuys και συνειδητοποιώντας ότι είχε μαζευτεί πάρα πολύ φιλμικό υλικό σκέφτηκα, γύρω στο 2003, να υλοποιήσω ένα ενεργειακό πλάνο, όπως το ονόμασε εκείνος, πάνω σ’ αυτό το υλικό. Ανέπτυξα, λοιπόν, την ιδέα μιας έκθεσης, στην οποία ο επισκέπτης θα βρίσκεται μέσα σε μιαν αίθουσα από κινούμενες εικόνες –από πάνω, απ’ τα πλάγια, από κάτω– να είναι μέσα σ’ αυτόν τον ενεργειακό παλμό, όπου θα χρησιμοποιηθεί το αυτούσιο υλικό που είχα τραβήξει επί δεκαετίες. Μ’ αυτόν τον τρόπο ήθελα μιαν απάντηση, ανεξάρτητα από τον συγκεκριμένο καλλιτέχνη, του, τι είναι τέχνη; ‚H τι είναι ο καλλιτέχνης; Οπωσδήποτε, ο Μίκης προσφερόταν πάρα πολύ για την απάντηση αυτής της ερώτησης, μιας που ήταν, ας πούμε, ένας rock & roller on the road, έτσι όπως τον είχα ζήσει εγώ. Η ιδέα τελικά να γίνει η ταινία ήρθε από την γυναίκα μου η οποία είναι συγγραφέας και σεναριογράφος. Πριν από 5 περίπου χρόνια, η γυναίκα μου είχε ανακαλύψει όλο αυτό το υλικό και είπε ότι θα έπρεπε κάτι να το κάνω. Όμως, είχα ένα μεγάλο πρόβλημα αισθητικής: πώς θα αντιμετωπίσεις 600 ώρες φιλμικό υλικό και να το κάνεις μια ώρα ταινία; Ύστερα από κάποιες σκέψεις πού διήρκεσαν ένα χρόνο, βρήκα μια αισθητική λύση και η Ίνα, η γυναίκα μου, έκανε το loging της ταινίας, δηλαδή χρειάστηκε, πιστεύω, περίπου 2000 ώρες, για να δει όλο αυτό το υλικό και να το καταγράψει. Με βάση αυτήν της καταγραφή διαλέξαμε από τις 600 ώρες μία ώρα υλικό, στο οποίο έκανα editing με την Κλεοπάτρα Δημητρίου περίπου έναν χρόνο, και μετά γύρισα καινούργιο υλικό, το fictional part της ταινίας, το οποίο το δούλεψα μετά με τον Γιάννη Σακαρίδη, τον σκηνοθέτη του Amerika Square (Πλατεία Αμερικής). Έτσι, θα είναι έτοιμη σε λίγο αυτή η ταινία που λέγεται Dance, Fight, Love, Die και που είναι ένα roadmovie με τον Μίκη, πάνω στη μουσική τού Μίκη και, ταξιδεύοντας με τη μουσική του.

Χ. Λακταρίδης: Ποια θα είναι η πορεία του project μετά την δημοσιοποίησή του; Πού και πώς θα παρουσιαστεί; Ποια είναι τα επόμενα σχέδια σας;

Α.Κ.: Με τη βοήθεια του DOCTV γίνεται μια δημοσίευση όλου αυτού του project για πρώτη φορά και ελπίζω την ταινία να την προχωρήσουμε τώρα γρήγορα και να είναι έτοιμη το καλοκαίρι. Μετά θα δούμε πώς θα πορευτεί. Είναι μία ειδική ταινία. Ουσιαστικά είναι ένα, ας πούμε, όργιο, εικόνων και μουσικής: είναι 60 ιστορίες βασισμένες πάνω σε 60 εντελώς διαφορετικές μουσικές. Είναι μια ταινία που βγαίνει από το πνεύμα της μουσικής, οπότε θα δούμε τι μπορούμε να την κάνουμε, γιατί είναι, όπως σας είπα, πολύ ιδιότροπη. Όσον αφορά το δεύτερο θέμα, που είναι η έκθεση, ελπίζω να την παρουσιάσουμε για πρώτη φορά στην Αθήνα (που θα το ήθελα πάρα πολύ), στο πλαίσιο της Biennale Athens. Τα βίντεο κλιπ, τα satellite clips, τα πρώτα δύο ήδη τα παρουσιάζουμε, είναι για το διαδίκτυο, και τις επόμενες εβδομάδες ελπίζουμε να παρουσιάσουμε το τρίτο, τέταρτο, πέμπτο, έκτο κ.λπ. Ευχαριστώ πάρα πολύ!

