Archiv der Kategorie: Liquid Staging

Holger Ehlers, Show Creator (Interview)

An interview film by Asteris Kutulas (Deutsch/English subtitles)

Bei „Apassionata“ arbeitete ich zunächst als Executive Producer (2010-14) und ab 2013 als Dramaturg zusammen mit dem Show-Creator Holger Ehlers, der seitdem alle „Apassionata“-Produktionen als künstlerischer Direktor (Buch, Komposition, Regie) verantwortet. Die ständige Weiterentwicklung, die die „Apassionata“ in den letzten Jahren durch Holger Ehlers auch mit meiner Hilfe erfahren hat – nämlich von einer Pferde-Nummern-Revue hin zu einer phantasmagorischen Family-Entertainment-Show von Weltformat –, machte sie zu einer immer ausgefeilteren und komplexeren Aufführungsform, die zugleich – und das ist das Beachtliche daran – immer publikumsaffiner wurde.
Parallel dazu kreierten wir mit Holger Ehlers zwischen 2014 und 2016 für ein Theater-Projekt eine kongeniale Show mit dem Titel MONDWIND. Diese Show war wie dafür geschaffen, mein seit über zehn Jahren entwickeltes Konzept des „Liquiden Bühnenbilds“ (Liquid Staging) in einem Theater konkrete Gestalt annehmen zu lassen.
Im Stück MONDWIND erzeugen Musik und Sound als Klangerlebnis ein „emotionales Grundrauschen“, das ergänzt wird vom – wie ich es nennen würde – „Storyboard eines modernen Grimmschen Märchens“. Holger Ehlers benutzt als drittes Element seine eigene spezifische Bildwelt, um jene Wärme eines Zuhause zu erzeugen, in dem er seine Geschichten erzählen kann. Mein Konzept des „Liquiden Bühnenbilds“ vermag es schließlich, jenen emotionalen Raum der Illusion zu erschaffen, den dieses neue Genre braucht, um sich in idealer Art und Weise zu präsentieren.

Asteris Kutulas

Gert Hof & Asteris Koutoulas, 11 Jahre

Liebe Partner, Kollegen & Freunde,

ich möchte Euch hiermit mitteilen, dass Gert und ich nicht mehr im Managementverhältnis zueinander stehen. Wir haben uns im guten Einvernehmen geeinigt, stattdessen projektgebunden zu kooperieren.

Wir möchten Euch für das jahrelange Vertrauen in unsere Zusammenarbeit danken.

Asteris Koutoulas, 22.9.2009

P.S. Was uns beiden jedenfalls bleibt, nach 11 rasanten Jahren, ist die unglaubliche Story einer unglaublichen Beziehung und eines unglaublichen Werdegangs. Hier die short-Variante:

Nach so viel gemeinsam verlebter Zeit ist es also nicht verwunderlich, dass auch ein Grossteil meiner Homepage Meister Gert gewidmet ist, seinen/ unseren gemeinsamen Unternehmungen der letzten zehn Jahre. Da ist einiges zusammengekommen. Wir haben die halbe Welt umrundet und einige Licht-Zeichen gesetzt. Viel gelernt und viel gelacht. Und unsäglich viel Stress gehabt. „Der Schmerz ist dein Freund.“ Das Leben, wie es ist und wie es sein soll in der besten aller möglichen Welten. Das falsche im richtigen Leben oder umgekehrt, das ist die Frage. Halte aus. Halte durch. Bleib nicht stehen. Salute, capitano Gert!

Und noch ein Dankes-Wort an Meister Gert

Ich habe sehr, sehr viel von Gert gelernt. Die Weiterentwicklung einer Idee habe ich besonders ihm zu verdanken, obwohl ich mich nur einmal mit ihm darüber unterhalten habe. Bereits 1999 – als Gert eine neue Art der multimedialen Licht-Show kreierte und ich außerdem bei der Dionysos-Opernproduktion als Dramaturg und Regieassistent arbeitete –, entwickelte ich die Idee eines „liquiden Bühnenbildes“, das dem Medium Film eine neue Rolle in einer entsprechend gestalteten „Theaterbühne“ geben und eine neue Art von Show-Produktion ermöglichen würde. Der Grundgedanke dieses „Liquid Staging“-Konzepts besteht darin, dass man einen „FILM“ für die Bühne produziert, also nicht das Medium Film benutzt, um ein bereits bestehendes Stück oder eine bereits bestehende Show-Produktion damit – wie auch immer – „zu vervollständigen“. 

Und im Gegensatz zu Gerts Ästhetik, die von Brecht beeinflusst und auf dem deutschen Bauhaus-Prinzip beruhte, also mehr „abstrakter Natur“ war, folgte meine Idee dem Weg des „Einfühlens“, entsprechend der US-amerikanischen Film-Tradition. Schon 1991, während meines Studiums, hatte ich „Abstraktion und Einfühlung“ – Wilhelm Worringers Dissertation von 1907 – gelesen und fühlte mich dem antiken klassischen „Einssein mit der Welt“ (Einfühlung) mehr verbunden als der „dualistischen Trennung von Geist und Materie“ (Abstraktion).

Ich habe inzwischen dieses Konzept entwickelt für ein Theaterbau-Projekt, und ich hoffe, dass eine erste konzeptionelle architektonische Umsetzung bald umgesetzt werden wird. Gert, danke für die inspirative Zeit mit Dir!

Asteris Kutulas, 22.9.2009

(Photo with Gert Hof & Asteris Kutulas 2008, Philharmonie Berlin by © Anja Pietsch)