[Πηγή: www.doctv.gr]

Satellite Clip: Cleopatra

Athen, 6.6.2016

Mosche Dajan in Griechenland

Ich besuchte heute nocheinmal Mikis nach unserer Rückkehr in Athen. Die Kreta-Reise hat ihn verjüngt. Er strahlt. Er spricht und spricht – wie früher:
„Es geht heute natürlich nicht um einen bewaffneten Widerstand, das ist absurd. Aber es geht um die innere Haltung der Menschen. Es geht um unsere nationale Souverenität, die wir längst verloren haben. Es sind neue Arten von Diktaturen, auf die wir uns jetzt einstellen müssen. Wie überlebt Demokratie unter solchen Umständen, denen wir jetzt ausgesetzt sind? Während der Diktatur zwischen 1967 und 174 waren die Dinge eindeutig. Als die Obristen am 21. April 1967 in Griechenland putschten, war das eine Militärdiktatur nach altem Muster, die errichtet wurde. Ich erinnere mich, dass Mosche Dajan, der damals in Athen war, einen Tag nach dem Putsch meine Frau aufsuchte und sie bat, ein Treffen mit mir möglich zu machen. Ich lebte in der Illegalität, war untergetaucht. Zwei Tage später kam es zu diesem Treffen, und Mosche Dajan (der einige Wochen später als Verteidigungsminister in Israel den Sechstagekrieg entscheiden sollte) sagte zu mir: ‘Mikis, lass uns zusammen den Widerstand gegen die Junta in Griechenland aufbauen! Du übernimmst die politische Arbeit, und ich werde den militärischen Flügel der Befreiungsorganisation PAM leiten.’ Ich erwiderte: ‘Mosche, das ist keine gute Idee. Wenn das bekannt wird, haben wir alle Geheimdienste der Welt am Hals. Ich bleibe hier in der Illegalität, und du gehst zurück nach Israel und machst Druck gegen die griechische Junta in der israelischen Öffentlichkeit und bei der Regierung.’ Damals waren die Dinge klarer. Das Feindbild war klarer. Heute gleiten wir in einer ‘verschwommenen Situation’ in die Diktatur hinein bzw. aus der Demokratie heraus.“

© Asteris Kutulas

Kreta-Tagebuch, 5.6.2016

Bürgerkriegsland
(Mit Mikis Theodorakis unterwegs in Kreta)

Im Auto, unterwegs zu einem großen Konzert zu Ehren von Theodorakis am Fuße des Weißen Gebirges, meinte Stathis: „Wir hier auf Kreta haben alles. Selbst der Menschenschlag ist ein anderer hier Wir könnten unser eigenes Ding machen.“ Giorgos widerspricht: „Quatsch! Wir sind Griechen. Wir gehören zu Griechenland.“ Und zu mir gewandt: „Das Problem, das viele Griechen mit Mikis haben, offenbart das ganze Dilemma Griechenlands. Er gehört seit den 50er Jahren zu den wenigen – und manchmal war er auch der Einzige –, die die Entzweiung unseres Volkes in die Bürgerkriegsparteien, in Linke und Rechte, niemals hinnehmen wollten. Parteigrenzen waren ihm egal. Er wollte, dass die Griechen sich vereinigen, unabhängig davon, ob sie links oder rechts sind, um ein demokratisches und unabhängiges Land aufzubauen. Aber das war über Jahrzehnte das Schlimmste, was man in Griechenland denken und äußern konnte. Griechenland ist bis heute ein Bürgerkriegsland geblieben.”

© Asteris Kutulas

Kreta-Tagebuch, 4.6.2016

Licht in dunklen Tagen
(Mit Mikis Theodorakis unterwegs in Kreta)

Das Theodorakis-Museum in Galatas ist noch lange nicht fertig. Heute zeigt sich, dass bisher nur die Arbeiten an der äußeren Hülle so weit fortgeschritten sind, dass man sagen kann: In Ordnung. Aber sowohl die Stadt Chania als auch der griechische Komponist wollen ein Zeichen setzen für die Zukunft. Der Bürgermeister von Chania erklärt: Wie Salzburg die Stadt Mozarts und Bayreuth die Stadt Richard Wagners ist, so soll Chania die Stadt Mikis Theodorakis’ werden. Chania legt am heutigen Tag ihrem berühmtesten Sohn alles zu Füßen, was sie hat: Ehrenbürgerschaften, Auszeichnungen der Präfektur, Auszeichnungen der Universitäten Kretas, Ehrendoktorwürde.

 

Mikis dankt mit einer Rede. Ganz langsam, Satz für Satz, liest er aus Perkikles’ (in Thukydides’ Geschichte des Peloponnesischen Krieges überlieferte) Gefallenenrede. Über Demokratie. Über Freiheit. Über Bürgerrechte. Zu jedem Absatz macht Mikis eine Anmerkung im Hinblick auf die gegenwärtige Situation. Bei dem Satz: „Männern, die sich durch ihre Taten ausgezeichnet haben, sollte man auch durch Taten die letzte Ehre erweisen“ hält er inne, und sagt: „Wir sind Kreter. Ich erzähle Euch etwas über meine Vorfahren… 1915, während des 1. Weltkriegs, versuchten mein Vater, der damals 15 war, und sein Bruder, der damals 17 war, an die Front zu kommen, heimlich, weil sie Angst hatten, mein Großvater hätte sie niemals gehen lassen. Der war ein Hüne, mit einem riesigen Schnauzbart. Die beiden kamen tatsächlich bis zum Hafen von Suda und versteckten sich im Laderaum eines Schiffes. Plötzlich stand ihr Vater an Deck, irgendwo über ihnen, schaute zu ihnen hinunter und rief ihnen zu: Hier, nehmt dieses Brot mit und auch diese Taler. Ihr werdet sie auf dem Weg an die Front brauchen. Und noch eins: Kämpft, und macht uns keine Schande!“

Das Publikum im übervollen Saal absolut still. Mikis fährt fort: „Als ich 1967 gefangen genommen wurde, hielt man mich 60 Tage in Einzelhaft fest, in der Sicherheitszentrale von Bouboulinas, und kurz vor dem Tribunal durfte ich meinen Vater sehen, wovon man sich erhoffte, dass er mich zur Raison bringen würde. Ich sollte mich ‘einsichtig’ zeigen und meinen Überzeugungen abschwören. Als man uns beide zusammenbrachte, sagte der zuständige Offizier zu meinem Vater: ‘Herr Theodorakis, Ihr Sohn wird angeklagt nach dem Paragraphen 447 des Kriegsrechts.’ Mein Vater: ‘Können Sie mir das bitte bringen?’ Er schlug die entsprechende Seite langsam auf, sah mich an und sagte: ‘Mein Sohn, das ist ein Kriegsrechtsgesetz, und es steht mit roter Tinte darunter: Kann zur Verurteilung zum Tode führen.’ Er schaute den Offizier an. Dann, wieder mir zugewandt: ‘Du hast meinen Segen.’“

Er sieht seinen Zuhörern in die Augen: „Haben wir heute Demokratie in unserem Land? Nein. Verhalten wir uns gastfreundlich gegenüber den Fremden? Nein.“ Mikis kommt zu einem Thema, das in ganz Europa so aktuell ist wie noch nie zuvor. Wie wehrhaft ist unsere Demokratie? Wie weit kann oder muss man gehen, um sie zu verteidigen? Und seine Botschaften an die Zuschauer im Saal sind zwei: “ Sie haben euch eure Unabhängigkeit genommen. Sie haben euch eure Demokratie genommen. Sie haben euch euer Geld genommen. Und was macht ihr? Ihr geht zum Strand, trinkt einen Kaffee und vergnügt euch.“ Und in Anlehnung an Perikles’ Aussagen, dass die Athener „Kampf und Tod für besser hielten als Unterwerfung und Leben“ sagt er: „Ich verfluche meine Beine, weil sie mich nicht mehr tragen können und weil ich keine ‘Kalaschnikow’ mehr halten kann, um mich zu verteidigen. Ihr müßt Widerstand leisten. Ihr müßt wieder das verbotene Wort Revolution denken.“ Im Saal wird es noch stiller. Vor genau 75 Jahren, Ende Mai 1941, fand die Luftlandeschlacht um Kreta statt. Wer auf Kreta lebt, lebt schon immer im Widerstand, vor 1941 und danach. Bevor deutsche Fallschirmjäger kamen und danach.

Nach etwa fünfzig Minuten beendet Theodorakis seine Rede. Im Saal braust Beifall auf, und die Kulturbeauftragte der Stadt Chania schluchzt ins Mikrophon: „Danke, Mikis, für dein Licht in diesen dunklen Tagen.“

© Asteris Kutulas

Kreta-Tagebuch, 3.6.2016

Kreta, eigentlich
(Mit Mikis Theodorakis unterwegs in Kreta)

Das Flugzeug von Athen nach Chania ist voll. Mein Sitznachbar zur Rechten, der ein offenbar großes Redebedürfnis hat, erklärt mir: „Kreta gehört eigentlich nicht zu Griechenland. Kreta ist das eigentliche Griechenland.“ Links neben mir sitzt Anastassia, eine griechische Lyrikerin, die aus dem selben Grund wie ich nach Kreta fliegt. Sie meint: „Vielleicht ist das seine letzte Reise. Da muss man dabei sein.“ Vorn in der ersten Reihe der fast 91jährige Mikis Theodorakis mit seiner Tochter Margarita und seiner Assistentin Rena. Das ist vielleicht tatsächlich seine letzte Reise. Am Telefon hatte er mir gesagt: „Ich muss checken, ob sie mein Grab richtig bemessen haben. Ich bin 1,97 groß, und ich will nicht, dass sich während meiner Beerdigung plötzlich herausstellt, dass das Grab zu kurz ist.“ Die griechische Ikone Theodorakis fliegt nach Kreta, in das Land seiner Vorfahren, um in Galatas, dem Vorort von Chania, das zukünftige Theodorakis-Museum zu besichtigen, das im Haus seiner Eltern eingerichtet wird.

Gleich nach meiner Ankunft besuchte ich Stelios Lainakis. Einer der bedeutendsten Erforscher kretischer Musik. Der Taxifahrer, der mich zu ihm hinbringt, fragt mich: „Kannst Du auf die Quittung verzichten? Dann verdiene ich wenigstens was. Die Mehrwertsteuer ist auf 24% erhöht worden, Benzin ist teurer geworden und auch die Wartung. Weisst Du, wieviel hängenbleibt bei mir als Fahrer von den 25 Euro? 3,50 Euro! Davon kann man nicht leben, nur langsam sterben, und hoffen, dass man nicht krank wird. Mit meinen 55 Jahren und bei der Arbeitslosigkeit habe ich keine Chance. Komme mir inzwischen wie ein Bettler vor. Die Krise frisst uns alle auf.“

Stelios Lainakis zeigte mir die Instrumente, die er entweder geerbt oder selbst gebaut hatte: Laute, Bouzouki, Saz, Bulgari, Gitarren. Dann holte er seinen Sohn Leonidas, der wie er Instrumentenbauer und Musiker ist, und sie spielten mir eine Mantinada, ein kretisches Volkslied, für Mikis vor. „Du nimmst das jetzt auf und spielst ihm das vor. Ist das klar?“ Als sie fertig waren, sagte er zu mir: „Diese Mantinada hat einer unserer Onkel geschrieben, der wie Mikis erst gegen die deutsche Wehrmacht und dann im Bürgerkrieg Ende der 40ern gegen die Engländer gekämpft hat. Also genau wie Mikis. Er wird jedes Wort des Liedtextes verstehen.“ Und dann voller Stolz: „Weißt du, was Mikis auf der Todes-Insel Makronisos seinen Folterern entgegnete, als er die Reueerklärung unterschreiben sollte? Er hat nicht gesagt: Ich unterschreibe nicht, weil ich Kommunist bin. Sondern er hat gesagt: Ich unterschreibe nicht, weil ich Kreter bin.“

© Asteris Kutulas

Athener Tagebuch, 30.7.2015 (Rückflug)

Vierfüßige Schlangen

Während der Pressekonferenz zur Gründung der HELLAS FILMBOX BERLIN fragte gestern im Außenministerium eine junge Journalistin den deutschen Kultur-Presse-Attaché, welchen griechischen Lieblingsfilm er habe. Er antwortet: „My Big Fat Greek Wedding“. Woraufhin der griechische Kulturminister erwiderte: „Im Gegensatz zu unseren deutschen Freunden, die – wie es sich herausstellt – keine griechischen Filme kennen, kenne ich alle Filme von Schlöndorff, Wenders, von Trotta, Herzog, Fassbinder etc. Diese Filme haben mir geholfen, die deutsche Realität und die deutsche Mentalität zu begreifen. Unsere deutschen Freunde jedoch wissen offensichtlich gar nichts über uns … außer einigen touristischen Allgemeinplätzen. Vielleicht hilft die Hellas Filmbox Berlin, dieses griechische Filmfestival in der deutschen Hauptstadt, das zu ändern.“

Jemand erzählte mir im Flugzeug, es habe in der so genannten Urzeit vierfüßige Schlangen gegeben. „Schlangen mit Füßen?“, fragte ich. „Wozu Füße?“ Sie lebten unter der Erde, so die Erklärung, in Höhlen, und gruben sich an die Erdoberfläche vor. Ein grässliches, sechzehnfüßiges Reptil schlief bis eben hinter dem Imithos-Berg. Kavafis hat in seinem Gedicht davon erzählt: Manchmal, alle paar Jahrhunderte, erwacht es und zuckt kurz mit dem Lid, dann schläft es weiter. Diesmal nicht. Diesmal behält es die Augen etwas länger offen, spürt seinen Hunger, richtet sich auf, öffnet seinen Rachen und rollt seine Zungen aus. Es muss kein Feuer speien. Es muss nicht brüllen. Keine Kraftverschwendung. Nur die Zungen ausrollen und sich holen, was zu holen ist. Häuser, Wohnungen, Gärten und was die Menschen sonst noch haben. Die Ersparnisse von den Konten werden langsam abgeräumt. Das Reptil hat keine Eile. In Grenzregionen bringen sie das Geld nach Bulgarien. Den Zungen des Reptils sind Grenzen einerlei.

Morgen werd ich im Babylon stehen und sagen „DANCE FIGHT LOVE DIE – Unterwegs mit Mikis“. Ja, ich will ertrinken in meinen Bildern. Absichtlich. Bevor die Zungen des Reptils uns holen. Aus 39 Grad in Athen stürze ich runter auf 16 Grad in Berlin oder rauf. Je nachdem, wie man das verstehen möchte.

© Asteris Kutulas, 17.7.2015

(Athens Photos © by  Ina Kutulas)

 

Mikis Theodorakis: On the film „Recycling Medea“ by Asteris Kutulas

VidalisDSCN3816aFrom the beginning, the tragic element in music has exerted a stronger spell on me than any other. It certainly suits my character. So, for me it seemed only natural to turn to ancient drama – initially, as a lover of this artistic genre, and later also as a composer. I started to write theatre and film scores for ancient tragedies and later proceeded to explore lyrical tragedy, i. e. in my operas.

When Renato Zanella came across the music of my lyrical tragedy “Medea”, he decided to base his corresponding ballet choreography on this score. Finally, Asteris Kutulas came along to create an entirely new work of art, itself based on the elements mentioned above. However, Kutulas did not simply create a filmic document of the ballet, but decided to transform these elements into something entirely new, thus lending the result a deeply social and political dimension.

He made a film with a very contemporary message: Despite the tragedy Greece has been forced to face by the criminal international economic system, the country still stands, although deeply wounded. Euripides’ Medea screams – expressed by Maria Kousouni in dance and vocalised by singer Emilia Titarenko – because betrayal drives her to the most terrible crime imaginable: the brutal slaughter of her own children. Today’s Greece comes together in the infernal screams on the country’s streets and squares because – as a victim of ruthless actors within and those attacking Greece from without – it, too, finds itself driven to the most terrible crime: killing the future of its own children.

I think we are dealing with a true work of art, one that prompts us take responsibility. A work that doubles as an anthem for the struggle of the people and nations to achieve freedom and true independence.

Athens, 7 June 2013

Mikis Theodorakis

(Article for the newspaper Elefteros Typos)

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Zum Film „Recycling Medea“ von Asteris Kutulas

Das tragische Element in der Musik hat mich von Anfang an stärker in seinen Bann gezogen als jedes andere. Zweifellos entspricht es meinem Charakter. Es war also nur zu natürlich, dass ich mich dem antiken Drama zugewendet habe, zuerst als ein Liebhaber dieser Kunstgattung, dann als Komponist. Ich begann, Theater- und Filmmusik zu antiken Tragödien zu schreiben, um letztendlich zur Lyrischen Tragödie, also zu meinen Opern, zu kommen.

Renato Zanella entdeckte für sich die Musik meiner Lyrischen Tragödie „Medea“, und sie wurde die Basis seiner gleichnamigen Ballett-Choreographie. Und dann kommt Asteris Kutulas und erschafft ein neues Kunstwerk, das sich seinerseits auf alles soeben von mir Genannte stützt. Aber er filmt das Ballett nicht einfach ab, sondern er kreiert etwas vollkommen Neues und verleiht dem Ganzen dadurch eine zutiefst gesellschaftliche und politische Dimension.

Er macht einen Film, der eine ganz aktuelle Botschaft beinhaltet: Trotz der Tragödie, in die Griechenland vom verbrecherischen internationalen ökonomischen System hinein manövriert wurde, steht das Land, obwohl tief verwundet, noch aufrecht. Die Medea des Euripides schreit – im Tanz ausgedrückt durch Maria Kousouni und gesanglich interpretiert durch die Stimme von Emilia Titarenko -, weil sie durch den Verrat an ihr zum furchtbarsten Verbrechen getrieben wird, das es geben kann: zum Abschlachten der eigenen Kinder.

Das heutige Griechenland schreit infernalisch auf den Plätzen und in den Straßen, weil es – Opfer der verantwortungslos Handelnden im eigenen Land und derer, die von außen Griechenland angreifen – ebenfalls zum furchtbarsten Verbrechen getrieben wird: die Zukunft seiner eigenen Kinder zu töten.

Ich denke, wir haben es hier mit einem wahren Kunstwerk zu tun, das dazu auffordert, Verantwortung zu übernehmen. Ein Werk, das zugleich eine Hymne ist für den Kampf der Menschen und Völker für deren Unabhängigkeit und Freiheit.

Athen, 7.6.2013

Mikis Theodorakis

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